Limmattal
Neues Jahr, neues Glück: Der Region stehen spannende Zeiten bevor

Man muss nicht Kaffeesatz lesen, um zu wissen, welche Themen die nächsten Monate für Gesprächsstoff sorgen werden. Manche Ereignisse werfen ihre Schatten bereits voraus – soviel ist sicher: Es bleibt spannend in der Region.

Tobias Hänni, Florian Niedermann und Alex Rudolf
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Ausblick 2016 im Limmattal
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Zukunftsmusik im Geistlich-Areal in Schlieren: Wo einst tierische Nebenprodukte verarbeitet wurden und sich heute diverse Kunst-Ateliers befinden, könnte es bald wie auf dieser Illustration aussehen.
Rolf Steiner wird Kantonsratspräsident.
Dietikon ist Gastgeber des Regionalmusiktages.

Ausblick 2016 im Limmattal

az Limmattalerzeitung

Am Gubrist könnte der Tunnel-Baustart erfolgen

Auch im kommenden Jahr wird der Gubrist-Ausbau auf drei Röhren die Menschen bewegen. Nicht nur wird das Bundesamt für Strassen 2016 den Auftrag für die Bauarbeiten am Nordportal vergeben, auch ist der Tunnel-Baustart bereits 2016 möglich. Darüber hinaus wird es im kommenden Frühling aus regionaler Sicht spannend. Denn: Dem Bundesrat soll das konkrete Projekt für das Westportal zur Genehmigung unterbreitet werden. Sprich: Es zeigt sich also, wie lange der mittels Absichtserklärung auf mindestens 100 Meter festgelegte Deckel wird und wie weit der Halbanschluss in Richtung Limmattaler Kreuz verschoben wird. Zwei Entscheidungen, auf welche die Gemeinde Weiningen ein Jahrzehnt hingearbeitet hat. (ARU)

Das Limmatfeld ist (Fast) fertig gebaut

Nach acht Jahren werden die Bauarbeiten im Limmatfeld in diesem Jahr abgeschlossen – zumindest bei jenen Projekten, die von der Gebietsentwicklerin Halter AG realisiert worden und um den zentralen Rapidplatz angeordnet sind. Bei weiteren Überbauungen wie jener der Baugenossenschaft des eidgenössischen Personals beginnen die Arbeiten hingegen erst. 2008 wurde der Grundstein für die erste Überbauung, den Erlenhof, gelegt, Ende letztes Jahr mit dem Limmat Tower der prägnanteste Bau des Quartiers fertiggestellt. Nach wie vor läuft ein juristischer Streit zwischen der Halter AG und der Stadt um die Übernahme des Rapidplatzes. Weil der Untergrund mit Chemikalien belastet ist, will ihn die Stadt nicht einfach so übernehmen. (hae)

Auf dem Geistlich-Areal verschwinden die Zeitzeugen

Das wird das Gesicht der Stadt Schlieren nachhaltig verändern: Im kommenden Jahr werden auf dem Geistlich-Areal die Industriebauten der ehemaligen Leimfabrik grösstenteils abgerissen. Die Zeitzeugen der Schlieremer Industriegeschichte weichen dann der zweiten Bauetappe auf dem östlichen Teil des neu entstehenden Stadtteils «Am Rietpark». Nachdem der westliche Teil, das rund 4,5 Hektaren grosse Färbi-Areal, durch die Immobilienfirma Halter AG bereits vollständig entwickelt wurde, wird die Geistlich Immobilia AG im Sommer zudem das erste Gebäude mit 137 Eigentumswohnungen auf ihrem 8 Hektaren messenden Areal eröffnen.
In der zweiten Bauetappe entstehen bis 2019 zwei weitere Siedlungen mit insgesamt 450 Wohnungen und ein Bürogebäude. Sie werden den 600 Meter langen Rietpark, der die beiden Entwicklungsgebiete Färbi und Geistlich miteinander verbindet, im Norden und Osten umrahmen. Von den bestehenden Gebäuden auf dem Geistlich-Areal werden nur einige wenige Kleinbauten erhalten bleiben. Darin könnte etwa ein Gastro-Betrieb eingerichtet werden, wie Jeremy Hoskyn, der Vorsitzende der Fachjury beim Architekturwettbewerb, anlässlich der Prämierung der Siegerprojekte Ende August sagte. Der Hochkamin, der die Fabrik seit ihrer Fertigstellung 1873 optisch prägte, wird jedoch abgerissen. Die Leimfabrik war der erste Industriebetrieb, der im Bauerndorf Schlieren ansässig wurde. In ihren Hallen wurden tierische Nebenprodukte zu Leim, Dünger und Futtermittelkomponenten verarbeitet. Seit über 40 Jahren stellt die Geistlich-Gruppe die Leime synthetisch her. Die Verwertung von tierischen Produkten musste sie nach der BSE-Krise von 2005 einstellen. In Schlieren waren deshalb nur noch 40 der insgesamt rund 400 Arbeitsplätze der Firma angesiedelt, die am heutigen Hauptsitz in Wolhusen vor allem medizinische Biomaterialien herstellt. (fni)

Der Bezirk wählt einen neuen Statthalter

Nach der fristlosen Entlassung von Adrian Leimgrübler muss das Amt des Statthalters und Bezirksratspräsidenten in diesem Jahr neu besetzt werden.
Wann die Ersatzwahl stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Nach der Entlassung, gegen die Leimgrübler Rekurs eingelegt hat, teilte die kantonale Justizdirektion Anfang Dezember mit, dass die Zeit für den Wahltermin am 28. Februar zu knapp sein wird. Damit kommt es frühestens beim zweiten diesjährigen Abstimmungstermin im Juni zur Wahl. Bis dahin wird das Amt von Stellvertreter Stephen Bosshard geführt, der bereits nach Leimgrüblers Freistellung im September die Geschäfte übernommen hat. Für Leimgrübler ist die Sache auch im neuen Jahr noch nicht ausgestanden: Nach wie vor läuft gegen ihn eine strafrechtliche Untersuchung wegen Begünstigung und Rechtspflegedelikten. (Hae)

Dietikon ist Gastgeber des Regionalmusiktages

Im Juni wird Dietikon nach 2009 zum zweiten Mal Gastgeber des Regionalmusiktages sein, bei dem zahlreiche Vereine des Musikverbands Amt und Limmattal ihr Können unter Beweis stellen werden. Die Stadtmusik Dietikon (SMD) verbindet den Musiktag mit ihrem 125-Jahr-Jubiläum, zu dem auch das Orchester der tschechischen Partnerstadt Kolin eingeladen wurde: Am Freitag, 24. Juni, startet das Fest auf dem Kirchplatz mit einheimischen Vereinen und Unterhaltungsmusik. Am Samstag findet der Regionalmusiktag statt, mit einem morgendlichen Marsch durch Dietikon, Wettspielen am Nachmittag im katholischen Kirchgemeindehaus und einem Abendprogramm mit dem Startrompeter Vlado Kumpan. Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst. Bereits im Mai weiht die SMD an ihrem Jubiläums-Jahreskonzert ihre neue Uniformen ein. (HAE)

Rolf Steiner wird Kantonsratspräsident

Mit Rolf Steiner wird in diesem Jahr ein Dietiker zum «höchsten Zürcher»: Der SP-Politiker wird als Kantonsratspräsident für ein Jahr die Geschicke des kantonalen Parlaments leiten. Am 9. Mai wird Steiner das Präsidium von Theresia Weber-Gachnang (SVP) übernehmen. Der Chemiker ist Präsident der SP Limmattal und politisiert seit 2006 im Kantonsrat. Steiner ist seit 2013 in der Geschäftsleitung des Rates, zunächst als einfaches Mitglied, danach als zweiter und erster Vizepräsident. Von 2013 bis 2015 vertrat er die SP-Fraktion in der Justizkommission. Ausserdem war Steiner Mitglied der Politischen Untersuchungskommission, die 2012 die Korruption und Misswirtschaft in der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürichs (BVK-Affäre) unter die Lupe nahm. Von 2006 bis 2011 sass der 63-Jährige zudem im Dietiker Gemeinderat. (Hae

Geroldswil entscheidet über Zentrum

Geht es nach der Geroldswiler Exekutive, dann wird der heutige Kiesplatz eine Erweiterung des Dorfzentrums. Sie plant eine Überbauung mit 25 Wohnungen, einem Grossverteiler im Erdgeschoss und Restaurationsflächen. Die Gemeinde will dafür rund 30 Millionen Franken sprechen. An der Gemeindeversammlung im Dezember sprachen die Stimmberechtigten dem Planungskredit von zwei Millionen Franken ohne grosse Diskussion und mit nur zwei Gegenstimmen zu. Nun wird das konkrete Bauprojekt ausgearbeitet. Läuft alles nach Plan, wird es am 26. November an die Urne kommen. (aru)