Kantonalschützenfest
Nichts für schreckhafte Personen: Im Reppischtal schiessen die neuen Jungtalente

Die scharfen Schüsse gehen im Limmattal beim Kantonalschützenfest weiter. Diesmal traten die Jungschützen im Reppischtal an. Auch zwei Limmattaler haben die Qualifikation geschafft.

Cynthia Mira
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Tag der Jugend am Kantonalen Schützenfest
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Manuel Meyer aus Schlieren verfolgt mit Julian und Janik Germann aus Dietikon (von links) entspannt, was die Konkurrenz so macht.
OK-Präsident Hans Egloff bei der abendlichen Siegerehrung.
Weitere Bilder vom Tag der Jugend am Kantonalen Schützenfest.

Tag der Jugend am Kantonalen Schützenfest

Cynthia Mira

Schon aus der Ferne sind die Schüsse zu hören, die bei der Schiessanlage Reppischtal in Dietikon am Samstagmorgen abgefeuert werden. Am Nachmittag schliesslich werden zum Tag der Jugend – ein Höhepunkt des 26. Zürcher Kantonalschützenfest – die neuen Jungtalente erwartet. Mit den Startnummern 188 und 189 treten auch zwei junge Schützen aus dem Limmattal an. Manuel Meyer aus Schlieren und Julian Germann aus Dietikon, beide vom Schiessverein Dietikon, konnten sich für den Wettkampf qualifizieren.

Die grossen Erwartungen bleiben bei den beiden 15-jährigen Jungs aber aus: «Wir müssten einen sehr guten Tag erwischen, um bei der starken Konkurrenz unter den acht Besten ins Final zu kommen», sagt Julian. Langes Training zur Vorbereitung sei gar nicht möglich, denn es sei ein Konzentrationssport, und bei längeren Versuchen werde das Auge müde, meint er. Solche Anlässe, bei denen man sich mit anderen aus dem Kanton messen könne, gebe es selten und das Ziel sei natürlich gut abzuschliessen. Aber in einem Schiessverein bedeute die Zeit für das Gemeinschaftliche genauso viel, ergänzt Manuel.

Um 13 Uhr beginnt der Wettkampf. Es ist nichts für schwache Nerven, wenn ein Schuss nach dem anderen fällt. Nach einem kurzen Probeschiessen gilt es ernst. Manche Schützen schütteln bereits nach dem ersten Versuch den Kopf. Während dem Wettkampf liegen die beiden Limmattaler nebeneinander und treten mit ihrem Sportgerät, dem Sturmgewehr 90, auf 300 Meter an. «Die beiden haben Heimvorteil. Es gibt Landschaften, die nach unten und solche, die wie hier nach oben gerichtet sind, das hat einen Einfluss», sagt Julians Bruder Janik. Die Gelassenheit der beiden könne nun zu ihrem Vorteil werden, schliesslich sei alles andere beim Schiesssport kontraproduktiv.

Ihr Grossvater habe immer erzählt, früher sei üblich gewesen, dass die Frauen ins Turnen gingen und die Männer zum Schiessen. Gerade dieses weitverbreitete Hobby von damals sorge nun dafür, dass eine sehr gute ältere Generation die Schiessvereine weiterführe. Es ist eine Generationsfrage, die auch Rolf Neeracher, Präsident des Schiessvereins Dietikon, anspricht: «Beim Schiesssport sind alle Aktiven jeden Alters zusammen. Die verschiedenen Generationen sind nie, wie bei einem Verein sonst üblich, getrennt».

Beginn einer Weltkarriere?

Mit seinen 84 Punkten ist Manuel Meyer nach seiner Dreier-Serie zufrieden. Julian beendet den Wettkampf; er habe schon bessere Schiesstage erlebt, sagt er. In der Tat hängt viel vom Tagesglück ab. Darauf verweist Hans Egloff, OK-Präsident des Kantonalschützenfest und SVP-Nationalrat, abends in seiner Rede bei der Siegerehrung in der Stadthalle Dietikon.

Er könne sich an seine Freude erinnern, als ihm erstmals die Verantwortung für eine Waffe übergeben wurde und er von Aesch nach Birmensdorf unterwegs war, erzählt Egloff und betont, dass er es trotz seiner mässigen Schiesskunst zum Präsidenten geschafft habe: «Ich bin stolz darauf, diese gesellschaftliche Tradition an den Wochenenden im Kanton zu erleben.» Am Samstag, 30. Juni, findet mit dem Tag der Matchschützen in der Schiessanlage Reppischtal und der Urdorfer Schiessanlage Bergermoos ein weiterer Wettkampf statt.

Nach dem Konzert der Stadtjugendmusik Dietikon folgt zum Ende das Absenden. Gut möglich, dass unter den vielen Jungschützen des Tages, die im Limmattal gestartet sind, ein neues Talent in die Fussstapfen von Heinz Bolliger treten wird. Der ehemalige Spitzenschütze kann auf eine Weltkarriere zurückblicken, die er als 15-Jähriger gestartet hat. Sein Talent sei von Anfang an da gewesen und der Schiesssport

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