Der Stadt Dietikon stehen grosse Veränderungen bevor, so etwa mit der Limmattalbahn. Das freut nicht alle. «Beim Thema Stadtentwicklung gibt es eine gewisse Skepsis, das zeigte nicht zuletzt der Abstimmungskampf um die Limmattalbahn», sagte Severin Lüthy vom Stadtplanungsamt gestern, als er dem Parlament das Projekt «Dialog Stadtentwicklung» vorstellte. Es könne nicht sein, dass die Entwicklung einfach so geschehe. Die Stadt müsse die Bevölkerung mit einbeziehen. Zwar tat sie dies schon bisher. Doch erzielten Anlässe wie der 2017 eingeführte Quartierspaziergang nicht die gewünschte Resonanz.

Darum soll der Einbezug der Bevölkerung nun in einem grösseren Rahmen angegangen werden. Es soll mehr Interesse geweckt werden – auch bei den Bevölkerungsteilen, die mit den bisherigen Methoden nicht erreicht wurden. «Es geht darum, Chancen aufzuzeigen und Ängste abzubauen», so Lüthy weiter.

Die Stadt hat daher fünf Büros, die auf Beteiligungsprozesse spezialisiert sind, um Hilfe angefragt. Sie haben ihre Offerten dem Stadtrat präsentiert, dessen Inputs aufgenommen und ihre Angebote weiterentwickelt. Ausgewählt wurden die Denkstatt GmbH und die Buser Kommunikation GmbH, beide aus Basel.

Sie wollen die Stadtentwicklung sichtbar machen und die Bevölkerung begeistern, wie Tabea Michaelis und Ben Pohl vom Büro Denkstatt gestern dem Gemeinderat erklärten. Es soll im Sinne einer «Dialog-Architektur» gearbeitet werden. Um die Planung erlebbar zu machen und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen anzusprechen, wird ein Ort der Begegnung geschaffen werden.

Um ihre Aufgabe zu erfüllen, haben sich Vertreter der «Denkstatt» bereits zwei Tage in Dietikon aufgehalten und sind durch die Stadt spaziert. Nun wollen sie herausfinden, wer die verschiedenen Anspruchsgruppen sind, welche Gruppen aktiviert werden sollen, wer die Schlüsselakteure sind und wo man wie in den ersten Kontakt kommt.

Fragen, die die Stadt bewegen

Dazu wird die «Denkstatt» mit einer mobilen Einheit namens «Studio Dietikon» ausschwärmen und die Leute in den Vereinen, Schulen und Restaurants besuchen, um ins Gespräch zu kommen. «Unser Ziel ist es, die Fragen zu finden, die die Stadt bewegen», sagte Pohl. Ein Wunschkonzert soll es aber nicht sein, denn es sollen keine falschen Hoffnungen geweckt werden.

Es werden auch Videos erstellt. Sie sollen im Frühling präsentiert werden, um weiter das Gespräch anzuregen. Für den Sommer sind Workshops geplant, um die Themen zu verdichten und sachbezogener zu arbeiten. Erkenntnisse aus dem Dialog könnten später etwa in den kommunalen Richtplan oder private Gestaltungspläne einfliessen.

Die Kosten für diesen neuen Weg, der mehr Beteiligung bringen soll, liegen bei rund 200 000 Franken, wie es auf eine entsprechende Frage von Charlotte Keller (SVP) hiess.