Hunderte neue und moderne Wohnungen sind in den letzten Jahren in Dietikon und Schlieren entstanden. Die Exekutiven begrüssten und förderten diese Entwicklung, um dem grossen Bestand an veralteten, kleinen Wohnungen entgegenzuwirken. Ihre Hoffnung: Moderne und auch familienfreundliche Wohnungen ziehen besser verdienende Personen an, die mit ihren Steuerabgaben die klammen Stadtkassen füllen.

Gut verdienende Zuzüger

Weil im letzten Jahrzehnt vermehrt hoch qualifizierte, gut verdienende Personen aus dem Ausland in den Kanton Zürich gezogen sind, nahm der Wohnungsbau im Limmattal Ausmasse an, wie seit einem halben Jahrhundert nicht mehr. Gute Voraussetzungen, dass sich die Erwartungen für die Stadträte von Dietikon und Schlieren erfüllen?

Nein. Das statistische Amt des Kantons Zürich hat analysiert, dass die finanzielle Stabilität einer Gemeinde nicht von der Zuwanderung abhängt. So habe diese seit der Jahrtausendwende generell abgenommen, und zwar in Gemeinden mit einer hohen wie solchen mit einer tiefen Zuwanderung. Und obwohl die Zugewanderten vermehrt gut bezahlte Stellen inne hätten und somit überdurchschnittlich zum Steueraufkommen beitragen würden, bringe dies den Gemeinden nichts.

Das statistische Amt führt als Ursache den Ausbau der Infrastruktur an, der durch die Zuwanderung notwendig wird. Damit wird bestätigt, was Skeptiker der Bauentwicklung in den letzten Jahren immer wieder befürchteten.

Das lässt sich in Dietikon und Schlieren konkret beobachten. Zwar steigen die Budgets der Städte kontinuierlich an, den Stadtkassen bekommt dies aber nicht in gleichem Ausmass. In beiden Städten wird aktuell zum Beispiel ein neues Schulhaus in den neuen Stadtquartieren benötigt, was in beiden Fällen Millionenkosten verursacht. Dies unabhängig davon, ob der Schulraum wie in Schlieren von der Stadt selbst gebaut wird, oder ob die Stadt ihn zu mieten beabsichtigt wie in Dietikon. (jk)