Generell wolle man das Gaswerkareal, auf dem sich der Gasometer befindet, bei der Standortförderung vermehrt berücksichtigen, schreibt der Schlieremer Stadtrat in einer Mitteilung.

Der 1898 erbaute Gasometer, der ein wichtiger Zeitzeuge für die industrielle Vergangenheit Schlierens ist und sich beim Gaswerkareal befindet, steht auf einem Grundstück, das der Stadt Zürich gehört. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde er im Baurecht an die Stiftung «Pro Zürcher Haus» abgetreten, die zum Zürcher Heimatschutz gehört. Unterdessen wurde die Stiftung in «Gasometer Schlieren» umbenannt. Weil der Stadtrat an der Entwicklung des Gasometers als Sehenswürdigkeit der Stadt Schlieren sehr interessiert ist, wie er in der Mitteilung schreibt, schlägt er Markus Bärtschiger (SP), Ressortvorsteher Bau und Planung, zur Wahl in den Stiftungsrat vor.

Das Schlieremer Problemkind

Der Gasometer – der letzte existierende teleskopierbare Niederdruckgasbehälter in Zentraleuropa – ist ein Problemkind. Zwischen 2003 und 2005 wurde er saniert und danach für Publikumsführungen geöffnet. Besucher konnten während einer 35 Minuten lang dauernden Demonstration miterleben, wie ein 270 Tonnen schwerer Metallbehälter innerhalb eines Stahlgerüsts mit Wasser «aufgeblasen» wurde. Doch bald begannen die Probleme: Im Jahr 2007 wurde bekannt, dass durch den Boden des Gasometers Wasser entweicht. Die Führungen wurden aus Sicherheitsgründen eingestellt. Von den rund 10000 Litern Wasser, die sich im Gasometer befanden, versickerte ein grosser Teil im Boden. Doch das Leck konnte nicht gefunden werden.

Zudem tauchte ein weiteres Problem mit dem Korrosionsschutz auf: Die Farbe blätterte ab. Der langwierige Rechtsstreit zwischen dem Heimatschutz und der Firma, die den Korrosionsschutz angebracht hatte, verhinderte daraufhin, dass die Suche nach dem Leck fortgesetzt werden konnte. (BHI)