Als die römisch-katholische Kirchgemeinde Schlieren 1997 eine mittlerweile abgebrochene Liegenschaft an der Uitikonerstrasse 43 erwarb, gleich neben der Kirche, zählte sie noch einige Mitglieder weniger; der Schlieremer Boom ist seither auch in der katholischen Kirche spürbar geworden. Kirchenpflege-Präsident Hubert Zenklusen sprach an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom Mittwochabend von einer Verdoppelung der Zahl der Katholiken. Die Folge: Die Katholiken brauchen dringend neue Räume.

Ein Projekt dafür gibt es schon – eines, das offensichtlich nicht nur bei der Kirchenpflege, sondern auch bei den 33 Stimmberechtigten gut ankommt. Das „Ensemble“ des Zürcher Architekturbüros «Stöckli Grenacher Schäubli» - ein schlichtes und  kompaktes, dreigeschossiges Gebäude mit unterteilbarem Saal, Innenhof sowie Büro-, Gruppen- und Besprechungsräumen – erntete an diesem Abend viele lobende Worte. Einzig die Reduktion der Parkplätze wurde bemängelt; das Gebäude wird einen grossen Teil des Grunds beanspruchen, auf dem heute der geräumige Parkplatz steht. Zenklusen beschwichtigte: Die Reduktion werde bestimmt nicht dazu führen, dass jemandem der Gang in die Kirche erschwert wird.

Ein energischer Votant, der selbst nur wenig jünger als die erste, 1923 eingeweihte katholische Kirche in Schlieren sein dürfte, bemerkte zudem, dass die Informationen in den aufgelegten Akten eigentlich zu dürftig gewesen seien, um ein fundiertes Urteil zu fällen. Nichtsdestotrotz handle es sich um ein Projekt, das einen guten Eindruck mache, räumte er ein – der Antrag sei gutzuheissen.

Pfarrer Kurt Vogt betonte die Dringlichkeit, dem beantragten Projektierungskredit von 370‘000 Franken zuzustimmen. Man müsse vorwärts machen, um so bald wie möglich bauen zu können. “Es ist einfach ein gutes Projekt“, sagte er.

Die Stimmberechtigten genehmigten den Antrag grossmehrheitlich mit vereinzelten Enthaltungen, aber ohne Gegenstimme. Nun kann es an die Erarbeitung des Baukredits gehen. Wurde erst mit Kosten von rund 4,7 Millionen gerechnet, dürften es laut Liegenschaftenverwalter Peter Seifriz mittlerweile rund 5,2 Millionen sein. Die Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich habe dafür einen Beitrag von 5 Prozent in Aussicht gestellt, erklärte Marcel Barth, Geschäftsleitungsmitglied der Synode. Insgesamt ist also mit Kosten von rund 5 Millionen Franken zu rechnen. 

Wie sich die Kirche dies leisten kann, müsse man nun natürlich klären, sagte Jürg Brändli, der Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Auch über die Zukunft des Josefshüslis gegenüber der Kirche, das mit dem Neubau wohl nicht mehr gebraucht wird, müsse man bald diskutieren, sagte Hubert Zenklusen.

Weiter geht es in „sportlichem, aber hoffentlich machbarem Tempo“, wie es der zuständige Architekt Peter Stöckli nannte. Bereits an der nächsten Kirchgemeindeversammlung vom 24. Mai 2016 soll den Stimmberechtigten ein detaillierter Kostenvoranschlag präsentiert werden. Genehmigt die Gemeinde diesen, steht dem „Ensemble“ nichts mehr im Weg.