Bisher war der zuständige Gärtner für einen solchen Mangel ein Jahr lang verantwortlich und in dieser Zeit dazu verpflichtet, den Schaden auf sich zu nehmen. Doch jetzt gibt es ein neues Gesetz, das die Meinungen der Limmattaler Gärtner spaltet.

Seit dem 1. Januar dieses Jahres fallen die Gestaltung und Bepflanzung von Gärten und weitere handwerkliche Arbeiten in eine längere Garantiefrist von fünf Jahren. Wird nun beispielsweise nach fünf Jahren ein Mangel an einem Rasen beanstandet, muss der Gärtner für den Schaden aufkommen. Auch wenn der Kunde den Rasen über Jahre hinweg selbst gepflegt hat und der Gärtner kein Wissen darüber hat, wie gut die Fläche tatsächlich versorgt wurde.

Mängel kaum mehr nachweisbar


Urs Ungricht des Gartenbauunternehmens A. Ungricht Söhne in Dietikon bezweifelt, dass es möglich ist, auftretende Mängel an wachsenden Pflanzen tatsächlich nachzuweisen. «Wer weiss nun, auf welchen Zeitpunkt ein Mangel zurückzuführen ist?» Niemand könne nach fünf Jahren mehr sagen, wann dieser entstanden sei, da Pflanzen stetig wachsen. Momentan sei es aber noch schwierig zu sagen, was sich durch das Gesetz tatsächlich ändern werde. Ungricht sagt: «Wir alle sind mit der Gesetzesänderung alle überrascht worden.» Sein Gartenbauunternehmen warte jetzt auf die offizielle Stellungnahme des Verbandes Jardin Suisse.

Dass er die fünfjährige Garantie sinnlos finde, sagte Manuel Eichenberger, Aargauer Präsident des Verbands Jardin Suisse diese Woche gegenüber der «Nordwestschweiz» bereits. Es herrsche eine Diskrepanz zwischen der einjährigen Garantiefrist, die Jardin Suisse von ihren Verkäufern für die Produkte erhalten und der fünfjährigen, die dann bei ihren eigenen Kunden gelten.

Gärtner sind sich nicht einig


Diese fünf Jahre Garantiefrist für Gartenarbeiten findet Gärtner Bruno Preite aus Dietikon «gar viel». Um die Gesetzesänderung einhalten zu können, sieht er nur eine Lösung: «Die Arbeit muss dem Kunden von Anfang an teurer verrechnet werden.» Der Boden lebe und bewege sich ständig, daher sei diese Frist nicht tragbar, sagt er. «Die Natur verändert sich - man muss mit Mängeln rechnen.» Dieser Meinung ist auch Nelly Wälti, die zusammen mit ihrem Mann René Wälti ein kleines Gartenbauunternehmen in Oetwil betreibt: «Der Garten ist ein Naturprodukt. Wie lange eine Rasenfläche oder eine Pflanze hält, hängt sehr von der Pflege des Kunden ab.» Sie und ihr Mann hätten immer mehr Garantie als ein Jahr gegeben, aber irgendwo müsse es auch eine Grenze geben.

Kein Problem hingegen sieht Gärtner Peter Hugentobler aus Urdorf in der Gesetzesänderung. «Gärtner haben bis jetzt immer sehr freie Hand gehabt. Daher ist die verlängerte Frist richtig.» Es sei schliesslich im Interesse der Firma, qualitativ gute Arbeit zu leisten. Nur so könne die Kundschaft beibehalten werden. Ein weiterer Befürworter der fünfjährigen Garantie auf Gärtnerarbeiten ist Patrick Bader des Unternehmens Bader Garten in Dietikon. «Ich lege viel Wert auf Qualität», sagt Bader. «Wenn man richtig arbeitet, bleiben die Arbeiten auch fünf Jahre erhalten und nicht nur eines.»