Manchmal bedarf es nicht vieler Worte, um die Gemütslage eines Menschen einzuschätzen. Bei Jan Sedlacek genügt schon allein die Stimmlage, wenn er in diesen Tagen spricht. Seine Stimme drückt die Enttäuschung aus über den Abstieg des HC Dietikon-Urdorf, jener Mannschaft, die er seit drei Jahren trainiert. «Uns hat die Qualität gefehlt, um in der 1. Liga zu bestehen», resümiert der HCDU-Coach. «Wir haben zwar versucht, Spieler aus der zweiten Mannschaft einzubauen, aber das hat nicht geklappt. Zudem mussten wir einige verletzungsbedingte Abgänge verkraften.»

Tatsächlich hatten die Limmattaler von Saisonbeginn an Mühe. In der Hauptrunde konnten sie in 14 Partien nur einen Sieg holen und mussten als Tabellenletzte in die Abstiegsrunde. Dort holten sie in den ersten acht Partien lediglich einen Punkt und waren akut abstiegsgefährdet, ehe sie sich mit drei Siegen in Folge und mit einem Unentschieden zum Abschluss doch noch den sechsten Platz in der Rangliste sicherten und sich damit in die Barrage um den Ligaerhalt retteten.

In dieser Entscheidungsrunde trafen sie auf Wacker Thun 2. Nach dem 24:22-Sieg im Hinspiel hätte ihnen am Samstag eine Niederlage mit einem Tor Differenz gereicht, um den Ligaerhalt zu schaffen. «Wir waren auch positiv, als wir nach Thun fuhren«, sagt Sedlacek. Doch der Optimismus schwand beim Trainer in der Schlussviertelstunde, in der die Thuner die Partie dominierten. Die Limmattaler versuchten zwar noch zu reagieren. «Aber unsere Torschüsse waren zu unplatziert», kritisiert Sedlacek. Nur zwei Tore konnten die Gäste noch erzielen. Und so verloren die Limmattaler der Saison relativ deutlich, obwohl sie in der ersten Hälfte gut mitgehalten hatten. Ein Déjà-vu für den Trainer: «Es ist uns in dieser Saison nicht zum ersten Mal passiert, dass wir 40 Minuten lang gut gespielt haben und dann plötzlich eingebrochen sind.» Ein Einbruch, den Dietikon-Urdorf nach drei Jahren wieder zurück in die 2. Liga führt.

Gespräche werden geführt

Für die kommende Saison liegt nun einiges im Argen. Fest steht, dass mit Alessandro Crippa, Francesco Biffiger und Oliver Anderegg drei Spieler den Verein verlassen werden. Was mit dem Rest der Mannschaft geschieht, ist noch ungewiss. «Wir wissen noch nicht, wer bleiben wird», sagt Heinz Burla, Präsident des Vereins. «Diese Gespräche führen wir jetzt. Dass es zu vielen Abgängen kommen wird, glauben wir aber nicht.» So oder so wolle man in der kommenden Saison vermehrt auf den Nachwuchs setzen: «Jetzt ist ein guter Moment, junge Spieler, welche in der abgelaufenen Spielzeit bereits teilweise zum Einsatz kamen, ins Team zu integrieren.»

Das wäre auch das Ziel von Sedlacek. «Die jungen Spieler spielen seit Jahren zusammen», sagt Sedlacek. «Wenn sie in die erste Mannschaft nachgezogen werden, erhöht das die Erfolgschancen enorm.» Diese Strategie könnte Sedlacek womöglich in der 2. Liga verfolgen. Doch er hat sich noch nicht entschieden, ob er auch nächste Saison Coach sein möchte. «Ich muss mir das überlegen», sagt er. «Wir haben in den letzten Jahren einen grossen Aufwand betrieben, aber die Resultate sind enttäuschend. Ich will Resultate sehen.»

Für den Vorstand hingegen ist klar, was die Personalie Sedlacek angeht. «Wir würden gerne mit ihm weiterarbeiten, falls er bereit ist, die Mannschaft auch in der 2. Liga zu trainieren», sagt Burla. «Aber das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.»

Was Burla schon weiss, ist, dass der Abstieg keine finanziellen Konsequenzen für Dietikon-Urdorf haben wird. «Unsere Sponsoren unterstützen explizit die Jugendarbeit, die wir als Verein leisten», erklärt er. «Deshalb werden wir keine Sponsoren verlieren. Und der Spielbetrieb in der 2. Liga ist sogar etwas günstiger als in der 1. Liga.» Immerhin eine gute Nachricht.