Oetwil
Neue Töne beim Fiirabig-Jazz begeistern das Publikum

Mit Blues und Soulbetörten Lilly Martin und ihre Band die Jazz-Freunde bei einem der kulturellen Höhepunkte im Gemeindejahr.

Ly Vuong
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Lilly Martin liebt es mit dem Publikum verbunden zu sein - hier klatschen die Zuhoerer mit
16 Bilder
Mit coolem Blues und gefuehlvollem Soul betoert Lilly Martin das Publikum
Nach dem Konzert nimmt sich Lilly Martin nimmt Zeit fuer Selfies mit ihren Fans
Lilly Martin geniesst ihren Auftritt beim Fiirabig-Jazz
Fiirabig-Jazz Oetwil
Lilly Martin nimmt sich Zeit fuer ihre Fans hier mit Grazyna Miszkowicz
Vorstandsmitglied vom Jazz-Club Ingrid Werffeli gibt feine Cremeschnitten aus
Rita und Manfred Delevaux geniessen das Dessert
Lilly Martin und ihre Band von links Trompeter Bernhard Schoch Saxophonist Tommy Geiger Gitarrist Oliver Keller Keyboarder Michael Dolmetsch Drummer Tom Beck Bassist Markus Fritzsche
Die New Yorkerin mit kubanischen Wurzeln Lilly Martin traegt hier eine gefuehlvolle Ballade vor 2
Lilly Martin hat eine starke Buehnenpraesenz
Jazz-Club Praesident Hans Schweizer spannt Tochter Claudia Schweizer und Enkelin Sophia gleich mit ein in die Arbeit fuer den Fiirabig-Jazz
Fuer ein schoenes Fest darf keinen Braten fehlen - im Bild der Grillmeister Peter Knorr
Lilly Martin animiert ihre Band zu virtuosen Soli
Die New Yorkerin mit kubanischen Wurzeln Lilly Martin traegt hier eine gefuehlvolle Ballade vor 1
Auch Gemeindepraesident Paul Studer war am Konzert - hier mit Frau Ursula Studer

Lilly Martin liebt es mit dem Publikum verbunden zu sein - hier klatschen die Zuhoerer mit

Ly Vuong

«How is everybody?», ruft Sängerin Lilly Martin ins Publikum auf dem Dorfplatz in Oetwil und erhält ein lautes «Fiiine!» zurück. Auch wenn sie Schweizerdeutsch spreche, rede sie auf der Bühne lieber Englisch, erklärt die Sängerin mit kubanischen Wurzeln, die der Liebe wegen von New York in die Schweiz zog und mit Schweizer Musikgrössen wie Philipp Fankhauser und Polo Hofer zusammengearbeitet hat.

Lilly Martin und ihre sechsköpfige Band stehen für Blues und Soul und damit genau für den Stil, den sich der neue, seit einem Jahr amtierende Jazz-Club-Präsident Hans Schweizer für den Fiirabig-Jazz wünscht. Der Jazz-Club setzte nämlich 30 Jahre lang vorwiegend auf klassischen Dixieland und etwas Blues für diesen jährlichen Anlass. Das Durchschnittsalter der Club-Mitglieder beträgt momentan 70 Jahre. Mit dem moderaten Stilwechsel hofft der neue Präsident, auch jüngere Jazzfreunde anzulocken. Ob dies gelingt, bleibt offen. An diesem 31. Fiirabig-Jazz sind jedenfalls alle 300 Plätze besetzt.

Ohne Empathie geht es nicht

Die stimmstarke Sängerin und ihre Band entführen den Zuhörer auf Anhieb in die seelischen Tiefen des Blues und Souls und überzeugen nicht nur mit Covers etwa von George Gershwins «Summertime» oder Bobby Charles’ «Jealous Kind», sondern auch mit eigenen Stücken, die sie mit Bandleader und Pianist Michael Dolmetsch komponiert hat. Singen habe viel mit Empathie zu tun. Zurzeit singe sie am liebsten die Eigenkomposition «Right Here, Right Now», so Martin. Ihre verstorbene Mutter, die an Alzheimer litt, inspirierte sie zu diesem Lied. Man spürt darin eine wehmütige Leichtigkeit.

Eine weitere Eigenkomposition, die Ballade «Runaway Train», hat Ohrwurm-Potenzial. Darin wird geschildert, wie alle Freunde von einer Person abraten, doch das Herz des Verliebten trotzdem so stark schlägt wie ein Zug, der abfährt. Neben gefühlvollen und langsamen Stücken kommen auch schnellere und dynamischere Lieder vor, in denen die Band virtuose Soli zum Besten gibt. So lässt Michael Dolmetsch seine Finger bei seinem Keyboard-Solo so schnell über die Tasten laufen, dass das Publikum aus dem Staunen nicht herauskommt, man nur noch mitfiebert und staunt.

«Lilly Martin und ihre Band leben die Musik auf der Bühne», schwärmt Zuhörerin Gret Schnyder aus dem Glarnerland. Das Konzert sei fantastisch, es gebe keine passenden Worte, um seine Gefühle auszudrücken, sagt Daniel Portner. In einem so kleinen Rahmen so tolle Musik zu hören, sei einfach sensationell, meint auch Manfred Delévaux. Und seine Frau Rita verrät, dass ihr Lilly Martin und Band so gut gefallen haben, dass sie gleich eine CD von ihnen kauft. Neben dem Ehrenpräsidenten Mäni Pfister ist auch der Gemeindepräsident Paul Studer zugegen. Beide finden den Stilrichtungswechsel sehr gelungen. «Während der beiden Sets hat es ein bisschen geregnet, doch ich glaube, die Zuhörer haben nichts davon mitbekommen, was ich als positives Zeichen deute», stellt Jazz-Club-Präsident Hans Schweizer fest.