FC Schlieren

NLB-Fussballerinnen und ihr neuer Trainer haben sich gefunden – sie liegen im Fahrplan

Céline Roth hält den Ball in den Reihen des FC Schlieren: Das NLB-Team will gemäss dem neuen Trainer aus jeder Partie etwas Zählbares mitnehmen. Die erste Bilanz fällt positiv aus.

Céline Roth hält den Ball in den Reihen des FC Schlieren: Das NLB-Team will gemäss dem neuen Trainer aus jeder Partie etwas Zählbares mitnehmen. Die erste Bilanz fällt positiv aus.

Am Samstag empfangen die Fussballerinnen des FC Schlieren den Tabellenführer Thun Berner Oberland (18 Uhr, Zelgli). Die Bilanz der Limmattalerinnen vor dem Kräftemessen mit dem Spitzenteam: Aus den bisherigen sieben Partien haben sie ebenso viele Punkte geholt und liegen in der 10er-Liga auf dem siebten Zwischenrang, vier Zähler vor dem Strich.

In den Partien gegen die drei hinter ihnen liegenden Teams Derendingen, Walperswil und Worb holten die Limmattalerinnen alle ihre Zähler, gegen die nominell besseren Mannschaften setzte es vier Niederlagen mit dem Gesamtskore von 2:9 ab. Man könnte folgern, dass der FC Schlieren die wichtigen Partien um den Ligaerhalt gewinnt und sich dann gegen übermächtige Teams schont. «Das kann ich so nicht unterschreiben», sagt FCS-Trainer Fernando Esteban. «Wir steigen in jede Partie mit der Haltung, etwas Zählbares mitnehmen zu wollen. Deshalb bin ich grundsätzlich zufrieden.» Luft nach oben gebe es aber doch. «Wir haben ein grosses Ziel und wollen Ende Saison auf dem fünften Rang stehen.» Zum Vergleich: Vor Jahresfrist schloss das Team die NLB-Meisterschaft auf dem achten Platz ab, mit einem respektablen Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze. Damals war Esteban indes noch nicht an Bord. Der frühere Assistent von Trainer Martin Rueda bei Challenge-Ligist Wohlen hat die Schlieremer Frauen erst im Sommer übernommen.

Über die Frage, ob er seinen Wechsel vom Männer- in den Frauenfussball bereut, muss Esteban erst einmal schmunzeln. «Ganz im Ernst: Nein, noch keine Minute. Klar, es ist sowohl für die Spielerinnen als auch für mich eine neue Erfahrung. Aber ich lerne gerne, und hier in Schlieren lerne ich immer wieder dazu.» Kürzlich weilte Esteban an einer Trainerfortbildung in Luzern. Einer der Referenten war Frauen-Nationaltrainer Nils Nielsen. Esteban zeigte sich begeistert vom Tag in der Zentralschweiz: «Wir hatten Einblick in die verschiedenen Trainingsformen.» Einiges des neu Erlernten werde er in den Trainings unter der Woche einfliessen lassen.

Trainer Fernando Esteban instruiert Mittelfeldspielerin Antje Notter.

Trainer Fernando Esteban instruiert Mittelfeldspielerin Antje Notter.

Sprung von der 2. Liga in die NLB ist oft zu gross

«Es ist nicht dasselbe, ob man Männer oder Frauen trainiert», sagt Esteban. «Frauen sind pünktlich und haben grundsätzlich eine bessere Disziplin. Ich habe kaum kurzfristige Absagen, im Training sind immer um die 20 Spielerinnen». Auch benötigten Fussballerinnen eine längere Regenrationszeit als ihre männlichen Kollegen.

Der Schlieremer Übungsleiter interessiert sich auch für das Geschehen in der 2. Mannschaft. Diese spielt in der 2. Liga und liegt dort im gesicherten Mittelfeld. «Der Sprung für eine junge Spielerin von der 2. Liga in die Nationalliga B ist gross, für manche zu gross», sagt Esteban. Darum dauere es auch stets eine gewisse Zeit, bis Akteurinnen im Fanionteam «ankommen».

Der erste Teil der NLB-Meisterschaft dauert noch bis zum 7. Dezember. Erst dann startet die Winterpause. Los geht es bereits wieder am 22. Februar 2020. «Es ist ein happiges Programm für die Frauen», sagt Esteban. Und auch die knapp dreimonatige Wettkampfpause ist bereits bis ins kleinste Detail verplant. «Wir werden nicht nur die Beine hochlegen», meint Esteban schmunzelnd. «Um im Frühling gute Karten im Kampf um einen Mittelfeldplatz zu haben, müssen wir gezielt arbeiten.» Will heissen, dass die trainingsfreie Zeit eng begrenzt ist. Zwischen 14. Dezember 2019 und 18. Januar 2020 ist Pause, danach wird wieder trainiert. Aber nicht in der Halle, sondern im Freien. Am 1. Februar steht auch schon wieder ein Vorbereitungsspiel an, eine Woche später gehts ins Trainingslager. «Wir fliegen nach Malaga, dort herrschen im Februar beste Bedingungen.»

Auf dass seine Frauen bei Saisonschluss Anfang Juni nächsten Jahres das anvisierte Ziel erreichen und die Meisterschaft im vorderen Mittelfeld abschliessen mögen. Weil sie in der zweiten Runde des Schweizer Cup überraschend an 1.- Ligist Balerna scheiterten, können sich die Limmattalerinnen vollends auf die Meisterschaft konzentrieren.

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