Dietikon

Neuer Anlauf für weniger Parkplätze in Dietikon

Ernst Joss: «Bei Spaziergängen durch Dietikon sehen auch die Bürgerlichen, dass es oft nicht vermietete Abstellplätze gibt»

Ernst Joss: «Bei Spaziergängen durch Dietikon sehen auch die Bürgerlichen, dass es oft nicht vermietete Abstellplätze gibt»

Wer in Dietikon ein Haus bauen will, der muss dessen Mietern eine gewisse Anzahl Parkplätze zur Verfügung stellen. Nun reichte Gemeinderat Ernst Joss (Alternative Liste) eine Motion ein, die eine Reduktion dieser Pflichtparkplätze verlangt.

Joss will konkret, dass in der Bauordnung die minimale Parkplatzzahl für Wohngebiete angepasst wird. Die kommunale Bauordnung unterscheidet zwischen verschiedenen Zonen. So sind in Bereichen, die mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind, weniger Parkplätze pro Quadratmeter Geschossfläche vorgesehen, als in Gebieten, die davon weniger begünstigt sind. Die aktuelle Bauordnung verlangt, dass im Bereich der Güteklasse B, die mit Bus und Bahn gut erreichbar ist, ein Parkplatz auf 90 Quadratmeter Wohnfläche gebaut wird. In der Güteklasse C und D, die weniger gut erreichbar sind, sieht die Bauordnung auf 80 Quadratmeter Geschossfläche einen Parkplatz vor. Für Gebiete der Güteklasse A setzt die Stadt bis anhin keine verbindliche Regelung fest.

Gestaltungsplan sei falsches Mittel

Will ein Bauherr für seinen Wohnungsbau weniger Parkplätze zur Verfügung stellen, dann hat er heute die Möglichkeit, dies über einen Gestaltungsplan zu erwirken. Für Joss ist dies aber eine abschreckende Handhabung: «Gestaltungspläne sind etwas sehr Zeit- und Kostenintensives.» Daher schlägt er vot neu für ein Grundstück, das in der Güteklasse A zu stehen kommt, also viele Verkehrsalternativen bietet, ein Parkplatz pro 200 Quadratmeter Wohnfläche erstellt werden. In der Klasse B soll neu auf 145 Quadratmetern ein Parklatz zu stehen kommen. Auch in den Klassen C und D soll es weniger Mindestparkplätze geben. In der Zone C schlägt Joss vor, nicht mehr einen auf 80, sondern auf 114 Quadratmetern festzusetzen und in der Zone D einen auf 100 Quadratmeter.

Der Kampf zwischen bürgerlichen und linken Kräften um die Parkplatzfrage hat bereits Tradition. So ist der berühmte Parkplatzkompromiss in der Stadt Zürich ein Paradebeispiel für die verhärteten Fronten. Joss rechnet seiner Motion für eine Überweisung an den Stadtrat jedoch gute Chancen aus. «Bei Spaziergängen durch Dietikon sehen auch die Bürgerlichen, dass es oft nicht vermietete Abstellplätze gibt», sagt er. Der AL-Gemeinderat verweist aber auch drauf, dass beispielsweise die Verantwortlichen bei der Überbauung Schächli am liebsten noch weniger Parkplätze gebaut hätte – trotz Gestaltungsplan.

Bereits im Jahr 2010 reichte Joss einen Vorstoss zum selben Thema ein. Damals verwies der Stadtrat darauf, dass der Regierungsrat an der Erarbeitung einer kantonalen Lösung sei. Eine kommunale Lösung wurde daher verworfen. In der Zwischenzeit hat sich der Kanton aber dazu entschieden, von einer gesamtkantonalen Lösung abzusehen und diese Thematik den Gemeinden zu überlassen.

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