Für viel Aufsehen sorgt die Schlieremer Blutbuche, die gemäss bisheriger Planung der Limmattalbahn weichen soll. Fünf Kilometer westlich davon befindet sich das Dietiker Kulturland Müsli. Dort kommt das Bahndepot der Limmattalbahn zu stehen, direkt an der Grenze zu Spreitenbach, über dessen Gemeindegebiet die Zufahrt führen wird. Nun ist das Depot einen Schritt weiter: Der Beschaffungsprozess für die Waschanlage der Limmattalbahn-Fahrzeuge ist gestartet. Sie wird das Depot-Herzstück, das der Bahn jeweils neuen Glanz verleihen soll.

Von 6. Oktober bis 3. November konnten sich Unternehmen, die die Waschanlage liefern wollen, bei der künftigen Limmattalbahn-Betreiberin BDWM Transport AG bewerben. Am vergangenen Dienstag öffnete die Zürcher Planungsfirma, die mit der Beschaffung befasst ist, die entsprechenden Schreiben. Die genaue Anzahl Bewerbungen darf Reto Häusermann, Leiter Technik der BDWM, noch nicht nennen. «Es sind aber genug eingetroffen», sagt er. Geplant ist nun, dass bis Ende November entschieden wird, welche der interessierten Unternehmen die Präqualifikation überstehen und Offerten einreichen dürfen. Diese sollten dann im Januar vorliegen. Danach kann der Auftrag vergeben werden.

Wie es zur Zusammenarbeit mit den Appenzellern gekommen ist

Wie schon bei der noch laufenden Beschaffung der acht Limmattalbahn-Fahrzeuge arbeitet die BDWM mit anderen Bahnunternehmen zusammen. Diesmal nicht mit der Baselland Transport AG, sondern mit den Appenzeller Bahnen und der Rhätischen Bahn, die ihre Servicezentren modernisieren wollen. Die Zusammenarbeit macht den Auftrag für Lieferanten attraktiver, auf dass die drei Bahnunternehmen lukrativere Angebote erhalten werden. Die drei Unternehmen wissen jeweils, was bei den anderen läuft, da sie allesamt Mitglieder der Railplus AG sind. In diesem Interessenverband regionaler Bahnunternehmen findet ein regelmässiger Austausch statt. Die BDWM ist auch im Railplus-Verwaltungsrat vertreten.

Dietiker Anlage ist länger als jene in Bremgarten

Fragen kann man sich, weshalb die Limmattalbahn-Betreiberin BDWM die Waschanlage beschaffen muss und nicht die Limmattalbahn AG, ist doch Letztere für den Bau der Infrastruktur zuständig. Die Antwort: Die Waschanlage gilt als Ausrüstung – wie etwa auch der grosse Depot-Hallenkran, die Werkzeuge oder die Büroausstattung.

Die drei genannten Bahnunternehmen verlangen, dass die drei Anlagen das Waschwasser recyceln und so Frischwasser aufbereiten können. Dies ist heute üblich – so etwa auch bei der im Mai eröffneten Lastwagen-Waschanlage der Auto AG Limmattal in Weiningen. Die Waschanlage in Dietikon wird zudem etwas grösser als jene der Bremgarten-Dietikon-Bahn in Bremgarten, da die Limmattalbahn-Fahrzeuge zwar etwas weniger breit, aber wesentlich länger sind.

Ein halbes Jahr nach dem Richtplan-Beschluss

Den nötigen Richtplaneintrag für das Bahndepot hatte der Zürcher Kantonsrat im März mit 100 zu 65 Stimmen beschlossen. Dagegen waren SVP, EDU und die Grünen, die das Zürcher Kulturland schützen und das Depot lieber ennet der Grenze in Spreitenbach oder im Dietiker Niderfeld sehen wollten. Bleibt noch offen, ob der Schlieremer Blutbuchen-Schutz mehr Erfolg haben wird als der Dietiker Kulturlandschutz.

Übrigens: Auch von Seiten der Limmattalbahn AG gibt es Neuigkeiten. Sie betreibt seit gestern einen Account auf der Social-Media-Plattform Twitter.

Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen

Die Redaktoren der Limmattaler Zeitung sind die künftige Strecke schon einmal abgefahren respektive abgelaufen.