Das Kulturabonnement ist passé. Diese Nachricht dürfte Dietiker Kulturinteressierte schmerzen, zumal die neu lancierte Kulturkarte nicht mehr als Eintrittskarte zu den Anlässen dient. Wer eine der neuen Kulturkarten besitzt, erhält nur noch Einlass zu reduzierten Preisen. Stadtpräsident Otto Müller erklärte diesen Schritt gestern bei der Lancierung unter anderem damit, dass die Preise für das Kulturabonnement seit dessen Einführung im Jahr 1992 nicht mehr angehoben wurden.

Bisher hatten Dietiker Kulturinteressierte mit dem Kauf eines Abonnements zum Preis von 70 Franken ein halbes Jahr lang freien Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen der Dietiker Kulturkommission. Unter dem Label «Kultur in Dietikon» wird rund einmal im Monat ein Theater oder ein Konzert durchgeführt. «Eine Zunahme der Besucherzahlen führte dazu, dass das System mit Gratiseintritt bei Abobesitz und Bezug von Einzeleintritten an der Abendkasse nicht mehr funktionierte», so Müller. Er bedauere, dass Gästen mehrmals kein Eintritt mehr gewährt werden konnte.

Dies soll mit dem Wechsel zur Dietiker Kulturkarte nun nicht mehr passieren. Ein mit ihr verbundenes Ticketbestellsystem garantiert ihren Besitzern einen Platz in den jeweiligen Vorstellungen. So können die Tickets im Internet via www.ticketpark.ch, in der Stadt- und Regionalbibliothek Dietikon und bei genügend freiem Platz an der Abendkasse bezogen werden, wie Müller erklärt.

Die Veranstaltungen des Kulturprogramms kosten die Besitzer der Karte künftig den halben Preis, für Veranstaltungen im Stadtkeller zahlen sie einen reduzierten Eintrittspreis. «Unser Ziel ist es, dass auch andere Veranstalter den Besitzern einer Kulturkarte einen Rabatt beim Eintritt gewähren», sagt Müller. Er verweist aber darauf, dass es zur Etablierung dieses Angebots Zeit brauche.

Transparente Fördergeldvergabe

Dies ist jedoch nicht die einzige Neuerung, welche die Kulturkommission zu vermelden hat. Auch soll ein Leitbild zur Förderung kultureller Anlässe die Vergabepraxis transparenter machen. Eine Defizitgarantie von unter 2000 Franken kann das jeweils zuständige Mitglied der Kulturkommission sprechen. Dies, falls Bedingungen wie ein nachvollziehbares Budget, eine nachweisbare Eigenleistung des Veranstalters sowie gewisse Qualitätskriterien gewährleistet sind. Eine Defizitgarantie, die 2000 Franken übersteigt, erfordert dieselben Kriterien, muss aber von der gesamten Kulturkommission abgesegnet werden. «Dieses Vorgehen entspricht der bisherigen Praxis. Uns war wichtig, dies in einem Leitbild zu verschriftlichen und den Prozess somit für alle nachvollziehbar zu machen», so Müller. Das Leitbild kann auf der Homepage der Stadt eingesehen werden.

In der kommenden Kultur-Saison in Dietikon, für die am 23. August der Startschuss fällt, setzt die Kommission den Schwerpunkt «Strassenmusik». Im Rahmen des Freilufttheatertags geben sich drei Strassmusik-Gruppen jeweils auf dem Kirchplatz, dem Kronenplatz und beim Atelier Koller die Ehre. «Strassenmusik stiess in Dietikon bereits in der Vergangenheit auf grosse Resonanz», so Müller. Es sei möglich, dass man dieses Angebot künftig weiter ausbaue.

Neu wird die Stadt auch zur Galerie. In einer Austellung unter dem Titel «Kunstschätze aus Dietikon» sollen Gemälde und Plastiken im Besitz der Stadt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vernissage ist am 5. Oktober.

Die Dietiker Kulturkarte kann ab dem 30. Juni telefonisch unter 044 744 36 32 oder online unter www.dietikon.ch/kultur bestellt werden. Sie kostet 50 Franken für Erwachsene, 40 Franken für AHV-Bezüger und 25 Franken für Personen in Ausbildung.