Die Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich lädt am 10. November zum alljährlichen «Tag der offenen Moscheen» ein. Viele Glaubenszentren sehen dieses Jahr aber von einer Teilnahme ab. Nur 15 von 40 islamischen Zentren machen mit. Der Grund: Die Bevölkerung zeigt kaum Interesse an dieser Form des Austauschs. Die Islamische Gemeinschaft in Dietikon beteiligt sich deshalb nicht an der Aktion. In Schlieren entschied man sich hingegen, wieder einen Tag der offenen Tür zu organisieren.

«Wir haben letztes Jahr schon nicht mehr am ‹Tag der offenen Moscheen› teilgenommen» erklärt Cengiz Yükseldi, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Dietikon. Vor drei Jahren habe man für diesen Anlass extra die jugendlichen Muslime der Gemeinde aufgeboten und Speisen für die Besucher zubereitet. «Wir warteten den ganzen Tag, aber es kam kein einziger Mensch», so Yükseldi. Natürlich seien alle Beteiligten enttäuscht gewesen. Wenn er wüsste, dass 20 oder 30 Leute in die Moschee kommen würden, dann würde er jederzeit gerne einen Tag der offenen Türen organisieren, erklärt er.

Andere Begegnungsorte bestehen

Das Fernbleiben der Bevölkerung erklärt er sich dadurch, dass viele bereits bei anderen Gelegenheiten eine Moschee von innen gesehen haben. In Dietikon gäbe es glücklicherweise auch andere Formen des Austauschs mit den nichtmuslimischen Stadtbewohnern. «Wir waren am Herbstmarkt präsent und auch dieses Jahr findet im November wieder ein Podiumsgespräch unter dem Titel Dialog Christentum-Islam statt», sagt Yükseldi. Ausserdem geschehe es immer wieder, dass Christen, wenn sie eine Frage bezüglich des Islams hätten, von sich aus auf ihn zukommen würden.

Auf mehr Anklang stösst der Besuchstag in der Moschee offenbar in Schlieren. Das Islamisch Bosnische Zentrum öffnet seine Türen auch dieses Jahr für Nichtmuslime. Muris Begovic, der stellvertretende Imam, sagt, man habe in den letzten Jahren immer genügend Besucher auf den Führungen durch das Glaubenszentrum gehabt. Den Grund dafür sieht er in der engen Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchgemeinden: «Sie informierten ihre Mitglieder über den Tag der offenen Moscheen, und viele Besucher erfahren auf diesem Weg davon», so Begovic. Ebenso spiele die Kooperation mit den Schlieremer Schulen eine Rolle. Viermal im Jahr finden Projektnachmittage statt, an denen Schüler alle drei Gotteshäuser der Stadt besuchen. «Ich kann mir vorstellen, dass einige Kinder danach nach Hause gehen und ihren Eltern davon erzählen. Dann wollen auch die Erwachsenen sehen, wie es in einer Moschee zu und her geht», erklärt er.

Die Türen des Islamisch Bosnischen Zentrums Schlieren stehen den Besuchern am 10. November von 14 bis 18 Uhr offen. Führungen finden immer zur vollen Stunde statt: Islamisch Bosnisches Zentrum, Grabenstrasse 7, 8952 Schlieren.