Noch sind die Türen zum Schutz abgeklebt, noch ragen zahlreiche Kabel ungebraucht von der Decke und noch überzieht feiner Baustaub das ganze Interieur des Spitals. Doch die Bauarbeiten am Spital Limmattal nähern sich der Zielgeraden. Bisher liegen die Bauherren im Zeit- und Budgetplan. Das kommt nicht von ungefähr, denn das oberste Gebot sei es mit dem Budget von 270 Millionen auszukommen und den Übergabetermin, am 14. September 2018 zu halten. «Um mit diesem Ziel ein funktionales Spital zu bauen, haben wir viel gestritten und diskutiert», sagt Caroline Feldmann, von der Bauherrenvertretung des Spitals Limmattal. Ein Rundgang durch den Rohbau:

Helles, grosszügiges Willkommen

Ein weiter Raum mit runden Lampen empfängt die Besucher und Patienten des Spital Limmattal. In unmittelbarer Nähe der Réception befindet sich wie gewohnt das Restaurant, dass unter anderem für seine selbstgemachten Pommes Frittes bekannt ist. Auch ein Auditorium für 200 Zuhörer fand im Erdgeschoss Platz. Zwei Stöcke tiefer liegt die Tiefgarage. Diese bietet 120 zusätzliche Parkplätze.

So sah die Baustelle vor zwei Jahren aus:

Ambulanter Bereich

Patienten mit Platzwunden, gebrochenen Fingern oder ambulanten Terminen erhalten im ersten Obergeschoss ihre Behandlung. Von den Untersuchungszimmern des ambulanten Bereichs blicken die Patienten in einen der fünf Innenhöfe. Da der ambulante Bereich in den letzten Jahren wuchs wurde dieser bei der Planung besonders berücksichtigt.

Kühle Räume

Im Operationssaal weht bereits heute ein kühler Wind. «Die Heizung, die Kühlung und das Elektrische funktionieren schon seit einiger Zeit», sagt Feldmann. Nun testen die Bauarbeiter, ob die Installationen wie gewünscht funktionieren. Vor wenigen Tagen etwa wurden die sogenannten Black-out-Tests durchgeführt. Bei diesen wird geprüft, ob im Falle eines Stromausfalls die Notstromgeneratoren anspringen würden. In hochkomplexen Stationen wie der Intensivstation ist es besonders wichtig, dass die sensiblen Instrumente richtig eingebaut werden und keine Anschlüsse vergessen gehen.

Bettenstation

Patienten, die über Nacht im Spital bleiben müssen, werden in einem der rund 200 Betten untergebracht. Die Angst, in ein Vierer- oder gar Sechser-Zimmer gelegt zu werden, ist künftig unbegründet. «Jetzt gibt es nur noch Zweierzimmer, im Fall eines Privatzimmers zur Einzelbenützung», sagt Feldmann. Das neue Spital Limmattal hat drei Bettengeschosse, wobei die Anzahl der Betten gleich bleiben wird. Neu werden die einzelnen Stationen aber grösser sein, da sie zusammengelegt werden. «Das Mobiliar des Altbaus wird zu rund 90 Prozent übernommen», sagt Feldmann.

Die Sanitär-Anlagen der Zimmer jedoch sind nigelnagelneu. Sie haben eine interessante Reise hinter sich: Die Badezimmer wurden als komplette Einheit mit WC, Dusche und Waschbecken aus Italien angeliefert. Das heisst: LKWs lieferten 127 Nasszellen zu je 5 Tonnen Gewicht an. Blicken die stationären Patienten aus dem Fenster, sehen sie auf die Aussenseite des Spitals, während die Stations- und Untersuchungszimmer in einem Kreis um den Innenhof angelegt sind.

Höher ist nur der Rega-Landeplatz

Im fünften und obersten Stock befindet sich schliesslich die Station für Zusatzversicherte. Hier liegen die Patienten mit Aussicht über Schlieren in Einerzimmern. Doch nicht nur die Aussicht der Privatstation, sondern auch die Geburtenabteilung interessiert die zukünftigen Patienten. «Viele kommen schon vor der Geburt ins Spital und entscheiden aufgrund der Zimmer, ob sie hier gebären wollen», sagt Feldmann. Im Moment müssen die Besucher das Spital noch über den Hinterausgang verlassen. Doch dies wird sich im Herbst ändern: Am 15. September findet die Einweihungsfeier statt, an der Besucher das Spital anschauen dürfen. Darauf folgt die Umzugsphase. «Während dieser werden die Abteilungen Schritt für Schritt, vom alten Gebäude ins Neue umgezogen», sagt Feldmann. Dies fordert minutiöse Planung: Denn der Spitalbetrieb läuft während dem Umzug vom alten Spital ins Neue nahtlos weiter. Nahtlos wird auch die 1,1 Kilometer lange Rohrpost, mit der die Angestellten Blutproben und Dokumente durch das ganze Gebäude senden
können.