Birmensdorf
Noch immer ist zu viel Plastik im Grüngut

Erste Massnahmen der Kompostieranlage Gunzenbühl vermochten die Fremdstoffe im Bio-Abfall nicht zu senken. Nun will auch die Gemeinde aktiv werden.

Florian Niedermann
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Der Anteil an Fremdstoffen, welche sich zwischen den pflanzlichen Abfällen befinden, soll reduziert werden. (Symbolbild)

Der Anteil an Fremdstoffen, welche sich zwischen den pflanzlichen Abfällen befinden, soll reduziert werden. (Symbolbild)

Pascal Meier

Betriebsleiter Thomas Stutz und seine Kollegen von der Kompostieranlage Gunzenbühl in Berikon haben viel zu tun, wenn sie eine Grüngutlieferung aus Birmensdorf erhalten.

Der Grund ist nicht allein die grosse Masse von Bio-Abfällen, die per Lastwagen auf den Anlieferplatz gefahren werden: Viel Zusatzarbeit bescheren Stutz Fremdstoffe, welche sich zwischen den pflanzlichen Abfällen befinden. Plastik und anderen nicht kompostierbaren Güsel müssen die Angestellten der Anlage in mehreren Schritten mühsam vom Grüngut trennen, bevor dieses zu Erde verrotten kann.

Bis vor kurzem verarbeitete Stutz im Gunzenbühl das Grüngut der Gemeinden Berikon, Oberwil-Lieli, Oberlunkhofen und Rudolfstetten. Seit der Schliessung der Kompostieranlage Wettswil Ende 2013 liefern nun auch die Gemeinden Islisberg, Aesch und Birmensdorf ihren Bio-Abfall hierhin.

Das Problem mit den Fremdstoffen kannten die Angestellten der Kompostieranlage schon früher von den Lieferungen aus Berikon und Rudolfstetten. Nun müssen sie auch aus dem Birmensdorfer Grüngut regelmässig Plastik aussortieren.

Das anorganische Material stamme vornehmlich aus den einwohnerreichen Gemeinden mit grossen Wohngebäuden, sagt Stutz: «Die Bewohner dort verstehen die Entsorgungsregeln auf den Grüngut-Containern sprachlich oft nicht. Ausserdem ist die Anonymität in grösseren Gebäuden höher», erklärt er.

Zusammen mit der Obrist Transport und Recycling AG, die das Grüngut aus Birmensdorf liefert, beschloss die Leitung der Kompostieranlage Gunzenbühl bereits im März erste Massnahmen, um zumindest zu verhindern, dass ganze Abfallsäcke im Kompost landen (die Limmattaler Zeitung berichtete): Seither deponiert der Zulieferer sichtbare Abfälle aus den Grüngut-Containern auf dem Vorplatz der Gebäude, bei denen er sie abholt, und kennzeichnet sie mit einem Hinweis, dass sie falsch entsorgt wurden.

«Ganze Abfallsäcke fanden wir seither nur noch wenige. Dies aber wohl nur, weil sie in Birmensdorf von der Transportfirma aussortiert worden waren», erklärt Stutz. Er finde dennoch in jeder Lieferung Plastik und andere Fremdstoffe.

Gemeinde wollte abwarten

Die Behörden in Birmensdorf erwägen seit längerem, in ihrem Publikationsorgan sowie im Abfallkalender eine Liste zu veröffentlichen, auf der Abfälle stehen, die nicht mit dem Grüngut entsorgt werden dürfen. Bisher kam es aber nicht dazu, wie Daniela Suppiger, die Leiterin Abteilung Einwohnerkontrolle und Gesundheit, auf Anfrage bestätigt: «Wir wollten erst abwarten, ob das Aussortieren und Kennzeichnen des Abfalls durch die Zulieferfirma etwas nützt», erklärt sie.

Da diese Massnahme aber nicht ausreichend gefruchtet habe, werde man das Thema nach den Sommerferien angehen. «Wir können dem Problem fast nur mit einer Informationsoffensive begegnen und dabei hartnäckig bleiben», sagt Suppiger.

Laut Stutz bestünde eine weitere Massnahme darin, dass man Bewohner und Verwaltungen jener Gebäude, bei denen sich regelmässig Fremdstoffe im Grüngut finden, direkt anschreibt. Erfahrungsgemäss nützt aber auch dieses Vorgehen nur begrenzt, wie er sagt: «Wir haben das in Berikon gemacht. Die Menge an Fremdstoffen sank darauf aber nicht wesentlich.»