FC Uitikon
Nicht nur der 40. Geburtstag war Grund zum Feiern

Der FC Uitikon feiert seinen runden Geburtstag mit ehemaligen Super-League-Akteuren. Star des Wochenendes ist jedoch der neue Kunstrasen – obwohl der noch nicht ganz fertig ist.

Cynthia Mira
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Unter den Frühaufstehern befindet sich so manch bekannter ehemaliger Topfussballer wie Dario Galbarini mitten in der zweiten Reihe
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Der neue Platz soll künftig auch ein Treffpunkt für das Dorf werden
Noch steht der neue Kunstrasenplatz nicht zur Verfügung, aber bald
Die Altstars FC Uitikon gegen die Sponsorenmannschaft am Blitzturnier
Es war ein langer Weg Präsident Daniel Wallner mit Üdiker Kantonsrat André Müller
Es wird um jeden Ball gekämpft am Plauschturnier
Eins zu vier trennten sich die Altstars des FC Uitikon und die Superleague Allstars
Ein spannendes Turnier gegen ehemalige Superleague Topspieler
Die FCU Altstars zeigen auch auf dem Spielfeld vollen Einsatz
Beim Apero unter dem Festzelt werden die eingeladenen Gäste verwöhnt
Ein Plauschturnier für Mädchen und Jungs aus der Region
Das Proramm und die aktuellen Ergebnisse werden angesagt
Fest Fussball Uitikon
Der siebenjährige Ian aus Uitikon zeigt sich stolz auf seinen Verein
Am Ball bleiben heisst es im Spiel und als baldige Präsidentin des Vereins FC Uitikon Kristina Castiglioni

Unter den Frühaufstehern befindet sich so manch bekannter ehemaliger Topfussballer wie Dario Galbarini mitten in der zweiten Reihe

Cynthia Mira

Was lange währt, wird endlich gut. Es war ein steiniger Weg für den FC Uitikon, ehe es endlich klappte mit dem neuen Kunstrasenplatz. Obwohl er noch nicht fertig erstellt ist, wird er dennoch eingeweiht. Und das ist nicht der einzige Grund zu feiern. Der FCU wird dieses Jahr 40 Jahre alt (siehe Text unten). Am Jubiläumswochenende ist unter allen Beteiligten auf dem Sportplatz Sürenloh deshalb besonders eines zu spüren: Die Freude. Für die Tausenden von Stunden ehrenamtlicher Arbeit wird an diesem Samstagmorgen gedankt. «Jetzt, mit dieser guten Infrastruktur und dem neuen Kunstrasenplatz können auch sportliche Ambitionen und Verbesserungen verwirklicht werden», sagt Kristina Castiglioni, die im September voraussichtlich zur neuen Präsidentin des FCU gewählt wird. Bei ihrer Kandidatur sei sie jedenfalls auf deutlich weniger Widerstand gestossen, als das Projekt für eine neue Sportanlage.

Dass der Kunstrasen noch nicht ganz fertig ist, tut der Freude keinen Abbruch. Das Wetter im April und Mai habe den Bau des Kunstrasenplatzes verzögert, hält der abtretende Präsident Daniel Wallner fest. «Wir drehten mit diesem Projekt bereits einige Extrarunden, da spielt diese Runde keine grosse Rolle mehr», sagt er, ehe der sportliche Teil des Festes folgt.

Mit Damenhandschuhen zum Match «Ein Freundschaftsspiel wars. Es war wahrscheinlich das erste Spiel überhaupt vom FCU sowie von mir. Es war einer jener typischen nebligen Morgen, unangenehm früh, an denen dieses Ritual so oft zelebriert wird. Es war auf den alten Plätzen bei Zürich-Mülligen, wo heute das neue Postgebäude steht, und es war eindeutig vor dem legendären ersten Meisterschaftsspiel in Niederweningen, wo wir anschliessend sicher zahlreiche Bierchen zu uns nahmen, wir mit den Trainern noch per Du waren und sowieso noch alles besser war und überhaupt: Das war 1976, also vor 40 Jahren. Ich stand im Tor, zufällig, mit geborgten Damenhandschuhen des Trainers Freundin (Monique). Ich wusste damals noch nicht, dass dies für einige Jahre so bleiben würde. Zugegeben, später waren es zum Teil auch Gärtnerhandschuhe. Wie bei diesem Spiel auch in der heutigen Zeit noch üblich, spielte der Ball den 22 Beteiligten die übelsten Streiche, rutschte unter und zwischen den Füssen durch, versetzte einmal diese, dann die andere Hintermannschaft in Panik (aber vor allem unsere), prallte von allen möglichen Körperteilen und Köpfen ab, widersetzte sich gut gemeinten Annäherungsversuchen, drang unmotiviert in die Höhe oder wurde plötzlich schnell und gemein, machte kurioserweise sogar Kerzen (darum Kerzenmärtel), sprang einem sogar ins Gesicht und schamlos an andere kritische Zonen und suchte sich neue Opfer auf den Nachbarsplätzen, auf der Hauptstrasse oder in der Limmat; er war nicht zu zähmen.» *Hanspeter Mösch, ehemaliger Torhüter beim FC Uitikon, blickt zurück auf eine Partie im Gründungsjahr.

Mit Damenhandschuhen zum Match «Ein Freundschaftsspiel wars. Es war wahrscheinlich das erste Spiel überhaupt vom FCU sowie von mir. Es war einer jener typischen nebligen Morgen, unangenehm früh, an denen dieses Ritual so oft zelebriert wird. Es war auf den alten Plätzen bei Zürich-Mülligen, wo heute das neue Postgebäude steht, und es war eindeutig vor dem legendären ersten Meisterschaftsspiel in Niederweningen, wo wir anschliessend sicher zahlreiche Bierchen zu uns nahmen, wir mit den Trainern noch per Du waren und sowieso noch alles besser war und überhaupt: Das war 1976, also vor 40 Jahren. Ich stand im Tor, zufällig, mit geborgten Damenhandschuhen des Trainers Freundin (Monique). Ich wusste damals noch nicht, dass dies für einige Jahre so bleiben würde. Zugegeben, später waren es zum Teil auch Gärtnerhandschuhe. Wie bei diesem Spiel auch in der heutigen Zeit noch üblich, spielte der Ball den 22 Beteiligten die übelsten Streiche, rutschte unter und zwischen den Füssen durch, versetzte einmal diese, dann die andere Hintermannschaft in Panik (aber vor allem unsere), prallte von allen möglichen Körperteilen und Köpfen ab, widersetzte sich gut gemeinten Annäherungsversuchen, drang unmotiviert in die Höhe oder wurde plötzlich schnell und gemein, machte kurioserweise sogar Kerzen (darum Kerzenmärtel), sprang einem sogar ins Gesicht und schamlos an andere kritische Zonen und suchte sich neue Opfer auf den Nachbarsplätzen, auf der Hauptstrasse oder in der Limmat; er war nicht zu zähmen.» *Hanspeter Mösch, ehemaliger Torhüter beim FC Uitikon, blickt zurück auf eine Partie im Gründungsjahr.

Zur Verfügung gestellt

Neben einem Plausch- und Juniorenturnier steht an diesem Wochenende auch ein Blitzturnier auf dem Programm. Dort trifft ein Team bestehend aus ehemaligen Super-League-Akteuren auf die Altstars des FC Uitikon sowie die Sponsorenmannschaft. Mit von der Partie ist unter anderem Dario Galbarini, der seine Schuhe einst für den FC Schaffhausen schnürte. Der Stürmer sorgt für das ein oder andere Tor auf dem Sürenloh. «Es ist mir wichtig, mich fit zu halten», sagt der Argentinier, der in der Saison 1993/94 dem Club Deportivo Saprissa in Costa Rica mit seinem Tor zum Meistertitel verhalf. «Ein Tor ist immer schön, aber es braucht ja das ganze Team, damit dies gelingen kann», meint er nach dem Spiel. Ebenfalls auf dem Feld steht Roger Kundert, der als Sponsor für den FC Uitikon fungiert und in den 1980er das Trikot des FC Zürich trug.

Hoffen auf mehr Nachwuchs

Genau beobachtet werden die ehemaligen Stars vom Nachwuchs. «Ich bin ein sehr guter Verteidiger», sagt der siebenjährige Ian. Er wohnt in Uitikon und trainiert zwei Mal wöchentlich bei den F-Junioren des FCU. Durch den neuen Platz erhofft man sich im Verein auch einen Aufschwung im Juniorenbereich. «Die Grundlage ist nun da, um den Fussball im Dorf weiter zu fördern», sagt Castiglioni. «Es wäre schön, wenn auch aus der Umgebung noch mehr Kinder auf dem neuen Sportplatz trainieren würden.»

Ende September oder Anfang Oktober sollte der zusätzliche Fussballplatz endgültig bereit sein. Angesichts dieser Aussichten spielt es keine Rolle, dass die Altstars des FC Uitikon mit dem OK-Präsident Sergio Pulitano gegen die Superleague Allstars mit 4:1 weggefegt werden. Als Sieger dürfen sich an diesem Wochenende alle fühlen.

Präsident ist, wer den König hat

Der Schilten König war es, der Martin Paul Knus zum ersten Präsidenten des Fussballclubs Uitikon machte. Es war das Jahr 1976, und der frisch gegründete Verein suchte einen Präsidenten. Die Gründungsmitglieder einigten sich darauf, dieses Amt mit jener Person zu besetzen, die beim Jassen die höchste Karte abhebt. So kam Knus – oder Kerzenmärtel, so sein Spitzname – in die Kränze, wie dem Jubiläumsmagazin anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Clubs zu entnehmen ist.

Der Verein startete in der zweiten Stärkeklasse der vierten Liga und bestritt die Heimspiele auf dem Gelände des heutigen Massnahmenzentrums Uitikon. Nur knapp verfügte der dortige Platz über die erforderliche Grösse von 45 auf 90 Metern, wie der zweite Vereinspräsident, Bobby Arnold im Magazin schreibt. Praktisch unmittelbar ausserhalb des Strafraums habe sich die seitliche Out-Linie befunden. «Dies hat dazu geführt, dass wir als ein sehr heimstarkes Team galten», so Arnold weiter.

Aus sportlicher Sicht war der Verein nicht immer erfolgsverwöhnt. Zwei Saisons in der dritten Liga Anfang der 1990er Jahre werden den Uitikern als grösste sportliche Erfolge in Erinnerung bleiben. Es folgte wieder beinahe ein Jahrzehnt in der vierten Liga, woraufhin die Mannschaft Anfang der Nullerjahre in die fünfte Liga abstieg. Ein neuerlicher Abstieg erfolge im Jahr 2009, auf den der Verein unbekümmert reagierte. Im damaligen Turniermagazin wurde ein verschwommenes Mannschaftsfoto veröffentlicht – aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, wie es hiess.

Hitzfeld beehrt Uitikon

Eine Sternstunde, die in die Annalen des inzwischen aus 13 verschiedenen Teams bestehenden Vereins eingehen werde, wie es in der Jubiläumsschrift heisst, ereignete sich im Jahr 2013. Wie ein Popstar wurde der damalige Trainer der Nationalmannschaft, Ottmar Hitzfeld, im Sürenloh empfangen. Unter 1900 Teilnehmern hatten die Uitiker Junioren ein Training mit Hitzfeld gewonnen. Für den Fussballstar war es eine Rückkehr. Denn während seiner Zeit als Trainer des Grasshopper Clubs wohnte er laut eigenen Angaben nur einen Steinwurf vom Sürenloh entfernt. Für den Hitzfeld wurden also Erinnerungen an früher wach. Der Knatsch rund um das neue Kunstrasenfeld hielt Uitikon zur selben Zeit in Atem.

Dass die zwei grössten Vereine der Gemeinde, der FCU und der Tennisclub, eine zufriedenstellende Lösung finden würden, daran glaubten wohl die wenigsten. So scheiterte eine Vorlage zur Erweiterung der Fussballanlage Sürenloh im 2013 an der Urne. Dies, weil sich der Tennisclub, bei dem ebenfalls Platzknappheit herrscht, dagegen wehrte. Die Erstellung einer Halle sah er aufgrund des neuen Fussballfeldes in Gefahr. Erst die Initiative von Edi Cincera, die den Kunstrasen sowie Kabinenprovisorien forderte, brachte den Ausbau voran: In der Folge unterzeichneten die beiden Vereine eine Absichtserklärung, worin der FCU dem TCU das Land des heutigen Klubhauses zur Verfügung stellt, sollte dieser dereinst eine Halle erstellen wollen. Im März 2015 sprach sich eine Zweidrittelmehrheit der Stimmberechtigten für den Kredit aus.

Castiglioni steht zur Verfügung

Nun tritt der Mann ab, der den FCU durch die turbulenten Zeiten zum neuen Kunstrasenplatz führte. Daniel Wallner sagt auf Anfrage, dass ihm diese Zeit gezeigt habe, wie wichtig ehrenamtliches Engagement in der heutigen Gesellschaft sei. Seine Nachfolge – es ist nicht bekannt, ob der Schilten König dabei im Spiel war – ist erstmals in der Vereinsgeschichte eine Frau. An der Generalversammlung von Ende September wird voraussichtlich Kristina Castiglioni zur höchsten Uitikerin in Sachen Fussball gewählt. (aru)