Limmattalbahn
Nicht spektakulär, aber überzeugend

Die Stadt Dietikon hat sich mit der Limmattalbahn AG geeinigt und zieht ihre Einsprache gegen die Linienführung der Bahn zurück. Das ist eine gute Nachricht – auch, weil das Projekt nun wie geplant nächsten Monat im Kantonsrat behandelt werden kann.

Bettina Hamilton-Irvine
Bettina Hamilton-Irvine
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Stadtzentrum Dietikon mit Anbindung an Limmattalbahn. (Visualisierung)

Stadtzentrum Dietikon mit Anbindung an Limmattalbahn. (Visualisierung)

Zur Verfügung gestellt

Auf den ersten Blick erscheint die erzielte Lösung jedoch wenig spektakulär: Denn die neue Linienführung ist die alte Linienführung. Man hat sich auf die Variante geeinigt, welche die Limmattalbahn AG schon seit Jahren vorsieht: die direkte Anbindung des Bahnhofs Dietikon über Poststrasse und Kirchplatz.

War der Umweg über ein monatelanges Einigungsverfahren also bloss eine Verschwendung von Zeit und Geld? Und war die Einsprache des Stadtrats nur ein Täuschungsmanöver, um das Parlament zu beruhigen, das ursprünglich eine andere Linienführung wollte? Vieles spricht dagegen. Klar ist: Die Stadtbahn muss zwingend am Bahnhof Dietikon halten. Wenn die Pendler am grössten Knotenpunkt der Strecke nicht auf Busse und S-Bahnen umsteigen können, funktioniert die Bahn nicht.

Klar ist aber auch: Es ist wichtig, dass ein Jahrhundertprojekt wie die Limmattalbahn breit abgestützt ist. In Dietikon stellen sich alle Parteien ausser der DP hinter das Projekt. Dass man ihnen nun nicht diskussionslos eine Linienführung aufzwingt, sondern nochmals ganze 16 Varianten detailliert abgeklärt hat, macht daher viel Sinn. Während dieses Prozesses ist nicht nur die alte Linienführung mehrheitsfähig geworden und stösst nun auf grosse Akzeptanz. Man hat auch sieben Möglichkeiten gefunden, um das Stadtzentrum im Zusammenhang mit dem Projekt zu verbessern. So ist die nun vorgelegte Lösung zwar auch auf den zweiten Blick noch nicht spektakulär. Aber überzeugend.