Limmattal

Nicht alle Apotheken wollen Bewilligung zur Grippeimpfung

Auch Apotheker dürfen impfen. Archiv

Auch Apotheker dürfen impfen. Archiv

Limmattal: In drei Betrieben der Region kann man sich bereits gegen Grippe impfen. Nicht alle Apotheken wollen diesen Service anbieten.

Seit Anfang September dürfen Apotheker im Kanton Zürich Kunden ohne Arztrezept gegen Grippe impfen. Allerdings nur, wenn sie eine entsprechende Ausbildung genossen und von der kantonalen Heilmittelkontrolle eine Bewilligung erhalten haben. Im Kanton Zürich wurden bereits 24 Apothekerinnen und Apotheker autorisiert – drei davon im Bezirk Dietikon. Sie dürfen nun in der jeweiligen Apotheke («City» Dietikon, «Coop Vitality» Dietikon und «Dropa» Urdorf) Kunden für die kommende Saison gegen Grippe spritzen. Ein weiteres Gesuch um eine Impfbewilligung für einen Apotheker der Amavita-Filiale in Dietikon ist noch hängig, wie Reto Locher von der Heilmittelkontrolle auf Anfrage erklärt. Eine Umfrage bei den anderen Apothekern der Region zeigt aber: Nicht alle wollen eine Bewilligung beantragen.

Nachfrage im Dorf reicht nicht

Für ihn stimme Aufwand und Ertrag nicht, sagt etwa André Rochat, der die Apotheke in Geroldswil betreibt. Die Kurse der Pharmasuisse, die dafür besucht werden müssen, seien teuer. Und auch der Impfstoff selbst koste einiges. «Da muss man auf eine grosse Anzahl Impfungen kommen, dass es sich rechnet», sagt Rochat. Die Nachfrage im Dorf reiche dafür nicht aus.

Noch keine Impfbewilligung beantragt hat bisher das Ehepaar Frisullo, das in Schlieren zwei Apotheken im Lilienzentrum und im Parkside betreibt. Die Apotheke beim Wüerizentrum in Birmensdorf und die Dietiker Löwen-Apotheke wollen ihren Kunden die Impfung zwar bald anbieten, wie auf Anfrage zu erfahren ist. Doch fehlt ihnen dazu noch die Erlaubnis des Kantons. Thomas Dössegger, der Verwalter der Löwen-Apotheke, verfügt aber bereits über das nötige Fähigkeitszeugnis. Die Geschäftsleitung der Amavita-Filiale in Oberengstringen war gestern nicht zu erreichen.

Viele der befragten Apotheker bestätigen André Rochats Aussage, dass die Grippeimpfung nicht sehr lukrativ sei. Dennoch hat sich die Mehrheit von ihnen dafür entschieden, eine Bewilligung einzuholen. Johnny Schuler, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Dr. Bähler Dropa AG, die im Urdorfer Spitzacker eine Apotheke betreibt, sagt dazu: «Es stimmt. Die Kosten für Ausbildung und Impfstoff sind relativ hoch. Doch das Angebot ist eine wichtige Dienstleistung für die Patienten.» Denn im Gegensatz zum Hausarzt müssten sie in der Apotheke für die Impfung nicht extra einen Termin vereinbaren.(fni)

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