Ratternde Maschinen hat der Weininger Landwirt und Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) von Berufs wegen schon unzählige geführt. Aber am Mittwoch bediente er auf der Baustelle des neuen Kindergartengebäudes Föhrewäldli erstmals einen Bagger. Und das nur zwei Wochen nachdem er am Gubrist-Ostportal die erste Sprengung für die dritte Tunnelröhre auslöste. Erst zögerlich, grub er dann doch gekonnt die Erde um. An der Haugschen Schaufelei hatten auch Schulpräsident Mario Okle (parteilos) und Bauvorsteher Hans-Peter Stöckl (FDP) Freude. «Jetzt starten die Bauarbeiten richtig», hielt Stöckl fest. Der Abriss des alten Föhrewäldli-Kindergartengebäudes ist mittlerweile fertig.

An der heutigen Gemeindeversammlung im Quartierzentrum Föhrewäldli beantragt nun der Gemeinderat unter Traktandum 3 drei weitere Ergänzungskredite.

Anschluss an Dietiker Wärme

Beim ersten geht es um die Beheizung des ganzen Quartierzentrums Föhrewäldli: Sie soll von ausländischem Heizöl auf die Regiowärme umgestellt werden, die von der Dietiker Kehrichtverwertungsanlage und dem Biomassekraftwerk der Weininger Firma Richi gespiesen wird. Dafür ist ein Kredit von 125 400 Franken beantragt. Neben der Umwelt spielen finanzielle Faktoren mit: Bei einer weiteren Beheizung mit Öl müsste in fünf Jahren der Heizkessel ersetzt werden. Zudem kann es beim Ölpreis und bei der CO2-Abgabe immer wieder zu Anstiegen kommen.

Die anderen Föhrewäldli-Ergänzungskredite betreffen die zwei Räume im Obergeschoss des neuen Kindergartengebäudes. Den einen bezieht der neue Schulpsychologische Dienst (SPD) rechts der Limmat voraussichtlich im Dezember 2019. Um die 160 Quadratmeter richtig auszustatten und einzurichten, braucht es 230 000 Franken, über die die Versammlung heute befindet. Notabene ist dies eine Investition, die sich über die Zeit amortisieren soll, da die Gemeinde Weiningen vom SPD einen Jahresmietzins von 25 000 Franken erhalten wird (inklusive Nebenkosten).

Neues Reservoir am Gubrist

Der zweite freie Raum soll in ferner Zukunft zum vierten Kindergartenraum im Föhrewäldli werden. Der Innenausbau ist aber jetzt geplant, damit die gemeinsame Spielgruppe plus von Weiningen und Geroldswil in diesen Raum einziehen kann. Ausbau und Ausstattung schlagen mit 120 000 Franken zu Buche – das ist der dritte Föhrewäldli-Ergänzungskredit, über den die Versammlung heute abstimmt. Der Kindergarten selber soll im April 2019 gebaut sein. Die Fertigstellung der Wohnungen oberhalb des Kindergartens ist für Juni 2019 geplant.

Noch nicht gebaggert wird im Gebiet Holeeberen oberhalb Weiningens. Dort, zwischen Guldiberg und der Gemeindegrenze zu Unterengstringen, soll das neue Wasserreservoir Gubrist entstehen. Es hat zum Ziel, dass der Wasserdruck in der Weininger Hochzone wieder genug hoch ist. Bisher war dies nicht der Fall, sodass manche Weininger Druckausgleichsanlagen in ihre Häuser eingebaut haben. Die Gemeindeversammlung stimmt nun über einen Projektierungskredit von rund 140 000 Franken ab. Weitere 24 000 Franken Projektierungskosten soll die Gemeinde Unterengstringen übernehmen – sie stimmt ebenfalls heute Abend darüber sowie über die 67 000 Franken schwere Projektierung des Unterengstringer Anschlusses an das neue Reservoir ab.

Neue Stelle für Sozialhilfebezüger

Weiter stimmt die Weininger Gemeindeversammlung als letzte der drei Mitgliedsgemeinden über die Auflösung des Zwecksverbands Gemeindeammann- und Betreibungsamt Geroldswil-Oetwil-Weiningen ab, der durch einen Anschlussvertrag ersetzt werden soll. Zudem steht die Vereinbarung mit Geroldswil über die Abwasserleitungen in der Fahrweid und die Bauabrechnung zum Tagesstrukturen-Ergänzungsbau des Primarschulhaus Schlüechti zur Debatte. Letztere schloss mit einer Kreditunterschreitung von 65 000 Franken. Ein weiteres Traktandum ist der Stellenplan der Gemeinde. Beantragt wird, eine vollamtliche Stelle für das Beschäftigungsprogramm für Sozialhilfebezüger und Asylbewerber einzurichten. Die Rechnungsprüfungskommission beantragt, diese neue Stelle auf zwei Jahre zu befristen. Zum Schluss steht die Genehmigung des Budgets an, das bei gleichbleibendem Steuerfuss ein Minus von 4,92 Millionen Franken vorsieht. Davon sind aber 4,2 Millionen ausserordentliche Abschreibungen.

Weiningen steht also eine lange Versammlung bevor. Kommen die drei Föhrewäldli-Kredite durch, könnte Schulpräsident Okle am Apéro danach bei erhobenem Glas seine Worte von gestern am Spatenstich wiederholen: «Auf leuchtende Kinderaugen!»

Gemeindeversammlung Weiningen: Donnerstag, 7. Dezember, um 19 Uhr im Quartierzentrum Föhrewäldli an der Brunaustrasse in der Fahrweid. Den Bericht von der Versammlung finden Sie am Freitag in der Limmattaler Zeitung.