Einstimmig geben die Urdorfer SVP, CVP, GLP und SP dem nachgebesserten Projekt für den Kindergarten Feld ihren Segen. Sie gehen auch davon aus, dass der Kreditantrag der Schulpflege von rund 1,9 Millionen Franken an der Schulgemeindeversammlung vom 26. November angenommen wird.

«Das ist fast eine sichere Sache», sagt etwa CVP-Präsident Danilo Follador. Auch die GLP ist zuversichtlich: «Das neue Projekt ist deutlich günstiger. Wir glauben, dass es nun mehr Anklang findet», so Partei-Präsidentin Silvia Rimensberger.

Derzeit gibt einzig die FDP dem Kreditantrag der Schulpflege einen Korb: «Das Grundstück gehört der Gemeinde. Liegenschaftsaufwände fallen also weg. Wir sehen nicht ein, wie ein einstöckiges Gebäude solche Kosten verursachen kann», sagt der Präsident der Urdorfer FDP, Stephan Mazan, und ergänzt: «Das ist aus unserer Sicht eine Luxuslösung.»

An der Mitgliederversammlung der FDP sei man sich bezüglich der Ablehnung schnell einig gewesen. Ganz anders war es bei den restlichen Urdorfer Parteien: Dort traf das Vorhaben der Schulpflege weitestgehend auf Zustimmung. Einzig die EVP wird darüber an ihrer kommenden Mitgliederversammlung vom 21. November noch entscheiden und hält sich bis dahin mit einer Stellungnahme zurück.

«Zu teuer und überflüssig»

Vor wenigen Monaten lehnten neben der FDP auch die CVP, GLP und EVP das Kindergartenprojekt ab. Gründe dafür gab es einige: Die ursprünglich geplanten Abwartswohnungen seien überflüssig, ein Standort rechtsseitig der Birmensdorferstrasse besser, das Projekt allgemein zu teuer und eine Sanierung des bestehenden Gebäudes effizienter, hiess es damals. Auch monierten die Gegner im März dieses Jahres, dass der Schulraumbedarf nicht nachgewiesen sei. Der damalige Kreditantrag von 3,4 Millionen Franken wurde denn auch an der darauffolgenden Urnenabstimmung mit 66 Prozent Nein-Stimmen eindeutig verworfen.

Seither ging die Schulpflege nochmals über die Bücher. Entstanden ist nun ein Vorschlag, der mit 1,9 Millionen Franken deutlich günstiger ist als das ursprüngliche Projekt.

Hauptgrund für die Einsparungen: Die Abwartswohnungen fallen im neuen Vorschlag gänzlich weg. Vorgesehen ist, dass das derzeitige Gebäude rückgebaut und anschliessend der Doppelkindergarten auf demselben Grundstück gebaut wird.

Trotzdem findet die FDP, dass ein Neubau dieser Dimension günstiger gebaut werden könne. Sie beruft sich dabei auch auf den Bericht der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Diese beantragt zwar an der Schulgemeindeversammlung eine Bewilligung des Kredits, kritisiert dennoch, das neue Projekt sei eine «nicht ganz kostenoptimale Lösung». Sowohl die RPK als auch die FDP sympathisieren deshalb mit einer anderen Lösung: Es handelt sich dabei um einen Fertigpavillon, der als dauerhafte Lösung vorgesehen ist. «Damit könnten nach unseren Schätzungen fast 30 Prozent der Kosten gespart werden», sagt RPK-Präsident Emanuele Agustoni.

Auf Anfrage sagt Schulpräsident Stefan Zehnder, dass es sich bei dem Fertigpavillon nicht um eine dauerhafte Lösung handle: «Wir haben diese Möglichkeit geprüft und sind der Meinung, dass es aufgrund der Bausubstanz eher ein Provisorium wäre, das man irgendwann abreissen müsste.» Der Neubau, wie ihn die Schulpflege nun vorschlägt, sei qualitativ die beste und langfristigste Lösung, so Zehnder.