Neun Tonnen schwer, 28 Meter lang, zwei Meter breit. Die 123 Jahre alte Fachwerkbrücke kehrte nach nach einer viermonatigen Ruhepause zurück zur Reppisch-Mündung in Dietikon. Die Stahlkonstruktion über dem Unterwasserkanal wurde von der Denkmalpflege als «denkmalpflegerisch wertvoll» eingestuft.

Nach einer umfassenden Sanierung und Reparatur in Jona und Kriens wurde sie nun gestern Morgen im Auftrag der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) vor den Augen von Passanten und Bauarbeitern wieder eingesetzt.

«Eine fliegende Brücke sieht man nicht jeden Tag», sagte Christa Glauser, Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins Dietikon. Doch bis die mehrere Tonnen schwere Brücke in der Luft hing, musste der lange Lastwagen auf dem schmalen Kiesweg am Unterwasserkanal stationiert werden. Die Arbeit mit den schweren Bauteilen verlangte millimetergenaue Präzision, volle Aufmerksamkeit und Geduld. Die Drahtseile, der Kran, die schwebende Brücke: Alles musste langsam bewegt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Schliesslich landeten die neun Tonnen Stahl sanft auf faustgrossen Holz-Platten. Diese werden in den nächsten Tagen durch Neoprenlager ersetzt. Darauf kann sich die Konstruktion im Sommer ausdehnen und Winter zusammenziehen. Befestigt wird sie darum nur auf einer Seite und erst in zwei Wochen.

Die Bauarbeiten an der Grien-Insel sind Teil der verschiedenen Ausgleichsmassnahmen, die EKZ im Zuge der Neukonzessionierung des Wasserkraftwerks vornehmen müssen, damit sie das Limmatwasser weitere 60 Jahre für die Stromproduktion nutzen dürfen. Budgetiert sind für das gesamte Projekt 37 Millionen Franken. Da die Brücke zur Hälfte dem Kanton Zürich, und zur anderen den Elektrizitätswerken gehört, werden die Kosten für die Brückeninstandsetzung gemeinsam getragen.

Neuer Holzsteg kommt 2019

In der Reppisch-Mündung soll in zwei Wochen ein Holzsteg die Grien-Insel mit der Fachwerkbrücke verbinden. «Der Spitz der Grien-Insel wird bis dahin entfernt werden, die Betonkanzel wird von Gewässer umgeben sein», sagt EKZ-Sprecherin Annette Hirschberg. Mitte Dezember sollten die Arbeiten rund um die Reppisch-Mündung fertig sein.

Passanten können in Zukunft aus Beobachtungsstellen die EKZ-Insel zwar bestaunen, sollen diese aber auf der Limmatseite nicht betreten können. Der Kanalweg bleibt offen. «Das Naturschutzgebiet wird somit ruhiger für die Vögel, Insekten und Fledermäuse», sagt Hirschberg. Sie betont zudem, wie wichtig die neuen Flachwasserzonen für die Fische sind.

Auch Naturschützerin Glauser freut das Projekt: «Dass an den beiden Ufern der Limmat ein störungsfreier Abschnitt Naturschutzgebiet geschaffen wird, ist einzigartig.» Von der Neugestaltung profitieren vor allem Fledermäuse und Fische, die die Ruhe, Schatten und kalte Gewässer besonders schätzen.