Bergdietikon
Neue Ausstellung mit Werken von La Rocca und Martin eröffnet

Magie trifft auf Bauernschläue - Wie sich in der Kunstgalerie Bachlechner die zwei Künstler Piere Daniele La Rocca und Manfred Martin spannend kontrastieren.

Ly Vuong
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Piere Daniele La Roccas «Der Krieger» aus Holz Blech und Plexiglas
7 Bilder
Piere Daniele La Rocca mit Michela Grunder - seiner Ansprechspoerson und Foerderin in der Schweiz
Piere Daniele La Rocca mit seiner Bilderreihe «Andere Grenzen»
Manfred Martin mit seiner Skulptur «Sepp»
Manfred Martin (ganz links) im Gespraech ueber seine Holzskulptur (mitte) mit Besuchern
Vernissage Kunstgalerie Bachlechner - Redner Hanns Bachlechner mit Piere Daniele La Rocca (mitte) und Manfred Martin (links)
Vernissage Bergdietikon

Piere Daniele La Roccas «Der Krieger» aus Holz Blech und Plexiglas

Ly Vuong

Piere Daniele La Roccas Mutter starb, als er sieben Jahre alt war. Das sei der Moment gewesen, in dem er ein «junger alter Mann» wurde, erzählt la Rocca.

Der am Gardasee in Italien geborene La Rocca wuchs danach bei seinen Grosseltern auf. Sein Grossvater war ein impressionistischer Landschaftsmaler und seine Grossmutter eine Pianistin. Beide versuchten La Rocca für ihre Kunst zu gewinnen. Zunächst studierte La Rocca jedoch Kunstgeschichte und Literatur und machte Aufenthalte in Asien, Afrika und Südamerika.

Konkrete Lebensdaten interessieren den heute 69-jährigen Künstler jedoch nur bedingt. Für La Rocca ist das Leben voller Rätsel, die er in den antiken Dichtungen der Griechen findet, aber auch in seinem eigenen Leben erfährt.

«Ich suche in den konkreten Geschichten die allgemeinen Gesetze des menschlichen Seins», erklärt La Rocca sein Interesse. Seine Erfahrung jung und gleichzeitig sehr alt zu sein, verarbeitet La Rocca in seinen Bildskulpturen, die eine Kombination aus primitiver Kunst und moderner Grafik sind. Die verfrühte Alterung drückt sich im Blech aus, das La Rocca mit Säure behandelt. Das junge moderne Element bilden Plexiglas und Grafik.

«Spirituelle Intensität in meinen Werken ist für mich sehr wichtig», sagt La Rocca. Nicht zufällig beschreibt deshalb der Galerist Hanns Bachlechner in seiner Eröffnungsrede zur Vernissage, dass La Roccas Seele wie ein unbewegt zugefrorener See sei, der die Welt widerspiegelt.

Die intellektuellen Arbeiten La Roccas kontrastiert die Bachlechner Galerie in ihrer Ausstellung mit den expressiven Holzskulpturen von Manfred Martin. Der 1956 im süddeutschen Tuttlingen geborene Martin schafft es, mit der Kettensäge unterschiedlichste Ausdrücke menschlichen Seins in Holz auszudrücken. Martin hatte seine Ausbildung zum Lehrer abgebrochen, weil er bemerkte, dass er zu wenig Autorität ausstrahlt. Er widmete sich darauf der Holzbildhauerei. Seinen lebensgrossen Figuren gibt er Namen wie «Sepp» oder «Kurt». «Sepp» strahlt Bauernschläue aus, «Kurt» Stärke. Die Skulpturen sind Auseinandersetzungen zwischen Ausstrahlung einer Person und deren Rolle im Leben.

«Martins Arbeiten sind akkurate Studien nonverbaler Kommunikation», sagt Michela Grunder. Sie ist Stiftungspräsidentin beim Kunst- und Kulturzentrum Littau-Luzern und Förderin von La Rocca in der Schweiz. Zu dessen Werken meint sie: «La Roccas Arbeiten ausgestellt zu sehen, ist für mich wie ein in sich nach Hause kommen.» Der Besucherin Christine Mojon gefällt an La Roccas Arbeiten vor allem die vielseitige Technik. Und Melanie Kieser schätzt Martins handwerkliches Können, denn aus Holz solch «lustig urchige Ausdrücke» herauszuarbeiten, sei eine Kunst für sich.

Die Ausstellung in der Kunstgalerie Bachlechner dauert bis 9. November.