Schlieren

Neuer Stadtsaal kommt definitiv ins Zentrum – und kostet 36 Millionen

Westlich angrenzend an den künftigen Stadtplatz soll dereinst der neue Stadtsaal zu stehen kommen.

Westlich angrenzend an den künftigen Stadtplatz soll dereinst der neue Stadtsaal zu stehen kommen.

Neben dem Standort wird nun auch das Finanzierungsmodell für das neue Gebäude bekannt.

Er soll ein Leuchtturmprojekt werden und zur Identitätsbildung des Schlieremer Zentrums beitragen. Die Rede ist vom Stadtsaal, der künftig als Veranstaltungsort für die Stadt, Vereine und Unternehmen dienen soll. Gestern gab der Stadtrat bekannt, dass dieser auf Anraten der Anfang Jahr gegründeten Planungskommission «Stadtsaal Zentrum» auf dem Kulturplatz erstellt wird. Dieser grenzt direkt an den künftigen Stadtplatz mit Haltestelle der Limmattalbahn und dazugehörendem Flügeldach.


Das neu gestaltete Schlieremer Zentrum soll dereinst eine regionale Ausstrahlung entwickeln. Dies steht nicht nur in den Regierungsrichtlinien 2014 bis 2018 der städtischen Exekutive festgeschrieben, auch im neuen Stadtentwicklungskonzept, das Ende September präsentiert wurde, wird darauf verwiesen. Die Planungskommission befasste sich mit Standort- und Finanzierungsfragen und legt dem Stadtrat die Ergebnisse vor.


Noch in diesem Jahr soll dem Gemeindeparlament eine Kreditvorlage für die Durchführung eines Projektwettbewerbs unterbreitet werden, wie es im Stadtratsbeschluss heisst. Als Voraussetzung galt es jedoch erst die Standortfrage zu klären.

Die Kommission kam zum Schluss, dass andere Standorte wie etwa die ehemalige NZZ-Druckerei an der Zürcherstrasse nicht geeignet seien für die Gestaltung eines Zentrums mit der geforderten überregionaler Ausstrahlung. «Der Stadtplatz mit Flügel, der Kulturplatz und eine spätere Erweiterung des Stadtparks sind für die Identitätsbildung sehr wichtig», wie der Stadtrat festhält. Dabei handle es sich bei einem Bau auf dem Kulturplatz um einen Eingriff in die grüne Mitte.

«Dies macht jedoch absolut Sinn, da der Park künftig belebt sein soll», heisst es. Das ganze Areal würde als attraktiv komponiertes Zentrum der Stadt Schlieren wirken. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass der Bau eine hochstehende Architektur aufweise sowie einerseits gut im Park eingebettet sei und andererseits dessen Auftakt markiere.


Das Programm für den Architekturwettbewerb soll umfänglich sein. Neben der Gestaltung sei darin auch der Nutzungsmix enthalten. Ob das Gebäude mehrgeschossig werden soll und ob die Parzelle Gemeindeplatz an der Zürcher-/Engstringerstrasse ebenfalls im Wettbewerb enthalten sein soll, werde derzeit noch abgeklärt. Gesamthaft soll für den künftigen Stadtsaal eine Parzelle von rund 9000 Quadratmeter Land zur Verfügung stehen.


Bau kostet rund 36 Millionen

Die Planungskommission prüfte auch verschiedene Investorenmodelle. Da die Stadt in den kommenden fünf bis sieben Jahren rund 100 Millionen Franken in Hochbauprojekte investiert, sei die tragbare Belastung durch Neuverschuldung und Aufnahme von Fremdkapital erreicht, schreibt der Stadtrat.

Lasse man das Projekt durch Drittinvestoren realiseren, ergebe dies einige Vorteile: So käme etwa keine zusätzliche Nettoverschuldung auf die Stadt zu und das Land würde im Besitz der Stadt bleiben. Für den Rohbau samt Tiefgarage wird mit einer Investitionssumme von rund 36 Millionen Franken gerechnet. Die Stadt würde das Gebäude mieten und auch für den Ausbau aufkommen, wofür mit etwa 4 Millionen gerechnet werden müsse.

Erst Anfang September wurde bekannt, dass die Stadt den Salmen, den Vereine wie auch das Stadtparlament heute für Veranstaltungen nutzen, ab März 2018 mieten will. Heute mietet sie den Raum lediglich für einzelne Veranstaltungen. Befristet ist dieser Vertrag auf das Jahr 2022, die Möglichkeit auf Verlängerung besteht. Dass die Stadt auch im neuen Stadtsaal der Betreiber bleiben soll, sieht auch die Planungskommission als Option.

Dies beinhalte die Belegung, das Reservationswesen und auch das Marketing. Dazu müssten jedoch auch zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wie es weiter heisst. Den definitiven Entscheid soll die Stadt jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt treffen. Fest steht, dass die Gastrofläche dereinst verpachtet werden soll.


Das Gesicht Schlierens ändert sich rasant. Mit dem Ja des Zürcher Stimmvolks im vergangenen November zur Limmattalbahn zwischen Zürich Altstetten und Killwangen Spreitenbach wurde auch der Grundstein für einen neuen Stadtplatz gelegt. Den Kredit für die Neugestaltung mit Flügeldach und Nebelbrunnen in der Höhe von rund 8 Millionen Franken segneten die Schlieremer Stimmberechtigten im vergangenen Juni ab.

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