Dienstagabend 23.40 Uhr: Ein 18-jähriger Schweizer will in einer Gewerbeliegenschaft in eine Garage einbrechen. Doch bevor er zuschlagen kann, klicken die Handschellen. Die Polizei verhaftet ihn in flagranti. Die Liegenschaft befindet sich im Stadtzentrum von Dietikon, in der Nähe der Reppisch.

Dem jungen Einbrecher wurde seine Wiederholungstaten zum Verhängnis: Er hatte in der Liegenschaft schon mehrere Einbrüche verübt. Die Kantonspolizei Zürich installierte deshalb in der Liegenschaft mehrere Überwachungskameras, wie ein Sprecher gegenüber der «Limmattaler Zeitung» ausführt. Als der Einbrecher am Dienstagabend wieder einmal auf seine gewohnte Tour ging, ahnte er davon nichts – und die Falle schnappte zu. 

Bei seinen Einbrüchen verschaffte er sich jeweils Zugang zum Gebäude respektive einer der Garagen. Er klaute vor allem mehrere hundert Franken Bargeld. Auch schnappte er sich mehrmals ein Auto, machte damit eine kleine Spritzfahrt und stellte es wieder zurück. Der Sachschaden, den er bei den Einbrüchen verursachte, beläuft sich insgesamt auf mehrere Tausend Franken. 

Jugendanwaltschaft übernimmt den Fall

 Nun muss er sich nicht nur wegen Einbruch- und Fahrzeugdiebstählen, sondern auch wegen Fahrens ohne Führerausweis vor der Jugendstrafrechtspflege des Kantons Zürich verantworten. Diese hat das Strafverfahren übernommen, obwohl er bereits mündig ist. Der Grund: Wenn gegen eine Person bei der Jugendanwaltschaft bereits ein Strafverfahren hängig ist, bleibt diese, solange das Strafverfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen ist, zuständig, auch wenn Straftaten zu untersuchen sind, die eine beschuldigte Person nach dem 18. Geburtstag begangen hat. Das bestätigt die Jugendanwaltschaft der "Limmattaler Zeitung". Also kann man davon ausgehen, dass der junge Schweizer wohl schon vor Dienstagabend mit der Polizei in Kontakt gekommen ist. 

Patrik Killer, stellvertretender Mediensprecher der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, sagt: "“In einem Strafverfahren, bei welchem Straftaten zu beurteilen sind, welche vor und nach dem 18. Geburtstag begangen wurden, ist die Strafe nach Erwachsenenstrafrecht festzusetzen. Es wäre jedoch zu berücksichtigen, dass ein Teil der Taten noch vor Eintritt der Mündigkeit begangen wurden."

Nebst Strafen sind auch immer Schutzmassnahmen und bei Übergangstäter allenfalls auch Massnahmen des Erwachsenenstrafrechts zu prüfen. So kann es zum Beisiel sein, dass wenn keine Haftgründe für die Anordnung von Untersuchungshaft vorhanden sind, eine beschuldigte Person zur Abklärung seiner persönlichen Verhältnisse in einer offenen oder geschlossenen Beobachtungsstation untergebracht wird.