Geroldswil

Neues Heim für 90 Schulkinder – so sieht der Neubau der Schulanlage Huebwies aus

Schulleiterin Andrea Stadelmann und Schulpräsidentin Daniela Kugler präsentieren das neue Gebäude der Schulanlage Huebwies und schwärmen von den kleinen Details.

Mäuse, Elefanten und Igel halten Herzen in den Händen. Lachende Sonnen strahlen in allen Farben. An den Wänden des Foyers im dritten Stock des neuen Schulhauses der Schuleinheit Huebwies in Geroldswil hängen zahlreiche Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern. Die Finken der Kinder liegen in der Ablage unter der Garderobe, an der Namensschilder kleben. Es wirkt heimelig. Kaum zu glauben, dass vier Schulklassen und ihre Lehrkräfte das neue Gebäude erst am Montag bezogen haben. «Bereits vor den Sportferien herrschte Aufbruchstimmung. Die Schüler sowie ihre Lehrpersonen zügelten Stück um Stück wie Ameisen ihre Sachen in die neuen Zimmer», erzählt Schulleiterin Andrea Stadelmann. Die Kinder hätten sich extrem auf ihre neuen Klassenräume gefreut. «Sie sind richtig stolz, dass sie hier zur Schule gehen dürfen. Am Montag haben sie mit den Lehrkräften auf der neuen Terrasse mit Rimus angestossen.»

Genau vor einem Jahr fuhren die Bagger vor und begannen mit dem Abriss des Singsaal-Trakts. Im Juni 2018 bewilligten die Stimmberechtigten der Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil einen Baukredit von knapp 6,4 Millionen Franken für den Ersatzneubau. Die Schule beauftragte nach der Durchführung eines Gesamtleistungswettbewerbs die Erne Holzbau AG mit der Errichtung des Holzelementbaus. Für die architektonische Gestaltung war die Fsp Architekten AG aus Spreitenbach zuständig.

Die Platznot in der Schulanlage Huebwies ist nun behoben. «Die Schülerzahl in den drei Schuleinheiten Huebwies, Letten und Fahrweid ist in den letzten sechs Jahren von 620 auf über 800 angewachsen», sagt Schulpräsidentin Daniela Kugler (FDP). Rund die Hälfte aller Schulkinder aus dem Kreisgemeindegebiet besucht den Unterricht in der Schule Huebwies. «Wir sind beinahe geplatzt. Während der Bauzeit lebten wir darüber hinaus auf noch engerem Raum. Aufgrund der Bauabschrankungen wurde der Pausenplatz kleiner. Es tut gut, nun mehr Luft und Platz zu haben», sagt Kugler. Die Klassenzimmer, die wegen des Einzugs im neuen Schulgebäude in den alten Schultrakten frei wurden, nutzt die Schule nun als Schul-, Gruppen- und Therapieräume.

Piktogramm an der WC-Tür trägt Rossschwanz und Schulthek

Im vierstöckigen Neubau besuchen rund 90 Schülerinnen und Schüler den Unterricht. Er dient zehn Lehrpersonen als Arbeitsort. In beiden Obergeschossen befinden sich je zwei Klassenzimmer, ein Foyer, ein Vorbereitungsraum, ein Gruppenraum und Toiletten. «Das Männchen auf der WC-Tür finde ich toll. Sogar an einen Rossschwanz und Schulthek wurde gedacht», sagt Stadelmann und zeigt auf das Piktogramm, das eine Schülerin darstellt. «Wir haben grosse Freude an den kleinen Details», sagt Kugler und lacht.

Sogar an einen Rossschwanz und Schulthek wurde gedacht.

Sogar an einen Rossschwanz und Schulthek wurde gedacht.

Auch die 74 Quadratmeter grossen Schulzimmer bestechen durch ihre Feinheiten. So kann die magnetische Schrankwand auch als Tafel benutzt werden. Bilder der Klasse hängen daran. Entlang der Fenster befinden sich Arbeitssimse und Bänkli. Wenn die Kinder nicht an ihren Pulten arbeiten, können sie hier verweilen. «Wir sind für die neuen Medien parat. Die Kinder können Laptops und Tablets hier direkt einstecken», sagt Stadelmann und blickt auf die weissen Steckdosenzugänge, die in die Simse eingelassen sind. Am hinteren Ende des Zimmers führt eine Türe in den Gruppenraum, den sich zwei Klassen teilen. Auch vom anderen Schulzimmer hat man Zugang.

Angetan sind Stadelmann und Kugler vom grün-blauen Farbton, der sich in allen Räumen auf dem Mobiliar oder an den Wänden wiederfindet. «Das ist fjord-grün», sagt Stadelmann und Kugler ergänzt: «Wir haben die Farbe in der Baukommission gemeinsam mit Fachpersonen ausgewählt und sind froh, dass sie bisher allen gefällt.» In fjord-grün präsentiert sich auch der Eingangsbereich samt Garderobe der Tagesstruktur im Parterre auf Niveau des Pausenplatzes. Hier wurde ebenso Wert auf kleine Details gelegt. So zirpt beim Betreten links eine Kohlmeise und rechts ein Spatz. Die täuschend echten Figuren tragen einen Bewegungsmelder in sich und begrüssen die Besucher der Tagesstruktur. Sie bietet insgesamt 70 Plätze.

Hinter der Garderobe befindet sich der Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung. Im grossen Raum steht neben Tischen und Stühlen auch ein Töggelikasten. Letzterer wurde vor der grossen Durchreiche der Vorbereitungsküche platziert. «Nach wie vor bestellen wir das Essen beim Koch des Mittagstischs der Oberstufe Weiningen», sagt Kugler. In den letzten zwei Jahren fand der Mittagstisch in der alten Pizzeria am Dorfplatz statt. «Das war eine gute Übergangslösung, die Kinder konnten von der Schule direkt zur Pizzeria rüber laufen.» Nichtsdestotrotz sei man jetzt froh, dass die Betreuung und der Unterricht unter einem Dach möglich seien, sagt Stadelmann.

Schulleiterin Andrea Stadelmann und Schulpräsidentin Daniela Kugler (von links) präsentieren eines der neuen Schulzimmer.

Schulleiterin Andrea Stadelmann und Schulpräsidentin Daniela Kugler (von links) präsentieren eines der neuen Schulzimmer.

Zum Tagesstrukturangebot gehören zusätzlich ein Spiel- und Ruheraum sowie ein Zimmer zum Zähneputzen. Auffallend ist, dass die Lavabos darin sehr tief liegen. «Die Höhe ist extra für die Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Schliesslich ist das ein Schulhaus für Kinder», sagt Stadelmann.

Auf der neuen Terrasse können Kinder spielen und essen

Besonders stolz sind die Schulleiterin und die Schulpräsidentin auf die neue Terrasse. «Wir haben grosse Sonnenschirme bestellt, damit die Kinder auch draussen zu Mittag essen können», sagt Stadelmann. Der Platz soll aber nicht nur dafür, sondern auch zum Spielen genutzt werden. Und Begrünung ist ebenso geplant. «Wir wollen Hochbeete aufstellen. Die Kräuter können zum Beispiel für das Mittagessen verwendet werden», sagt Kugler. Im Sockelgeschoss auf Niveau der Poststrasse wurde der neue Mehrzwecksaal eingerichtet. Die Bühne ist die alte geblieben, nur etwas schmaler geworden. «Wir haben nicht alles abgerissen, sondern geschaut, was wir in den Neubau integrieren können», sagt Kugler. Die Qualität und die Verstaumöglichkeiten der alten Bühne seien hervorragend. Hinter dieser liegt zudem eine Küche, in der Schulklassen gemeinsam kochen können.

Der neue Mehrzwecksaal wird nicht nur für Schulanlässe, sondern auch für Projektunterricht oder Instrumentallektionen gebraucht. Zudem kann er für private Veranstaltungen gemietet werden. Am 4. April findet mit der Instrumentalvorführung der Musikschule der erste grosse Anlass darin statt. Gleichzeitig steht der Tag der offenen Tür auf dem Programm. Geplant seien unter anderem ein Auftritt des Schulchors und ein Mittagsbuffet, sagt Stadelmann. «Die Bevölkerung kann sich dann selbst ein Bild von unserem schönen Neubau machen.»

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Autor

Sibylle Egloff

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