Dietikon
Nicht mehr Geld für Jugendförderung – 50000 Franken für Vereine muss genug sein

Die Stadt Dietikon zahlt Vereinen jährlich 50000 Franken. Der Betrag wird in absehbarer Zeit nicht steigen.

Sandro Zimmerli
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Von den rund 150 Dietiker Vereinen sind 45 Sportvereine. 25 von ihnen führen eine Juniorenabteilung. Archiv/Alexander Wagner

Von den rund 150 Dietiker Vereinen sind 45 Sportvereine. 25 von ihnen führen eine Juniorenabteilung. Archiv/Alexander Wagner

Obschon der Dietiker Stadtrat es sinnvoll findet, dass Kinder und Jugendliche in Vereinen sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen und dies auch gefördert werden soll, lässt es die angespannte Finanzlage der Stadt derzeit nicht zu, weiterführende Unterstützungsbeiträge auszurichten.

Das schreibt die Exekutive in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Gemeinderat Ernst Joss (AL).

Dieser wollte unter anderem wissen, wie gross die finanzielle Belastung für die Eltern sei, wenn eines oder mehrere Kinder ein Musikinstrument spielen lernten oder in einem Sportclub mitmachten. Zudem interessierte ihn, welche Unterstützungsmöglichkeit für Kinder aus Familien mit kleinem Einkommen besteht.

Vereine zeigen sich kulant

Gemäss Antwort des Stadtrates führen 25 der 45 Sportvereine in Dietikon eine Juniorenabteilung.

Um den Vorstoss zu beantworten, habe man bei zehn von ihnen sowie bei der Musikschule eine Erhebung durchgeführt. Zudem würden sich die Aussagen nicht auf Familien beziehen, die von der Sozialhilfe unterstützt werden, denn bei ausgewiesener Bedürftigkeit würden die Aufwendungen für eine sinnvolle Freizeitbetätigung der Kinder über eine Sozialhilfepauschale oder bei höheren Beiträgen über externe Stiftungen finanziert.

Die Erhebung des Stadtrates hat ergeben, dass die Jahresbeiträge stark variieren. Sie reichen von 60 Franken bis hin zu 300 Franken. «Für Sportausrüstungen, die Teilnahme an Juniorenlagern oder den Meisterschaftsbetrieb muss je nach Sportart mit Gesamtaufwendungen von bis zu 750 Franken gerechnet werden», schreibt der Stadtrat.

Einzelne Vereine böten einen Geschwisterrabatt an. Die Musikschule biete für Kinder und Jugendliche Musikunterricht zwischen 250 Franken und 1000 Franken pro Semester an. Bei Familien mit mehreren Kindern würden Rabatte von bis zu 15 Prozent gewährt.

Zudem, so der Stadtrat weiter, verfolge die Musikschule das Ziel, dass keinem lernwilligen Kind der Musikunterricht aus finanziellen Gründen verwehrt werde. «Abgestuft nach Steuerzahlen der Eltern können Rabatte von bis zu 30 Prozent gewährt werden. In besonderen Fällen können auf Antrag der Eltern von der Musikschule weitergehende Reduktionen bis hin zum Erlass bewilligt werden», heisst es in der Antwort weiter. Auch alle angeschriebenen Sportvereine zeigten sich auf Anfrage der Eltern äussert kulant für Beitragsreduktionen.

Eine Änderung, beziehungsweise Vergünstigung der Schulgelder ist in absehbarer Zeit laut Stadtrat jedoch nicht zu erwarten. Gemäss Musikschulverordnung des Kantons Zürich dürfen die Beiträge der Eltern 50 Prozent der anrechenbaren Betriebskosten der Musikschulen nicht übersteigen. Weitere höchstens 50 Prozent der anrechenbaren Kosten, vermindert um den Beitrag des Staates, sind von der Gemeinde zu tragen. Im Jahre 2015 habe die Stadt Dietikon ein Betriebsdefizit von rund 389 000 Franken übernommen, so der Stadtrat. Rund 50 000 Franken entrichte die Stadt jährlich an verschiedene Sportvereine, die vorwiegend Kinder und Jugendliche förderten und erhöhte Betriebs- und Unterhaltskosten aufweisen würden.

Hohe Kosten schrecken ab

Darüber, ob Kinder und Jugendliche in ihrem Verein aus finanziellen Gründen nicht mitmachen dürfen, hätten die Klubs keine Kenntnisse, schreibt der Stadtrat. Beim Erlernen eines Musikinstrumentes sei es so, dass die vergleichsweise hohen Kosten abschrecken und sich Eltern gar nicht bei der Musikschule melden. «Wer sich trotzdem meldet und seine eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten bekannt gibt, kann von diversen Vergünstigungen profitieren. Zudem führt die Musikschule ein kleines Angebot an Mietins-trumenten, die zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen.»