Schlieren
Neuer Stadtführer soll lokales Einkaufsangebot schmackhaft machen

Die Schlieremer Detaillisten wollen dafür sorgen, dass Ortsansässige vermehrt das lokale Einkaufsangebot nutzen. Zu diesem Zweck haben die Detaillistenvereinigung Pro Schlieren und die IG Shopping zusammen mit den Behörden einen Stadtführer lanciert.

Florian Niedermann
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Toni Brühlmann-Jecklin, Ayda Ergez und Albert Schweizer präsentieren den Stadtführer «schliere.ch»

Toni Brühlmann-Jecklin, Ayda Ergez und Albert Schweizer präsentieren den Stadtführer «schliere.ch»

Florian Niedermann

Im Führer, der den Namen «schliere.ch» trägt, sind aber keine Sehenswürdigkeiten oder kulturelle Angebote verzeichnet. Vielmehr findet man darin die Adressen und Öffnungszeiten von über 100 Anbietern aus den Bereichen Shopping, Gastronomie, Freizeit, Gesundheit und Beauty.

Für die Stadt sei es ein Problem, dass viele Einwohner sich in ihrem Einkaufsverhalten eher nach Zürich orientieren, als Schlieremer Geschäfte zu berücksichtigen, sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP): «Die Meisten wissen gar nicht, wie breit das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten hier ist. Vor allem Neuzuzüger gehen von sich aus eher auswärts einkaufen.» Mit dem Stadtführer wolle man den Einkaufsstandort fördern. Längerfristig sei es auch das Ziel, vermehrt Detaillisten anzuziehen und so leerstehende Ladenlokale füllen zu können, erklärt Standortförderer Albert Schweizer. Damit der Stadtführer möglichst alle Einwohnerinnen und Einwohner erreicht, wird man ihn der Begrüssungsmappe für Neuzuzüger beilegen. Ausserdem wurde er diese Woche an alle Haushaltungen in der Stadt verteilt.

Eintrag kostet 90 Franken

Für 90 Franken erhielten Schlieremer Detaillisten, Restaurants, Beautysalons, Fitnesscenter und andere Anbieter einen Eintrag im Führer. Damit wurden die Kosten für den Druck der Broschüre und der dazugehörige Webauftritt www.schliere.ch aber nicht gedeckt. «Wir wollten, dass der Beitrag kein Hindernis darstellt. Den Löwenanteil der Kosten übernahmen die Initianten», sagt Ayda Ergez von der IG Shopping. Neben der IG gehören dazu auch die grossen Schlieremer Einkaufszentren sowie die Stadt und Pro Schlieren. «Falls sich der Führer etabliert, werden wir künftig jährlich eine neue Ausgabe drucken», so Ergez. Bereits jetzt sei ein Grossteil der Detaillisten dabei, man erhoffe sich aber, dass sich im Verlauf des Jahres noch mehr Anbieter anmelden würden. «Besonders in den Bereichen Beauty und Freizeit wäre es schön, wenn noch einige Einträge dazu kämen», erklärt sie.

Auch Pendler als Zielgruppe

In einer einmaligen Aktion verteilten die Initianten den Stadtführer am Freitagmorgen am Bahnhof an Pendler. Auch sie würden zur Zielgruppe gehören sagt Schweizer: «Für die Gastronomie sind sie am Mittag bereits jetzt ein wichtiger Faktor. Nun wollen wir sie auch dazu bewegen, vor dem Nachhausegehen in Schlieren einzukaufen.»

Ist die Bezeichnung «Stadtführer» nicht irreführend, zumal darin ja lediglich auf Geschäfte, Restaurants und andere kommerzielle Anbieter verwiesen wird? «Klar. Es wäre aus unserer Sicht durchaus wünschenswert, wenn wir darin etwa auch auf das Ortsmuseum, Vereine und Sehenswürdigkeiten verweisen könnten», erklärt Schweizer. Man habe den Führer in seiner ersten Ausführung nicht überladen wollen, sei aber durchaus bereit, andere Themen auch zu integrieren, wenn er erst einmal etabliert sei. «Neuzuzüger erhalten von der Stadt ja auch ein Buch über Schlieren, worin auf Sehenswürdigkeiten und unkommerzielle Freizeitbeschäftigungen in der Umgebung hingewiesen wird», sagt Brühlmann.