Oberengstringen

Neue Kirchgemeinde nimmt Form an

Oberengstringer Reformierte arbeiten bereits eng mit den Mitgliedern ihres künftigen Kirchenkreises zusammen.

Oberengstringer Reformierte arbeiten bereits eng mit den Mitgliedern ihres künftigen Kirchenkreises zusammen.

Die neue Struktur der Reformierten Kirche soll bereits ab 2016 testweise eingeführt werden

Der Zusammenschluss der 33 Stadtzürcher Kirchgemeinden mitsamt derjenigen Oberengstringens wird konkreter. So sollen ab 2019 ein Kirchenparlament, eine Kirchenpflege und zehn Kirchkreise das Gerüst dieser neuen Organisationsform sein.

In einer Medienmitteilung von gestern sprach die Zentralkirchenpflege von einem richtungsweisenden Vorentscheid. Voraussichtlich werden die Stimmberechtigten 2018 definitiv über die Fusion befinden.

Neben der bisherigen Legislative, den Stimmberechtigten der Kirchgemeinden, sieht die neue Grundstruktur ein städtisches Kirchenparlament vor. Vorgesehen ist auch eine Kirchenpflege, die für den Vollzug der ihr übertragenen Geschäfte der Kirchgemeinde verantwortlich sein wird, als Exekutive.

Daneben erachtet es die Zentralkirchenpflege in Anbetracht der Grösse der zu bildenden Kirchgemeinde als sinnvoll, weitere Gremien und Organe wie eine Konferenz der Kirchenkreispräsidien, zentrale Dienstleistungsstelle und eine Fachkommission einzusetzen.

Diesem Aufbau der Führungsorganisation sollen zehn Kirchenkreise zugrunde liegen. Für Oberengstringen ist geplant, dass es gemeinsam mit Höngg und Wipkingen West den Kirchenkreis 10 bilden wird.

Diesem Antrag des Vorstandes der Zentralen Kirchenpflege stimmten die Mitglieder an der Versammlung vom Mittwoch mit grosser Mehrheit zu, wie es in der Mitteilung heisst. Andreas Hurter, Verbandspräsident und Gesamtprojektleiter der Umsetzung Reform 2014-2018, ist zufrieden: «Die klare Zustimmung zeigt das Vertrauen der Mitglieder in den rollenden Reformprozess», sagt er.

Der Mitgliederschwund, in den 1960er-Jahren zählte der Verband Stadtzürcher Reformierten noch rund 270 000 Mitglieder, heute sind es noch knapp 90 000, wie auch die damit einhergehenden rückläufigen Steuereinnahmen machen eine Strukturreform nötig.

Ende September vergangenen Jahres sprachen sich die Stimmberechtigten für die Einleitung des Fusionsprozesses aus. Nebst der Stabilisierung des Finanzhaushaltes zielen die Verantwortlichen auch auf eine administrative Entlastung.

Wie Karin Müller, Mediensprecherin des Reformprojekts, auf Anfrage sagt, könnten sich die lokalen Kirchen inskünftig wieder auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder fokussieren: «Ein spezifisches Angebot, das auf den jeweiligen Kirchenkreis zugeschnitten ist, soll bewirken, dass die Kirche wieder näher bei den Menschen ist.»

Testplanung ab Sommer 2016

Ein nächster Schritt soll bereits in rund einem halben Jahr erfolgen. So wurden bereits zwei vorgeschlagene Kirchenkreise angefragt, im Rahmen einer Testplanung Pilotkirchenkreise zu werden, wie Karin Müller sagt.

Die angefragten Kirchgemeinden entscheiden sich bis Mitte Dezember, ob sie Teil eines Pilotbetriebs werden möchten oder nicht.» So könnten möglichst rasch erste Erfahrungen mit dem «Innenleben» eines Kirchenkreises gesammelt werden. Erste Stolpersteine sollen erkannt werden, fügt Hurter an.

Ebenfalls an der Versammlung der Zentralkirchenpflege vom Mittwoch wurde das Mitwirkungsgesuch der reformierten Kirchgemeinde Oberengstringen genehmigt, wie Claudia Trüb auf Anfrage sagt.

«Seit Beginn des Reformprojektes wirkt Oberengstringen mit und dies wird auch weiterhin so sein», sagt sie. Die Kirchenpflegen des künftiges Kirchenkreises Höngg, Oberengstringen, Wipkingen West überlegen sich gemeinsame Projekte. «Gespräche sind am Laufen», so Trüb

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