Dietikon
Neues Schulhaus kommt wohl im November vors Volk

Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum in Dietikon ist akut. Der Stadtrat will sich nun im Weidenhof im Limmatfeld einmieten. Der Bau eines neuen Schulhaus kommt aus Zeitgründen nicht infrage.

Dominic Kobelt
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Das Schulhaus Wolfsmatt muss ausgebaut werden, falls das Limmatfeld-Schulhaus abgelehnt würde.

Das Schulhaus Wolfsmatt muss ausgebaut werden, falls das Limmatfeld-Schulhaus abgelehnt würde.

Archiv/mu

Der Stadtrat plant ein neues Schulhaus im Limmatfeld. Er hat sich dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt im Weidenhof an der Heimstrasse einmietet. Wenn der Gemeinderat darüber befunden hat, ob er die Vorlage dem Souverän zur Annahme empfiehlt oder nicht, kommt sie vors Volk: «Voraussichtlich findet diese Abstimmung am 25.November statt», sagt Arno Graf von der Stadtkanzlei Dietikon.

Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum sei akut, sagt Jean-Pierre Balbiani, Präsident der Schulpflege Dietikon: «Ab 2015 brauchen wir neue Schulzimmer und Gruppenräume.» Besonders im Limmatfeld, wo viele neue Wohnungen entstanden und Familien zugezogen sind, ist der Bedarf an Schulzimmern gross. Falls der Entscheid zum Schulhaus Limmatfeld negativ ausfallen würde, wäre die Alternative wohl der Um- und Ausbau des Schulhauses Wolfsmatt. «Dann bräuchten wir aber während Jahren Provisorien, weil der Umbau mindestens bis 2017 dauern würde», sagt Balbiani. Hinzu kommt, dass das Schulhaus in der Wolfsmatt extrem gross würde. «Fast schon zu gross», meint er.

Mit der Schulraumplanung habe man bereits 2007 begonnen, sagt Balbiani. «Zwischenzeitlich rückten aber andere Dinge in den Vordergrund – 2011 hatten wir dann eine erste Analyse.» Diese gebe nicht nur Aufschluss über den Ist-Zustand, sondern erlaube auch eine Prognose. Zwölf Klassen sollen im Limmatfeld einmal unterrichtet werden. Platz für einen doppelten Kindergarten wird im Zypressenhof gemietet.

Bauen dauert zu lange

Wieso baut die Stadt nicht selber ein Schulhaus? «Der Bezugstermin 2015 wäre nicht realisierbar, wenn jetzt noch ein Schulhaus gebaut werden müsste», erklärt der Präsident der Schulpflege. In der Übergangsfrist müssten Provisorien aufgestellt werden. «Solche Container sind teuer. Dazu kämen die mutmasslichen Baukosten für ein Schulhaus – wenn man alles berücksichtigt, ist die Miet-Variante sogar günstiger.» Zudem sei es sinnvoll, wenn sich das neue Schulhaus an dem Ort befinde, wo auch der grösste Bevölkerungszuwachs stattfindet. Im Limmatfeld hat die Stadt aber keine Landreserven.

Schulsozialarbeit ist zwingend

Eine zweite Abstimmung steht bereits am 23.September an. Über die Schulsozialarbeit wurde zwar schon einmal abgestimmt: Im November 2009 sprachen sich 52 Prozent der Stimmenden gegen die definitive Einführung der Schulsozialarbeit aus. Anfang 2012 wurde aber das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz in Kraft gesetzt, das die Gemeinden verpflichtet, ein «bedarfsgerechtes Angebot» zu schaffen. Deshalb wird erneut abgestimmt. Die Schulpflege, der Stadtrat und der Gemeinderat schlagen 290 Stellenprozent vor.

Die Vorlage zur Schulsozialarbeit und die Vorlage zum Schulhaus Limmatfeld seien unabhängig voneinander zu sehen, sagt Balbiani: «Beides sind aber sehr wichtige Abstimmungen für die Schule Dietikon.»