Wer in Richtung Dietikon fährt, sieht ihn bereits von Weitem: den Limmattower, das neue Wahrzeichen der Stadt. Das Hochhaus fällt auf, ist der Riesenbau doch das mit Abstand höchste Objekt in der Region. Dies könnte sich aber bald ändern. Denn Dietikon wächst – und der Platz ist beschränkt. In die Höhe zu bauen, ist da naheliegend. Bereits Ende dieses Monats soll der Stadtrat über das neue Hochhauskonzept entscheiden. Jürg Bösch, Leiter des Stadtplanungsamts Dietikon, stellte dieses im Rahmen der Delegiertenversammlung der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) am Mittwochabend vor. Das Hochbaukonzept ist einer der wichtigen Punkte der Stadtentwicklung, deren Verlauf über eine Amtszeit hinaus – genauer: bis 2025 – geplant wurde.

Bauten der Strasse anpassen

Wo in Zukunft Hochhäuser gebaut werden sollen, hat Bösch genau ausgearbeitet. Geeignet sei zum einen das Limmatfeld, wo der Limmattower steht. Aber auch die Gebiete rund um die Eingangspforten in Richtung Spreitenbach und Schlieren würden als potenzielle Standorte anvisiert. «Wir sprechen von Bauten in der Höhe von 50 bis 80 Metern», so Bösch. Eine zweite Kategorie von Hochhäusern, solche mit 35 bis 50 Metern Höhe, könnten hingegen auch eingangs Niderfeld oder gegenüber dem Stadthaus einen Platz finden. Wichtig sei es jedoch bei allen Häusern, diese der Strassenflucht und den Baulinien anzupassen. Gebäude seien immer raumbildend und sollten nicht isoliert gebaut werden, sagte Bösch.

Bei der Planung von Siedlungserneuerungen und der Innenentwicklung Dietikons lässt sich ein grosses Thema nicht umschiffen: die Limmattalbahn. Deren Linienführung beeinträchtigt die Umsetzung massgebend. Durch die geplante Haltestelle der Limmattalbahn bei der Migros im Zentrum werden in Zukunft noch mehr Leute an diesem Ort verkehren. «Deshalb sollen die Stockwerke von Häusern, die künftig rund um den grossen Komplex gebaut werden, leicht zurückversetzt werden», so Bösch. Damit werde einerseits Fussgängern mehr Raum geschaffen, andererseits mache es dies für das Gewerbe attraktiver, sich dort anzusiedeln.

Entscheidende Linienführung

Für die Umsetzung des Gestaltungsplans im Niderfeld musste seitens der Stadt sogar Einsprache gegen die Linienführung der Limmattalbahn erhoben werden. «Wir konnten uns aber bereits annähern und werden eine gemeinsame Lösung finden», so Bösch. Inmitten des Niderfelds soll nun ein Park entstehen können, der den Anwohnern als Lärmausgleich dienen wird. Zudem muss der Teischlibach berücksichtigt werden, der durch das Gebiet fliesst. Dies sei eine besondere Herausforderung, so der Stadtplaner. Im Falle von Hochwasser könne auch die Reppisch zum Problem werden und im schlimmsten Fall die Überlandstrasse und somit das ganze Gebiet überschwemmen.

Die Stadtentwicklung beschäftigt sich aber nicht nur mit Hochhäusern oder zentrumsinternen Bauangelegenheiten. In Quartieren, die ausserhalb liegen, sollen künftig mehr Grünflächen entstehen. Dabei sei es essenziell, sich beim Bau von Überbauungen an den Strassen zu orientieren, so Bösch. «Somit können hinter den Häusern Grünräume geschaffen werden, die den Anwohnern als Erholungszone dienen.»

Nebst den baulichen Vorhaben berücksichtigt der Gestaltungsplan ebenfalls die Landschaft. Das gesamte Naturschutzinventar wurde überarbeitet. «Wir haben uns vorgenommen, ein jährliches Monitoring zu machen», so Bösch. Das heisse konkret, jedes Jahr zu kontrollieren, ob alle Schutzobjekte in gutem Zustand seien.