In der reformierten Kirche Weiningen wird ab Sommer 2016 eine neue Orgel für neuen Hörgenuss sorgen. Um die Kosten von 690 000 Franken zu decken, hat sich der Verein «Neue Orgel Weiningen» zum Ziel gesetzt, 180 000 Franken für das neue Instrument zu sammeln. Bereits sind rund 167 000 Franken aus Spenden für einzelne Pfeifen und Register sowie Kollekten an Konzerten zusammengekommen. «Die Chancen stehen sehr gut, dass wir unser Ziel erreichen werden», sagt die Vereinspräsidentin und Organistin Jackie Rubi.

Wenn das Ziel erreicht sei, würden alle weiteren Einnahmen als Startkapital für den Verein «Neue Orgel Weiningen» gebraucht, um weiterhin Kirchenmusik und Orgelkonzerte zu fördern, erklärt Rubi am Sonntagabend in ihrer Eingangsrede zum Benefizkonzert. Die reformierte Kirche Weiningen war an diesem Abend voll besetzt.

Ein abwechslungsreiches Programm erwartet das 230-köpfige Publikum. Denn die Vereinspräsidentin und Organistin Rubi weiss, dass Orgelmusik die Herzen der Gemeinde erfüllt und einfach zur Tradition in der Kirche gehört. Aus dieser langen Tradition hat Rubi zusammen mit der amtierenden Organistin Magdalena Malec und der ehemaligen Organistin Helene Gräser Kompositionen von Barock bis Jazz zusammengestellt. Im Programm eingebaut ist auch die Enthüllung eines Bildes der Künstlerin Anna F. Helfer, das auch als Karte gekauft werden kann.

Den fröhlich-feierlichen Auftakt machen Rubi auf dem Klavier und Gräser auf der alten Orgel mit einer italienischen Sonate aus dem 18. Jahrhundert. Die Organistinnen sprechen gekonnt die Emotionen des Publikums an. Nach diesen hellen Klängen folgen schwermütige Zwiegespräche von Brahms, leidenschaftlich gespielt von der Organistin Malec. Die bunte Zeitreise nimmt ihren Lauf. Nach nachdenklichen Meditationen und leichtfüssigen Menuetten folgt temporeicher Jazz von Organistin Rubi auf der alten Orgel. Zeitweilig hat man das Gefühl, dem Singen von Vögeln im Frühlingsmorgen zuzuhören, dann wiederum lauscht man dem geselligen Spiel einer amerikanischen Big Band. Zum Abschluss gibt es ein vierhändiges Orgelspiel von Malec und Gräser zu «Halleluja» von Händel.

Alte Orgel weist Mängel auf

Das Publikum klatscht begeistert. Denn schliesslich weiss es auch, dass die Organistinnen keine leichte Aufgabe gehabt haben, da die alte Orgel einige Mängel ausweist. «Ich freue mich schon auf die neue Orgel, auf der die feinen Töne und allgemein die Tonqualität besser sein werden», verrät die amtierende Organistin Malec.

Besucher Heinz Palme gefiel vor allem die zweite Hälfte des Konzerts, in der die Orgel mit allen Registern gebraust hat. Denn die feinen Töne in der ersten Hälfte würden erst mit der neuen Orgel so richtig brillieren, meint Palme. Die Orgelmusik-Liebhaberin Doris Hermens und der Jazz-Fan Silvia Menden haben das Konzert zwar genossen, aber auch sie können den Hörgenuss mit der neuen Orgel kaum erwarten und unterstützten die Sammelaktion deshalb bereits tatkräftig mit Spenden. Die Spendenbilanz dieses Abends ist erfreulich: Das Konzert brachte 2400 Franken Kollekte und die Karten vom Kunstwerk weitere 460 Franken ein.