Dietikon
Niedrige Wasserstände: Tiefere Stromproduktion wegen Trockenheit

Geringere Wassermengen in der Limmat hatten 2011 Einbussen in der Stromproduktion zur Folge. So hat das Kraftwerk in Dietikon 2011 im Vergleich zum Vorjahr etwa eine Gigawattstunde weniger Strom produziert.

Aleksandra Hiltmann
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Der Abfluss der Limmat beim EKZ–Kraftwerk in Dietikon betrug 2011 im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent weniger. AHI

Der Abfluss der Limmat beim EKZ–Kraftwerk in Dietikon betrug 2011 im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent weniger. AHI

Trockenheit und Hitze prägten vor allem die Sommermonate des vergangenen Jahres. Dies hatte zur Folge, viele Flüsse überdurchschnittlich wenig Wasser führten. Wie Patrick Rötheli, neuer Leiter der Sektion Gewässernutzung im BVU erklärt, führte die Limmat 2011 nur rund 79 Prozent ihrer üblichen Wassermenge.

Weniger Wasser – weniger Strom

Wie Priska Laïaïda, Leiterin der Medienstelle der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), auf Anfrage bestätigte, habe das Kraftwerk in Dietikon 2011 im Vergleich zum Vorjahr eine Gigawattstunde weniger Strom produziert.

Laut Laïaïda, liegt der Abfluss der Limmat beim Kraftwerk in Dietikon im Zehnjahresvergleich bei 91,14 Kubikmetern pro Sekunde. Letztes Jahr lag er bei 74,4 Kubikmeter pro Sekunde, was 20 Prozent unter dem Durschnitt sei.

Für die Stromproduktion des vergangenen Jahres bedeutete dies, dass etwa eine Gigawattstunde weniger zu verzeichnen war. Über die letzten fünf Jahre habe man, so Laïaïda, im Kraftwerk Dietikon im Durchschnitt 18,4 Gigawattstunden Strom jährlich produziert. Im vergangenen Jahr seien es 17,2 Gigawattstunden gewesen.

Keine Auswirkungen

Wie Laïaïda weiter ausführt, benötige ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt im EKZ–Gebiet jährlich rund 4500 Kilowattstunden Strom. Die 2011 in der Stromproduktion fehlende Gigawattstunde entspreche somit der Energiemenge von 200 Durchschnitts-Haushalten.

Im Jahresverlauf habe man keine Auffälligkeiten festgestellt, ausser im November 2011, als der Wasserstand sehr tief gewesen sei. «Im November produzierten wir etwa 40 Prozent weniger Strom als üblich», so Laïaïda. Doch insgesamt werde in Dietikon nicht mal ein Prozent des gesamten Stromverbrauches der EKZ produziert. Somit würden sich Produktionseinbussen kaum auf die Strombeschaffung auswirken, da die EKZ nahezu 100 Prozent des benötigten Stroms bei der Axpo beziehe.

Von dort hätte man durch die Minderproduktion etwas mehr Strom bezogen, so Laïaïda. Zum Jahresbeginn nun entspreche die Stromproduktion im Kraftwerk Dietikon dem langjährigen Durchschnitt.

Leistungsfähigere Turbinen

Zur Erhöhung der Stromgewinnungskapazität im Kraftwerk Dietikon sind diverse Massnahmen geplant. So wurde beim Kanton eine neue Konzession beantragt. Unter anderem sollen neue, leistungsfähigere Turbinen installiert werden.