Geroldswil
Neuer Jugendtreff Geroldswil: «Unser Ziel ist es, Wegweiser zu sein»

Im Jugendtreff Geroldswil weht ein frischer Wind. Mit einem Spezialanlass am 13. Januar 2012 soll der Startschuss für die Neulancierung des Treffs fallen. Mit einem Neustart soll der Jugendtreff als Ort für Begegnungen ausgebaut werden.

Aleksandra Hiltmann
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Jugendliche tobten sich gestern Nachmittag im Jugendtreff Geroldswil aus. Aleksandra Hiltmann

Jugendliche tobten sich gestern Nachmittag im Jugendtreff Geroldswil aus. Aleksandra Hiltmann

Bereits beim Bau des Kirchenzentrums vor 40 Jahren wurde für die Jugend ein Gemeinschaftsraum eingeplant. In den letzten zwei bis drei Jahren wurde der Treff immer weniger frequentiert und das Programm war eher bescheiden. Doch nun geht es wieder vorwärts. Bereits haben Freiwillige den Eingang des Treffs in einem leuchtend frischen Grün gestrichen, bald sollen auch neue Möbel eintreffen. Sobald man die sich wandelnden Räumlichkeiten betritt, wird man gepackt vom sprühenden Enthusiasmus des Jugendarbeiters Matthias Arn.

Mehr Betreuung und Programm

«Ich versuche zu begegnen», umschreibt Arn seine Tätigkeit als Jugendarbeiter. Um besser auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen zu können, werden neu immer zwei Betreuer im Treff anwesend sein. Zudem wird einmal im Monat ein Anlass stattfinden – vom Töggeliturnier bis zum Kochabend.

So breit wie das Spektrum der geplanten Aktivitäten, so verschieden sind auch die Menschen, welche hinter dem Treff stehen. «Die Freiwilligen decken ein grosses Lebensspektrum ab und haben einen guten Draht zu den Jugendlichen», so Denise Beutler, welche sich im Treff ebenfalls engagiert um die Jungen kümmert. Die finanziell symbolisch ausfallende Arbeitsentschädigung lässt keine Zweifel daran, dass sich die Mitarbeitenden vor allem aus Freude an der Jugendarbeit engagieren.

Öffnung für vier Gemeinden

Arn und Beutler lassen durchblicken, dass sie mit dem Neustart des Treffs nicht zuletzt auch auf finanzielle Veränderungen hoffen. Bis anhin hat die Finanzierung bei den Gemeinden Geroldswil und Oetwil gelegen. Nun, da man den Treff gezielt für Jugendliche aus den vier umliegenden Gemeinden öffnen möchte, erhofft man sich auch von Weiningen und Unterengstringen Unterstützung.

«Das Publikum des Treffs ist ein Querschnitt durch die Gesellschaft», stellt Beutler fest. All diesen jungen Menschen soll im Treff immer ein Ohr offen stehen, ergänzt Arn. Der Treff soll ein Ort sein, an dem Jugendliche einen geschützten Rahmen vorfinden, um sich zu treffen. Sie sollen die Betreuer um Rat fragen oder über ihre Probleme sprechen können. Beutler hebt hervor, dass der Treff in der Umgebung das einzige Angebot dieser Art sei. Zwar werde durch die regionalen Vereine ein grosses Spektrum an Aktivitäten abgedeckt, doch brauche es einen Ort, an dem man sich einfach nur begegnen könne, ist Beutler überzeugt. Arn verweist an dieser Stelle an die Infowand, an der einerseits Vereine vorgestellt werden, anderseits aber auch Informationen zu Beratungsstellen für Jugendliche zu finden sind.

Jugend ohne Orientierung

Trotzdem wissen die Jugendarbeiter, dass es auch zu Konflikten kommen kann. Für solche Fälle steht ihnen die Notfallorganisation der Kirche zur Verfügung. Arn und Beutler betonen jedoch, dass die heutige Jugend nicht pauschal als aggressiver beurteilt werden kann.

«Jugendliche haben immer weniger Freiräume», stellt Beutler fest. Zudem würde ihnen immer weniger Zeit geschenkt. Eine weitere Schwierigkeit seien die teilweise zu Hause vorgelebten Mentalitäten, welche es den Jugendlichen erschwerten, sich in der hiesigen Gesellschaft zu integrieren. Daraus resultiere eine Orientierungslosigkeit, welche sich durchaus in Form von Aggressionen äussern kann. Damit die Jugendlichen länger begleitet werden können, sind sie neu bis zum 18. Geburtstag im Treff willkommen.

Wegweiser für die Zukunft

«Unser Ziel ist es, Wegweiser zu sein», so Beutler über die Zukunftsabsichten mit dem Treff. Arn erklärt, dass eine gezielte und individuelle Begleitung der Jugendlichen angestrebt werde. Diese Vision lässt sich jedoch nur mit weiteren engagierten Freiwilligen verwirklichen – man hofft stark auf diese im doppelten Sinn unbezahlbare Hilfe, da das Budget des Jugendtreffs äusserst knapp bemessen ist.

Obwohl das Pilotjahr 2012 finanziell gesichert ist, werden dringen Sponsoren benötigt. Laut Arn und Beutler freut man sich nicht nur über finanzielle Unterstützung, auch Aktivangebote sind willkommen. Die Suchtprävention schreitet sogleich mit gutem Vorbild voran. Sie sponsert einen Kurs, in dem Jugendliche lernen, alkoholfreie Drinks zu mixen. Diese werden sie zur Eröffnung ihres Treffs den geladenen Gästen anbieten.