Schlieren

Neue Stolpersteine für Skatepark

Wie in Wohlen AG soll es bald auch in Schlieren aussehen

Skatepark

Wie in Wohlen AG soll es bald auch in Schlieren aussehen

Demnächst soll das Baugesuch für den geplanten Skatepark im Schlieremer Zelgli eingereicht werden. Nun formiert sich aber Widerstand. Rund 60 Anwohner wehren sich gegen das geplante Projekt.

«Ein offener Skatepark ist für mich undenkbar. Wir werden Tag und Nacht Ärger haben», sagt Jean-Marc Fischer. Er organisiert den Widerstand der mittlerweile rund 60Anwohner aus dem Zelgli-Quartier, die sich gegen das Projekt eines Skateparks stellen. Dabei hatte sich Mitte April doch noch ein Ende der schier unendlichen Geschichte um den Schlieremer Skatepark abgezeichnet, als das Parlament einem 350000-Franken-Kredit für den Bau einer Anlage im Zelgli zustimmte. Nun droht das Projekt eines modernen Skateparks für Schlierens Jugendliche erneut ins Stocken zu geraten.

Ende August hatten die Stadt Schlieren und Stadtrat Christian Meier (SVP) zu einer Anwohnerinformation über den Bau des Kunstrasens und des Skateparks eingeladen. Dabei zeigte sich, dass das Projekt im Quartier keineswegs unbestritten ist. «Im Zelgli sind wir jetzt schon von Immissionen betroffen. Wir befürchten, dass wir in der Zeit, in der wir nichts von der Schule oder den Sportplätzen hören, nun noch den Lärm der Skateanlage angelastet bekommen», erklärt Fischer, der im Quartier wohnt. Der Abstand von der Anlage bis zu den nächsten Wohnhäusern betrage nur rund 50 bis 60Meter. Zudem sei er der Meinung, dass sich auf der schönen Anlage nebst den Skatern eine unerwünschte Szene bilden werde.

Wenigstens ein Betriebskonzept

Momentan arbeiten der Architekt und die Abteilung Werke, Versorgung, Anlagen von Ressortvorsteher Meier an der Einreichung des Baugesuchs. Vorerst sucht Fischer das Gespräch mit Stadtrat Meier und Vertretern der Stadtverwaltung, um vernünftig miteinander zu reden, wie Fischer erklärt: «Ich hoffe, dass der Stadtrat nochmals auf seinen Standortentscheid zurückkommt.» Sollte dies nicht gelingen, gelte es, wenigstens ein taugliches Betriebskonzept zu erhalten.

Fischer denkt dabei an das Projekt der Stadt Zürich in der Brunau: Dort wird der Skatepark eingezäunt und abends um 21Uhr abgeschlossen. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er und seine Mitstreiter bereit sind, gegen das Baugesuch rechtlich vorzugehen: «Es ist eine gewaltige Opposition da», erklärt er.

Für Werkvorstand Christian Meier sind die Argumente der Gegner schwer nachvollziehbar: «Es geht den Anwohnern offenbar weniger um die Skateboarder an sich. Aber es stehen Ängste im Raum, dass sich an einem solchen Treffpunkt eine unerwünschte Szene bilden könnte», erklärt Meier. «Grösse und Standort des Skateparks sind indiskutabel», so Meier, «ich habe einen politischen Auftrag vom Parlament erhalten.» Noch hofft aber auch er auf eine Einigung mit den Anwohnerinnen und Anwohnern.

Aushub des Kunstrasens für Skatepark

Dies auch, weil der Bau des Skateparks aus Kostengründen mit dem Bau des Kunstrasenfussballplatzes zusammenhängt, der gleich daneben geplant ist: Für den Kunstrasen braucht es Aushubarbeiten. Der Aushub soll für die Aufschüttung des Lärmwalls des Skateparks benutzt werden. Dies, um die Kosten zu verringern.

Der FC Schlieren hofft darauf, dass die Arbeiten für den neuen Fussballplatz noch im Herbst beginnen können. Das Baugesuch war ausgeschrieben und nach Angaben des Bausekretariats forderte niemand den Baurechtsentscheid an – Stolpersteine sind also nicht in Sicht. So weit ist man beim Schlieremer Skatepark noch nicht. Meier hofft, dass er im Mai oder Juni 2011 eröffnet werden kann.

Die Skateanlage ist in Schlieren seit Jahren ein Politikum. Seit Längerem war klar, dass die Halfpipe an der Wiesenstrasse bei der Goldschlägiunterführung einer Überbauung weichen muss. 2008 schien eine Lösung gefunden: Damals erteilte Schlieren eine Baubewilligung für eine Anlage unter der Engstringerbrücke. Auch damals setzten sich die Anwohner zur Wehr. Sie erreichten, dass die Baubewilligung zurückgezogen wurde.

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