Dietikon

Neujahrskonzert mit Schaumwein — die knapp 1000 Besucher zeigten sich begeistert

Die Italienerinnen zeigten unter der Leitung von Andrea Albertini ein spannendes Programm.

Die Italienerinnen zeigten unter der Leitung von Andrea Albertini ein spannendes Programm.

Das traditionelle Konzert in der Dietiker Stadthalle wartete mit zwei Neuerungen auf. Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) ging, nachdem er den knapp 1000 Anwesenden im Namen des Stadtrates «ein glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes 2020» gewünscht hatte, auf das angesichts der vielen Bagger aktuelle Thema «Veränderungen» ein.

Trotz zweier Neuerungen – eigentlich war es gestern wie immer am Bertcholdstag in der Dietiker Stadthalle: Im vollen Saal klirrten überall die Gläser, wobei immer dieselben Satzfetzen in der Luft hingen. «E guets Nois!», «seit Ihr gut gerutscht?» und «Prost, alles Gute!» Wie viele Hände er jetzt geschüttelt habe, wisse er nicht, meinte CVP-Gemeinderat Gabriele Olivieri lachend. Es dürften hundert gewesen sein, mindestens. «Das ist das Schöne an diesem Anlass», sagte Olivieri. «Halb Dietikon ist da, um ein gutes, frohes neues Jahr zu wünschen.» Das sei eine sehr schöne Tradition.

Wie immer hatte die Stadt zu einem Neujahrskonzert mit Ansprache und Apéro geladen. Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) ging, nachdem er den knapp 1000 Anwesenden im Namen des Stadtrates «ein glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes 2020» gewünscht hatte, auf das angesichts der vielen Bagger aktuelle Thema «Veränderungen» ein. An Baulärm, Staub und anderen Unannehmlichkeiten habe niemand Freude, sagte der Stadtpräsident. Und dass die Veränderungen, die derzeit in der Region und in Dietikon im Gange sind, auch Besorgnis oder gar Ängste auslösen könnten, sei verständlich. Doch ein solcher Wandel lasse sich weder von einer Einzelperson noch von der Gesellschaft aufhalten, sagte Bachmann. «Wir sollten unsere Zeit und Energie nicht drauf verschwenden, in der Veränderung nur das Negative zu sehen und sie hinauszögern zu wollen.» Statt passiv zu bleiben und am Ende nur mit Verspätung reagieren zu können, sollte man lieber aktiv agieren.

Als Beispiel verwies Bachmann auf das Studio Dietikon, beim dem sich die Einwohnerinnen und Einwohner, Vereine und Interessengruppen aktiv in die Stadtplanung einbringen konnten. «Ich kann Ihnen versichern, dass wir nicht nur reden, sondern auch konkrete Sachen umsetzen und realisieren wollen.» Auch künftig soll sich die ganze Stadt an solchen Diskussionen und am Leben in der Stadt beteiligen können: «Denn mit über 27000 Einwohnern und mehr als hundert Vereinen hat unsere Stadt ein fast unerschöpfliches Reservoir an verschiedenen Kompetenzen und Fertigkeiten, die wir unbedingt nutzen müssen.»

Eine Zusammenarbeit und ein neues Getränk

Eine Neuerung betraf die Organisation; die Stadt hatte das Programm nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit dem Verein Circolo Culturale Sandro Pertini auf die Beine gestellt. Stapi Bachmann hatte dies angeregt, nachdem er eine Veranstaltung des italienischen Vereins besucht hatte und von der Stimmung begeistert war.

Diese Zusammenarbeit zeigte sich am Donnerstag beim Programm; es spielte das italienische Streicherinnen-Ensemble Le Muse auf. Als Solistinnen traten zudem die Sopranistin Linda Campanella und die Sängerin Angelica Depaoli auf.

Die Italienerinnen zeigten unter der Leitung von Andrea Albertini ein spannendes Programm. Dieses beinhaltete im ersten Teil mehrere Walzer – unter anderem Johann Strauss’ «Wein, Weib und Gesang» und Nino Rotas «Il valzer del Gattopardo». Nach der Neujahrsansprache folgten Piero Reverberis «Fantasio Rondo Veneziano» mit Schlagzeug und E-Bass sowie eine kleine Hommage an Ennio Morricone, der die Filmmusik für verschiedene Spaghetti-Western komponiert hatte. Die Musikerinnen und Sängerinnen begeisterten das Publikum, wie sich nicht nur beim langen Schlussapplaus zeigte.

Die zweite Neuerung betraf den Apéro, der tradtitionellerweise von den Mitgliedern des Gemeindeparlamentes gereicht wird: Statt wie bis anhin nur über roten und weissen Stadtwein verfügt Dietikon neu auch über einen Stadtschaumwein, der vom Dietiker Weinberg in Weiningen stammt.

Gegen solche Veränderungen sei nichts einzuwenden, meinten mehrere Festbesucher im Gespräch. Zumal sie ja den Charakter des Anlasses nicht veränderten, sondern einfach weiterentwickelten. Ein anderer meinte deshalb, als er sein Glas Schaumwein in die Luft hielt: «Neuerungen? Es war wie immer – einfach schön.»

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