Dietikon

Neue und alte Freunde feierten Weihnachten im Pfarreizentrum St. Agatha

Die Weihnachtsfeier für Alleinstehende im Pfarreizentrum St. Agatha war gut besucht. Für einige der 40 Teilnehmer brauchte es aber Überwindung, um das Fest zu besuchen. Die Hemmungen schienen jedoch überflüssig: Das Eis war schnell gebrochen.

Nacheinander trudeln sie ein und bewundern den Weihnachtsbaum mit den farbigen Kugeln und die liebevoll mit Tannenzweigen geschmückten Tische. Über den Raum hinweg winken sich zwei Altbekannte zu und erkundigen sich lautstark über das Wohlbefinden des anderen. Andere sind zurückhaltender, beobachten sich neugierig.

Rund 40 Alleinstehende haben sich am Mittwoch im Pfarreizentrum St. Agatha getroffen, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Das für alle Gäste kostenlose Mittagessen wird seit über 20 Jahren von der katholischen Kirche, der reformierten Kirche sowie der Freikirche Bewegung Plus offeriert.

Dieses Angebot werde von den Alleinstehenden sehr geschätzt, sagt Silvia Weiss. Die Familienseelsorgerin der katholischen Kirche organisiert dieses Mittagessen seit sieben Jahren. «Gerade in der Weihnachtszeit ist es sehr wichtig, dass diejenigen, die einsam sind, die Möglichkeit haben, Kontakte zu knüpfen oder Altbekannte zu treffen.»

Hemmungen scheinen überflüssig

«Ich traute mich anfangs nicht, mich anzumelden», sagt einer der wenigen anwesenden Männer. Jedoch habe er den Kontakt zur Aussenwelt verloren, nachdem er sich zehn Jahre lang intensiv um seine kranke Frau gekümmert hat. «Ein solcher Anlass ist für mich eine gute Gelegenheit, mit Menschen in demselben Alter in Kontakt zu kommen und vielleicht sogar neue Freundschaften zu knüpfen», so der 84-Jährige.

Auch seine Tischnachbarin musste sich erst überwinden, sich für diesen Anlass anzumelden. «Die Vorstellung, hier alleine aufzukreuzen und niemanden zu kennen, machte mir Angst», sagt sie. «Jedoch waren diese Hemmungen offensichtlich überflüssig – ich kam sofort mit einigen Leuten ins Gespräch.» Nächstes Jahr werde sie auf jeden Fall wieder kommen.

Das Mittagessen kommt bei den Gästen gut an: Während des Hauptgangs, ein Braten mit Kartoffelgratin und Gemüse, herrscht zufriedene Stille im Raum. Der Kirchenmusiker Bernhard Hörler gibt zwischendurch mit dem E-Piano Weihnachtslieder zum Besten und lädt die Anwesenden zum Mitsingen ein.

Gespräche der Alleinstehenden

In kleineren Gruppen unterhalten sich die Gäste über gemeinsame Bekannte, das Weihnachtsfest, die neuen Geschäfte in Dietikon oder das hartnäckige Grippe-Virus, das momentan in Umlauf sei. Eine Gruppe älterer Damen geht seit drei Jahren zusammen an das Mittagessen für Alleinstehende.

Eine davon sagt: «Als mein Mann vor einigen Jahren starb, brachten mich meine Kinder auf die Idee, hierher zu kommen. Ich musste mich aber von ihnen überreden lassen», so die 73-Jährige. Seit da komme sie aber jedes Jahr wieder. Anfangs vor allem, um neue Kontakte zu knüpfen. «Mittlerweile komme ich aber hauptsächlich, um alle Bekannten wieder zu sehen.»

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