Dietikon
Nicht alle freuen sich über den neuen Schuhladen in Dietikon

Löwenzentrum, Chicorée-Shoes: Mehrere Frauen shoppen sich durch das Schuhangebot. Im Hintergrund hämmert elektronische Musik. Nicht einmal eine ältere Dame scheint sich daran zu stören. Auch sie nimmt einen Augenschein im Laden.

Sarah Serafini
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Filialleiterin Desirée Davi hat viel zu tun im neu eröffneten Chicorée-Shoes in Dietikon. SAR

Filialleiterin Desirée Davi hat viel zu tun im neu eröffneten Chicorée-Shoes in Dietikon. SAR

Filialleiterin Desirée Davi lächelt hinter dem Verkaufstresen. Eine Woche nach der Eröffnung der ersten Schuhfiliale der Dietiker Billigkleiderlinie Chicorée zieht Davi eine positive Bilanz: «Wir wurden überrannt.»

Sonia Rapaglia steht zwischen den Regalen und berät ihre Nichte bei der Farbwahl ihrer Schuhe. «Ich bin zum ersten Mal hier. Normalerweise kaufe ich meine Schuhe immer in Italien. Da ich gesehen habe, dass der Laden neu ist, wollte ich kurz reinschauen.» Auch Bea Angst ist zufällig hier. Eigentlich wollte sie nur kurz in die Migros einkaufen gehen, ist dann aber im Chicorée-Shoes hängen geblieben. Sie sagt: «Sonst kaufe ich immer im Vögele oder Dosenbach ein. Aber das Angebot hier ist gut. Ich werde den Laden in Zukunft im Auge behalten.»

Zentralstrasse 12, Dosenbach: Nur das leise Summen eines Staubsaugers ist zu hören. Eine Verkäuferin putzt sich durch die leeren Gänge der Schuhfiliale. Ob die Kunden wegen der Neueröffnung der Konkurrenz auf der anderen Strassenseite ausbleiben? Die Geschäftsstellen von Dosenbach wollen dazu keine Stellung nehmen. Klar ist aber, dass die Dietiker Dosenbach-Filialen mit Chicorée-Shoes einen ernst zu nehmenden Rivalen bekommen haben.

Schuhe für 20 bis 60 Franken

Keine Sorgen macht sich Thomas Tiefenbacher. Er ist Unternehmensleiter der Tiefenbacher Schuhe. Eine seiner Filialen steht nicht weit weg vom Löwenzentrum, an der Zürcherstrasse 33. Er sagt: «Wir sind in einem ganz anderen Bereich tätig als Chicorée-Shoes. Mit unseren modischen, hochwertigen Markenschuhen sprechen wir ein anderes Zielpublikum an.» Chicorée-Shoes verkauft Schuhe, die zwischen 20 und 60 Franken kosten. Der Geschäftsführer der Modekette, Pascal Weber, möchte so vor allem junge Frauen mit einem kleineren Budget ansprechen.

Demselben Ziel verpflichtet sind in Dietikon bereits drei Filialen von Dosenbach und der Bingo-Shoe-Discount. Eine Filiale von Vögele steht im benachbarten Schlieren. Hat es der Händler auf andere Mitbewerber abgesehen? Pascal Weber sagt, dass Chicorée-Shoes noch einen Tick modischer seien, als die herkömmlichen Schuhe. «Somit glaube ich, eine Marktnische im hart umkämpften Schuhgeschäft gefunden zu haben. Mit unseren kurzen Lieferzeiten können wir schnell auf aktuelle Modetrends reagieren.»

Zu wenig gute Produkte

Dass es in Dietikon von Läden im Tiefpreissegment nur so wimmelt, findet Thomas Tiefenbacher schade. «Immer mehr Läden, die gute Produkte anbieten, wandern ab. Inzwischen ist das Angebot an Discountern in Dietikon zu gross», sagt er.

Anderer Meinung ist Elio Frapolli. Als Präsident der Vereinigung Zentrum Dietikon begrüsst er die Eröffnung von Chicorée-Shoes im Löwenzentrum. «Ein international bekannter Laden zieht die Leute ins Zentrum. Für die Zentrumsbelebung ist das gut», sagt Frapolli. Ob Dietikon einen weiteren Schuhladen dieser Sorte verträgt, wird sich nun zeigen.