Urdorf
Neujahrskonzert des Collegium Musicum: Dieser 13-jährige Solist beeindruckte Urdorf

«Wien bleibt Wien» lautete das Motto des Neujahrskonzertes des Collegium Musicum Urdorf in der Neuen Reformierten Kirche.

Christian Murer
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«Wien bleibt Wien» hiess das diesjährige Motto des CMU Neujahrskonzertes mit dem Dirigenten Pascal Druey
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Neujahrskonzert Dietikon
Andreas Trachsel freut sich riesig, dem Solisten Raphael persönlich begegnet zu sein
Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer bei Mozarts Violinkonzert mit dem jugendlichen Solisten Raphael Nussbaumer
CMU Konzertmeisterin Jeaninne Brechbühler und Dirigent Pascal Druey
Das CMU Neujahrskonzert 2020 war praktisch ausverkauft
Die Cellistinnen Eva-Maria Burkard und Monica Fröhlich
Die Geigerinnen Ruth Biber und Gabriela Grimm
Die Harfenistin Selina Cuonz
Die stellvertretende Konzertmeisterin Ryoko Suguri und Silvan Meier spielen Geige
Die Trompeter Rico Felber, Roland Doldt und Posaunist Philip Powell
Dirigent Pascal Druey, Raphael Nussbaumer und Grossvater Franz Nussbaumer
Gemeinderat Andreas Herren (zweiter von rechts) stossen zum taufrischen Jahr an
Hornist Lorenz Raths
Hornstin Jennifer Aynilian-Druey
Markus Schaad an der Pauke
Raphael Nussbaumer, Grossvater Franz Nussbaumer und Gemeinderat Urs Rimensberger
Schlagzeugerin Esther Heller

«Wien bleibt Wien» hiess das diesjährige Motto des CMU Neujahrskonzertes mit dem Dirigenten Pascal Druey

Christian Murer

Im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrskonzertes des Collegium Musicum Urdorf (CMU) stand eindeutig das «Violinkonzert in G-Dur Nr. 3» von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem 13-jährigen Raphael Nussbaumer. Er spielt seit neun Jahren Geige und besucht im schwyzerischen Lachen mit Ballett-Tänzerinnen, Fussballern, Schwimmern, Skifahrern, Eishockeyanern die zweite Oberstufe der Talentschule. Er ist der einzige Musiker in der Klasse.

Mit wunderkindlicher Brillanz interpretierte Raphael Nussbaumer dieses mozärtliche G-Dur-Violinkonzert. Auch seine Zugabe «Etude-Caprice Nr. 2» des polnischen Komponisten Henryk Wieniawski spielte der 13-Jährige mit ausdrucksstarkem Spielvergnügen.

Dazu sagte Toni Blaser aus Urdorf: «Ich war von Raphael Nussbaumers Spiel tief berührt, denn es war nicht nur technisch hervorragend, sondern es kam aus der Seele.» Die Urdorferin Annamarie Zürcher doppelte nach: «Für mich war es ein grandioses Konzert, vor allem von Stücken, die man nicht immer hört. Den Solisten fand ich ganz grossartig.» Auch der ehemalige Urdorfer Gemeindepräsident Kurt Gutknecht sagte: «Das Spiel des jungen Geigers hat mich total fasziniert. Für mich war es das 25. Neujahrskonzert mit dem CMU. Wie jedes Jahr hat es mir auch diesmal sehr gut gefallen.» Und Karin Nigg betonte: «Der junge Solist spielte das Mozart-Violinkonzert wirklich fantastisch – einfach sensationell.»

Das Orchester eröffnete den beschwingten Abend mit festlichen Klängen der Ouvertüre «Die Verschworenen» von Franz Schubert und mit spritziger «Musik aus einem Ritterballett» von Ludwig van Beethoven. Auch hat das CMU die Erwartungen nach gängigen Neujahrsklängen, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, ­vollends erfüllt. Das Orchester glänzte dabei mit der ­«Express-Polka» von Johann Strauss, der «Straussiana» des Österreichers Erich Korngold und dem Programm die titelgebende Melodie «Wien bleibt Wien» von Johann Schrammel. Hervorragend besetzt zeigten die Streicher einmal mehr ihr ganzes Können und die Spielfreude. Aber auch die Holz- und Blechbläser sind mit hervorragenden Leistungen aufgefallen.

Sandra Rottensteiner

Sandra Rottensteiner

Christian Murer

Noch vor dem grandiosen Violinkonzert, das die 43 Musikerinnen und Musiker des CMU grossartig begleiteten, überbrachte Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) die Neujahrsgrüsse. Im Namen des Urdorfer Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung wünschte sie einen guten Einstieg ins neue Jahr. «Bei aller Geschäftigkeit haben wir verlernt, einfach mal zur Ruhe zu kommen. Es fällt uns viel ringer, immer gerade wieder etwas zu tun, als einfach still dazusitzen», sagte Rottensteiner. Beschäftigt sein tue zwar gut, lasse die Zeit schnell vergehen. Ganz bewusst Nichts-Tun helfe hingegen den Moment aufzunehmen und zu entschleunigen.