Stadtentwicklung
Neue Erholungsgebiete und Stadtplätze: Bis Ende Jahr soll der Schlieremer Richtplan stehen

Für über 50000 Franken gibt sich die Stadt eine neue Grundlage zur Stadtentwicklung.

Alex Rudolf
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Wenn Hochhäuser, dann an den Bahnübergängen. Dies eine der Erkenntnisse des Stadtentwicklungskonzepts II.

Wenn Hochhäuser, dann an den Bahnübergängen. Dies eine der Erkenntnisse des Stadtentwicklungskonzepts II.

ARU

Die Stadt Schlieren überarbeitet ihre Bau- und Zonenordnung. Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Stadtratsbeschluss hervor. Die Grundlage dazu bildet das im vergangenen Herbst präsentierte (Stek II), welches in einem Beteiligungsverfahren mit der Bevölkerung erarbeitet wurde. «Die Entwicklung soll vorrangig an den gut erschlossenen Lagen im Zentrum und entlang der Limmattalbahn erfolgen, um diese Gebiete schlüssig fertigzustellen und Sprungfixkosten bei der Infrastruktur zu vermeiden», schreibt der Stadtrat in seinem Beschluss. Die Grundlagen zu dieser Stadtentwicklung sind im Stek II enthalten, diese werden im kommunalen Richtplan präzisiert. Inhalte des Stadtentwicklungskonzeptes sollen so behördenverbindlich festgesetzt werden.

Der alte Richtplan stammt aus dem Jahr 1983 und soll mit der neuen, revidierten Fassung ersetzt werden. Er beinhaltet die Abstimmung der Bereiche Siedlung und Landschaft, Verkehr und Versorgung, sowie Entsorgung. Zwar schreibt der Kanton nur die Erstellung eines kommunalen Verkehrsplans vor. «Er fordert jedoch die Gemeinden zur Aufstellung eines kommunalen Richtplans Siedlung und Landschaft auf, da damit die Innenentwicklung an die verkehrlich gut erschlossenen Lagen gelenkt werden kann», so der Stadtrat.

Neues Stadtkonzept Schlieren
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Hochhäuser sollen an strategisch gewählten Punkten zu stehen kommen.
Gute Wege sollen Schlieren durchqueren - auch neue attraktive Bahnübergänge sind vorgesehen
Die Plätze (gelb). Neben dem Zentrumsplatz sollen auch der Kesslerplatz und jener bei der Gasometerbrücke gestärkt werden.
Die Bernstrasse wird zur Autoachse. Doch soll sie städtebauliche Qualität aufweisen
So könnte sich Schlieren in rund 30 Jahren zeigen

Neues Stadtkonzept Schlieren

AS&P, bearbeitet von Alex Rudolf

Ende Jahr soll Weisung stehen

Übernehmen wird die Entwicklung des neuen kommunalen Richtplans das Bureau für Raumentwicklung von Markus Nollert. Dieses sei bereits mit der Erstellung der städtischen Verdichtungsstrategie betraut sowie an der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts beteiligt gewesen. «Dieses Vorwissen sollte genutzt werden.» Auch über das Vorgehen ist der Stadtrat bereits informiert. Erst werde bestimmt, welche Elemente aus dem Stek II und aus dem regionalen Richtplan in den zu erarbeitenden Schlieremer Richtplan übernommen würden.

Bereits Ende April soll dem Stadtrat ein erster Entwurf des Richtplans vorliegen. «Dieser beinhaltet bereits Vorschläge für Verantwortlichkeiten und Prioritäten einzelner Geschäfte», heisst es weiter. Nach der Überarbeitung im Anschluss findet die öffentliche Auflage und die Vorprüfung durch den Kanton statt. Dies soll bereits Ende des zweiten Quartals 2017 der Fall sein. Ende dieses Jahres sollen die berücksichtigen Einwendungen eingearbeitet werden, sodass der Stadtrat die Weisung verabschieden kann. Für die Erstellung des neuen Richtplans sprach die Exekutive jüngst 51 000 Franken.

Willi Bhend, 56, Fulenbach «Es gibt nicht viel Schönes in Schlieren, ein Zentrum fehlt. Für mich als ehemaligen Gemeinderat Schlierens ist der Stadtpark ein Kraftort. Als Aussenstehender erscheint mir das Tempo des Wachstums zu schnell.»
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Monique Roth, 58, Schlieren «Das Schöne an Schlieren sind die Menschen, die ich kenne. Das Ensemble Stürmeierhuus, Kirchenplatz und Stadtpark finde ich gelungen. Der Schlieremer Berg und die Limmat bieten gute Naherholungsräume.»
Merle Schmidt, 21, Mönthal «Ich arbeite in Schlieren. Die Häuserblöcke auf meinem Arbeitsweg finde ich nicht schön. Auf dem Land aufgewachsen, kann es für mich nicht genug Natur haben. Die Einkaufsmöglichkeiten sind jedoch top.»
Anid Salini, 14, Schlieren «Schlieren gefällt mir. Ich verbringe viel Zeit im Stadtpark. Da kann man Fussball spielen und Musik hören. Bei schlechtem Wetter sind meine Freunde und ich im Lilienzentrum oder beim Jugendtreff ‹Infobar›.

Willi Bhend, 56, Fulenbach «Es gibt nicht viel Schönes in Schlieren, ein Zentrum fehlt. Für mich als ehemaligen Gemeinderat Schlierens ist der Stadtpark ein Kraftort. Als Aussenstehender erscheint mir das Tempo des Wachstums zu schnell.»

Ly Vuong

Zwei neue Eingangstore

Im neuen Stadtentwicklungskonzept aus der Feder des Frankfurter Architekturbüros AS&P wird der Fokus auf verschiedene Aspekte gelegt. So soll das das Stadt-, aber auch die verschiedenen Quartierzentren gestärkt werden. Auch die Naherholungsgebiete im Norden und Süden der Stadt und die Querverbindungen aufgewertet werden. Siedlungen entlang der Strecke der Limmattalbahn sollen erneuert und verdichtet werden können, speziell jene zwischen Bäcker und Flörebenstrasse, während die Bernstrasse zu einer zweiten Pfingstweidstrasse werden soll. Zudem soll Schlieren zwei neue Stadtplätze als Eingangstor zur Stadt erhalten: einen an der Kreuzung Gasometerbrücke/ Zürcherstrasse und den zweiten beim Kesslerplatz.