Bislang war das Niderfeld ein grosses, aber wenig besiedeltes Gebiet im Westen von Dietikon. Nun erhält es ein neues Gesicht – zumindest auf dem Papier. Gestern stellten Stadtpräsident Otto Müller und Stadtplaner Jürg Bösch den Masterplan Niderfeld vor. Dieser zeigt auf, wie sich das mit seinen rund 40 Hektaren Fläche grösste noch zusammenhängende Entwicklungsgebiet des Kantons Zürich dereinst zu einem neuen Stadtquartier entwickeln soll (siehe Boxen rechts). Gleichzeitig bildet der Masterplan die Basis für die kommenden Planungsschritte.

Kernstück des neuen Quartiers ist die Parkanlage, um die sich sämtliche Baufelder anordnen. Diese soll dem Stadtteil ein «prägendes Image» verleihen, wie Bösch erklärte. Erarbeitet wurde der Masterplan aufgrund eines von der Stadt 2012 lancierten Studienverfahrens. Dafür wurden drei international zusammengesetzte interdisziplinäre Planungsteams ausgewählt. Ihre Aufgabe war es, Ideenvorschläge zur städtebaulichen Struktur des neuen Stadtquartiers zu entwickeln. Dabei wurden sie durch eine Fachjury begleitet. In verschiedenen Workshops wurden die Vorschläge mit zahlreichen Beteiligten wie der Stadt Dietikon, dem Kanton und Vertretern der Grundeigentümer diskutiert.

Aus all den Vorschlägen der Teams hat das begleitende Fachbüro nun eine Synthese erarbeitet und die Eckwerte der angestrebten Entwicklung des Niderfelds im Masterplan festgehalten. Dieser «entspricht den neusten Erkenntnissen des Städtebaus», so Müller. Das Ergebnis sei erfreulich; das Niderfeld solle Modellcharakter haben. Neben der Lage des Parks macht der Masterplan unter anderem auch Aussagen zur Erschliessung des Gebiets mit der Limmattalbahn, zum Strassennetz und zur Nutzungsverteilung. Er zeigt auch, dass die bestehenden Einfamilienhäuser ebenfalls ihren Platz im Quartier haben. Entstehen soll so ein möglichst vielfältiges Quartier, in dem dereinst sogar eine Seilbahn Passagiere zwischen der Limmattalbahn-Haltestelle und einer möglichen S-Bahn-Station Silbern auf der anderen Seite der Gleise befördern könnte.

Bis allerdings die ersten Bagger im Niderfeld auffahren werden, wird es noch eine Weile dauern. Bereits im Sommer soll mit der Erarbeitung des rechtsverbindlichen Gestaltungsplans begonnen werden. Laut Bösch wird dies rund zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. Parallel dazu muss ein Quartierplan erstellt werden. Dieser ist für die Landumlagerung und die Erschliessung des Niderfelds notwendig. Ziel ist es, dass bis zur Inbetriebnahme der Limmattalbahn um 2022 die ersten Baufelder die Baureife erlangt haben.