Limmattal
Neuer Trend: Das Limmattal schwitzt im «Zumba»-Fieber

«Zumba» ist der neuste Trend der Fitnesswelt. Kein Studio kommt mehr darum herum, es anzubieten. Was in den 90er-Jahren begann, ist heute der Star aller Studios.

Fabian Korn
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Zusammen mit Instruktor Carlo tanzen sich gut 40 Frauen im Dietiker «Ladies Gym» in Form. Fabian Korn

Zusammen mit Instruktor Carlo tanzen sich gut 40 Frauen im Dietiker «Ladies Gym» in Form. Fabian Korn

Limmattaler Zeitung

Exotische Musik schallt aus den Lautsprechern, Partystimmung kommt auf und weckt den Drang zu tanzen. Der Instruktor animiert durch sein Mikrofon, und die Frauen machen seine Bewegungen nach. Eine Bewegung folgt der nächsten und ein Lied auf das andere. Trotz sichtlicher Anstrengung geht ein Strahlen über die Gesichter der gut 40 Teilnehmerinnen.

Was sich an diesem Abend im «Ladies Gym» in Dietikon abspielt, würde jeden Fitnessinstruktor Luftsprünge machen lassen – bei «Zumba» ist das ganz normal. Denn erst durch die grosse Zahl der Beteiligten wird «Zumba» zur versprochenen Party mit lauter Musik, schnellen Bewegungswechseln und ausgelassenen Menschen. Dank den Choreografien weiss jeder, was zu tun ist – und so geht es gleich los.

«Fun and easy to do», heisst das Grundkonzept des neuen Trends, einer Mischung aus Tanz und Fitness. Anders als bei Aerobic wird zu exotischer lateinamerikanischer Musik getanzt. Auch hat jedes Lied seine eigene Choreografie, die man nach dem zweiten oder dritten Mal beherrscht und sofort mittanzen kann. Wie es auf der offiziellen Homepage versprochen wird, seien dazu keine Tanzkenntnisse vonnöten. Vom kolumbianischen Starchoreografen Alberto «Beto» Perez in den 90er-Jahren entwickelt, wurde «Zumba» bald weit über die Kontinentgrenzen hinaus bekannt. Auch in der Schweiz ist «Zumba» Pflicht für jedes grössere Fitnesscenter. So bietet etwa die Migros-Klubschule über 100 Kurse an, wovon viele laut Internet komplett ausgebucht sind.

«Zumba-Fieber» ist ansteckend

Das «Zumba-Fieber» sei rasch ansteckend, sagt Maja Rodriguez aus der Fahrweid, die erst vor gut einem Jahr ihre erste «Zumba»-Stunde besucht hatte und heute selber als Instruktorin Stunden gibt. Auch sie ist fasziniert vom Erfolg des Fitnessprogramms: «Jede Stunde ‹Zumba› ist wie eine Party, wie eine Stunde in der Disco. Denn zu Musik bewegt man sich automatisch.»

Hans Läubli, Klubmanager des «Training Center Dietikon» erklärt sich den Erfolg von «Zumba» so, dass es durch seine einfachen Bewegungsabläufe rasch erlernbar sei und dadurch schnell zum Erfolgserlebnis führe.

Carlo Eichenberger, Geschäftsführer des «Ladies Gym» in Dietikon und selber «Zumba»-Instruktor, geht gar einen Schritt weiter und meint, dass die Ära des Aerobic vorbei sei und durch «Zumba» abgelöst würde. Auch der Manager des «Activ Fitness» in Dietikon, Lorenzo Danti, ist von «Zumba» überzeugt und glaubt ebenfalls, dass es vor allem wegen der relativ einfachen und abwechslungsreichen Choreografien so beliebt sei.

Trend oder Fitnessrevolution?

Eine Mehrzahl der Fitnesscenter im Limmattal bietet bereits Kurse an oder ist gerade daran, diese einzuführen. Das «Activ Fitness» beginnt im Herbst. «Uns ist es wichtig, dass wir zuerst genügend Instruktoren ausbilden, bevor wir mit den Kursen starten», sagt Danti: «Ich glaube aber nicht, dass wir dadurch zu spät kommen oder den Trend bereits verpasst haben.» Dies sagt auch Hans Läubli: «‹Zumba› boomt. Durch die momentan grosse Nachfrage können sich alle Fitnesscenter problemlos einen Teil des Kuchens abschneiden.»

Wie lange der Boom so weitergeht, kann allerdings niemand sagen. Natürlich hoffen alle, dass er möglichst lang anhalte, denn er lockt neue Kunden in die Fitnessstudios, wie Hans Läubli bestätigt: «Seit wir ‹Zumba› anbieten, konnten wir definitiv mehr Abos verkaufen.» Auch Lorenzo Danti vom Dietiker «Activ Fitness» und Evi Horat vom Fitnesscenter Sanapark in Birmensdorf sind überzeugt, dass sie mit dem zusätzlichen Angebot neue Kunden anlocken können. «Gruppenfitness erhält durch ‹Zumba› neuen Schwung, der auch dem verstaubten Image anderer Gruppenkurse wie Aerobic zugutekommt», sagt Evi Horat. Maya Rodriguez und auch Carlo Eichenberger sind sich sicher, dass «Zumba» eine langfristige Sache sei, da es für alle Altersklassen funktioniere. Hans Läubli ist da anderer Meinung und glaubt, dass sich der Ansturm mit der Zeit auf ein normales Mass reduzieren werde.