Maximilian Walter, Präsident der Baukommission des Spitals Limmattal, präsentierte gestern Abend schlagende Argumente. Er drückte Spitaldirektor Thomas Brack einen Hammer in die Hand und erklärte, dieser solle das Werkzeug brauchen, «um auch einmal auf den Tisch zu hauen». Ein Messer soll dazu dienen, «alte Zöpfe abzuschneiden», während ein Nagel für «Nägel mit Köpfen» steht.

Deutliche Symbolik

Klar: Das Ganze war ein kleiner Gag am Rande eines überaus ernsthaften Anlasses. Doch die Symbolik war überdeutlich: Das Spital Limmattal, das zuletzt dank einer gescheiterten Teilprivatisierungs-Strategie massiv in die Kritik geriet und turbulente Zeiten erlebte, zeigt sich zielsicher und entschieden.

Der Startschuss für das Neubauprojekt wurde gestern denn auch im Rahmen eines so genannten «Kick-off-Meetings» im Bühlsaal des Spitals speziell zelebriert. Anwesend waren Mitglieder des Verwaltungsrates, der Spitalleitung, der Baukommission sowie externe Projektpartner. «Heute ist wirklich der Tag, an dem man sagen kann, es geht los», sagte Brack und Walter – der bis im Juni Verwaltungsratspräsident war – sprach von einem «freudigen Ereignis» und der «Wiedergeburt» des Spitals.

Baustart 2014 möglich

Es ist bereits der dritte Anlauf, der nun endlich zum lange ersehnten Neubau führen soll. Frühere Projekte waren am Finanzierungsstopp des Kantons oder internen Problemen gescheitert. Doch diesmal soll es klappen: Das Neubauprojekt, welches unter dem neuen Namen «Limmi Viva» vorangetrieben wird, könnte im besten Fall Mitte 2013 vors Volk kommen. Ab 2014 könnte gebaut werden.

Zuvor müssen sich interessierte Anbieter jedoch in einem zweistufigen Verfahren bewerben. Wie Spitaldirektor Thomas Brack sagte, findet zum ersten Mal für einen Spitalneubau in der Schweiz eine funktionale Ausschreibung statt. Dabei wird den Anbietern ein Rahmen vorgegeben, anhand dessen diese ein Projekt entwickeln. Der Vorteil, so Brack, sei, dass Unternehmen dabei Erfahrungen und Fachwissen gewinnbringender in die Arbeit einfliessen lassen könnten. Zudem werde so ein gesunder Wettbewerb gefördert.

Als Herausforderungen benannte Brack die Komplexität des Projekts und dass die Infrastruktur dem Spital langfristig einen Vorteil verschaffen müsse. Dass man die exakte Auswirkung des neuen Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes noch nicht kenne, komme «erschwerend» hinzu. Walter, der Bezug auf ein chinesisches Sprichwort nahm, zeigte sich zuversichtlich: «Wir wissen, dass im Gesundheitswesen die Winde der Veränderung wehen.» Das «Limmi» würde das Beste daraus machen und ein Windrad bauen, meinte er.

Kredit bereits gesprochen

Den Kredit über 2,53 Millionen Franken für die funktionale Ausschreibung des Spitalneubaus und die Vorbereitung der Volksabstimmung hat die Delegiertenversammlung bereits im Mai dieses Jahres genehmigt.