Einsam und verlassen schaukelt die «Maurizius» im Wasser. Der grüne Anstrich glitzert in der Sonne. Man müsste meinen, das herrliche Frühlingswetter böte die besten Voraussetzungen für eine kurze Fahrt über die Limmat. Doch die frühsommerlichen Verhältnisse bringen auch ihre Schattenseiten mit sich: Bereits mit blossem Auge erkennt man, dass der Wasserpegel zu niedrig ist.

Lage wie im Sommer

So war es denn auch nicht möglich, den Fährbetrieb wie üblich am Osterwochenende aufzunehmen. Werner Wenk, Präsident des Wasserfahrvereins Schlieren, der die Fähre gemeinsam mit der Seepfadi Zürich betreibt, bekräftigt jedoch: «Auch kommenden Sonntag werden wir alles daran setzen, den Fährbetrieb endlich aufzunehmen.» Natürlich freut auch er sich über die anhaltenden sommerlichen Temperaturen, wäre über ein paar Regentropfen mehr aber auch nicht unglücklich.

Soweit sich Werner Wenk erinnern kann, sei es in den Aprilmonaten noch nie zu einer solchen Situation gekommen. «Klar kam es vor, dass wir den Fährbetrieb haben einstellen müssen – jedoch im Hochsommer, nicht im April.» Gleichzeitig erzählt er, dass die «Maurizius» im Gegenteil im August des letzten Jahres aufgrund des zu hohen Wasserpegels der Limmat zeitweise ausser Betrieb war.

Für viele ist die Überfahrt zwischen dem Schlieremer Zelgliweg und dem Kloster Fahr mit der kleinen Fähre ein beliebtes Sonntagnachmittagsprogramm. Gerade am diesjährigen Osterwochenende wäre ein solcher Ausflug ein tolles Erlebnis für Gross und Klein gewesen. Auch am letzten Wochenende konnte das Kloster Fahr nur auf dem Fussmarsch erreicht werden. Nicht nur das fehlende Schmelzwasser widerspiegelt sich im Pegelstand der Limmat, sondern auch die für diese Zeit ungewöhnlich lange Trockenperiode lässt die Inbetriebnahme der «Maurizius» noch nicht zu.

Kein Regen in Sicht

Im Restaurant «Zu den zwei Raben» scheint die Verzögerung der ersten Fährenfahrt keine nennenswerten Auswirkungen auf die Anzahl der Gäste zu haben. Im Gegenteil: Der Wirt erzählt, dass die wunderbaren Wetterbedingungen die Besucher auch am letzten Sonntag zu einer Rast im Restaurant des Klosters verlockt hätten. Dennoch fügt er hinzu: «Immer wieder haben sich die Gäste erkundigt, weshalb die Fähre nicht fahre und ob dies bald möglich sei.»

Auch in den kommenden Tagen darf mit sonnigen Wetterverhältnissen gerechnet werden; dies wiederum bedeutet, dass auf die erste Überfahrt weiterhin gewartet werden muss. Werner Wenk jedoch bleibt zuversichtlich, dass die Ausflügler die Fahrt mit der Fähre baldmöglichst wieder geniessen können. Zudem betont er: «Es gehört zu den Pflichten eines jeden ‹Fährimaa›, den Pegelstand vor Ort abzufragen und den Zustand der Fähre zu kontrollieren. Auch wenn dieser sich wohl nächstes Wochenende nicht massiv verändert haben wird.»