«Würde ich singen oder ein Instrument spielen, würden alle wegrennen», sagt Esther Schasse scherzhaft. Dennoch ist die 61-Jährige seit April die neue Präsidentin der Musikschule Dietikon. Sie selbst sei leider auch nie in der Musikschule gewesen: «Ich habe zwar in der Schulzeit mal eine Blockflöte in die Hände bekommen, aber das hat sich nach kurzer Zeit erledigt», gesteht die 61-Jährige offen.

Die Gründe für ihre Wahl zur Präsidentin der Musikschule seien demzufolge sicher nicht auf ihre musikalische Begabung zurückzuführen. Viel eher liege es wohl an ihrer Erfahrung mit Ehrenämtern. Denn seit ihrer Jugend war die 61-Jährige bereits in verschiedenen Vereinen tätig: «Ich komme aus der Sport-Ecke. Zu meinen Hobbys zählte ich bisher Handball, Triathlon und Ski-Fahren. Musik ist nicht unbedingt meine Leidenschaft», so Schasse.

Viele Jahre war sie Präsidentin des Satus Dietikon und Mitglied der Geschäftsleitung des Satus Schweiz. Mit ihrem Amt als Präsidentin der Musikschule Dietikon betritt sie also kein Neuland: «Wenn man einmal ein Ehrenamt innehatte, kommen immer wieder neue hinzu» sagt die Dietikerin und lacht.

«Ich bin eine Dietiker Pflanze»

Bereits zwei Jahre war Esther Schasse als Vorstandsmitglied in der Musikschule Dietikon tätig, bevor sie im April dieses Jahres an der Mitgliederversammlung zur neuen Präsidentin gewählt wurde: «Ich bin da hineingerutscht», sagt die Dietikerin bescheiden. Die Musikschule befinde zurzeit in einer Phase der Weiterentwicklung und da habe man bei der Wahl der Vorstandsspitze auf sie als bekanntes Gesicht zurückgegriffen: «Ich bin sozusagen eine Dietiker Pflanze. Ich bin hier aufgewachsen und man kennt sich untereinander», so die 61-Jährige. Da habe sie nicht Nein sagen können. Und Schasse kennt genügend Gründe, wieso ihr die Musikschule am Herzen liegt. Musik verbinde die Menschen, sagt sie: «Das Erlernen eines Instruments eröffnet die Möglichkeit, eigene Gefühle zu verarbeiten und eine besondere Stimmung mit anderen zu teilen.»

Seit ihrem Amtsantritt Anfang April ist Schasse überzeugt, dass sich in der Musikschule einiges verändern wird — und muss: «Die Schule soll wachsen. Vor allem wollen wir mehr Kinder und Jugendliche für den Musikunterricht begeistern», so die Dietikerin.

Es sei schliesslich schade, wenn ein Kind, dass sich für die Musikschule interessiere, aus Budget- oder Zeitgründen kein Instrument oder den Gesang erlernen könne. «Wir wollen deshalb preislich attraktivere Abonnements anbieten, welche flexiblere Unterrichtszeiten erlauben. Unser Ziel ist es, jedem Kind den Zugang zur Musik zu ermöglichen», sagt die Präsidentin entschlossen. Sie wisse jedoch, dass es für das Erreichen dieses Ziels noch kein Patentrezept gebe: «Wir sammeln aktiv nach Ideen, die wir dann in die Tat umsetzen wollen».

Teamarbeit ist ihr wichtig

Schasse betont stets ihre Freude an der Zusammenarbeit mit ihrem Team und den Lehrkräften in der Musikschule: «Die administrative Leiterin, Astrid Dätwyler, und Daniela Jordi als musikalisch-pädagogische Leiterin bilden zusammen mit den motivierten Lehrpersonen und dem Vorstand eine tolle Gruppe, die ich gerne als Präsidentin leite.»

Sie freue sich, wenn die Musikschule aus ihrem «angestaubten Image» ausbreche: «Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam die Musikschule voranbringen und alles ein bisschen entstauben», sagt Schasse, bevor sie sich aus dem gemütlich eingerichteten Unterrichtssaal wieder ins kühle Büro begibt. Dort, wo sie mit Astrid Dätwyler Zahlen studiert und nach neuen Ideen für die Zukunft der Schule sucht.