Schlieren

«Nein zum Skatepark tut mir heute noch weh»: Stefano Kunz zum fehlenden Angebot für die Jugend

Nicht nur mit einem Skatepark wollte man die Jugend im Dorf behalten, auch kam bereits die Idee eines Seilparks und einem Bike-Trail im Schlieremer Wald auf. Keiner dieser Ideen wurde bisher konkreter. (Symbolbild)

Nicht nur mit einem Skatepark wollte man die Jugend im Dorf behalten, auch kam bereits die Idee eines Seilparks und einem Bike-Trail im Schlieremer Wald auf. Keiner dieser Ideen wurde bisher konkreter. (Symbolbild)

In einer emotionalen Debatte um den geforderten Bike-Trail wurde Stefano Kunz fehlende Vision vorgeworfen. Dieser konterte erfolgreich.

Zu einem Wortgefecht kam es anlässlich der Abschreibung des Postulates von Thomas Widmer (Quartierverein). Darin forderte er vom Stadtrat zu prüfen, wie im Schlieremer Wald ein Bike-Trail realisiert werden könne. Dies als Betätigungsmöglichkeit für die jungen und jung gebliebenen Einwohner. Erst wenige Wochen zuvor musste die Exekutive die Freizeitnutzung des Stadtwaldes abklären. Dies, weil John Danieles (FDP) die Erstellung eines Seilparks gefordert hatte. Dementsprechend kurz fiel die stadträtliche Antwort auf Widmers Vorstoss aus. Bereits anlässlich der Abklärungen zum Seilpark habe man mit der Holzkooperation, die grösste Landbesitzerin des Schlieremer Waldes, Kontakt gehabt und sie habe kein Interesse signalisiert. Dies stiess Widmer sauer auf.

Bei den Pendenzen belassen

«Weder mit dem Thema noch mit dem Postulat will sich der Stadtrat richtig befassen. Es ist ein Affront, dass er nicht etwas für die Jugend machen will», so Widmer. Auch lasse sich ein Seilpark nicht mit einem Bike-Trail vergleichen, weder im Landverbrauch noch bezüglich der Waldnutzung. Widmer wollte das Postulat auf der Pendenzenliste der Exekutive stehenlassen.

Auch Dominik Ritzmann (Grüne) und Songül Viridén (GLP) vermissten eine eingehende Prüfung des Postulates und sprachen sich für eine Beibehaltung auf der Pendenzenliste aus.
Anders sahen dies die Sozialdemokraten. «Die Entscheidung fiel uns nicht leicht», so Sprecherin Jolanda Lionello. «Doch sei aus sicht der SP ein spezieller
Bike-Pfad in Schlieren nicht notwendig.»

Auch Thomas Grädel (SVP) sagte, dass seine Fraktion bei der Besprechung hin- und hergerissen gewesen sei. «Doch: die Begründung für die Abschreibung ist simpel. Wir haben keinen eigenen Wald.» Eine Realisierung sei also unrealistisch.

Der verantwortliche Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) gab bei seinem Votum zu, dass die Antwort auf das Postulat sehr kurz gewesen sei. «Der Grund dafür ist die besondere Eigentümersituation. 90 Prozent des Schlieremer Waldes sind in Privatbesitz. Im Zusammenhang mit den Abklärungen zum Seilpark, haben wir uns intensiv mit den Eigentümern ausgetauscht», sagte er. Diese würden eine solche Nutzung für den Schlieremer Wald nicht vorsehen.» Auch wenn das Parlament das Postulat stehenlassen würde, werde der Stadtrat wieder mit derselben Antwort kommen müssen. «In Schlieren gibt es keine Möglichkeit für die Umsetzung eines solchen Trails.»

Mangelnde Visionen

Jürg Naumann (Quartierverein) verwies darauf, dass der Stadtrat lediglich mit Vertretern der Holzkooperation gesprochen habe. «Das ist nicht jeder Waldbesitzer.» Zudem vermisse er bei Stefano Kunz Visionen für die Jugend. «Schlieren hat heute keinen Skatepark, keinen Seilpark und auch keinen Bike-Trail. Sagen Sie Herr Kunz, was gedenken Sie für unsere Jugend zu tun, damit sie in Schlieren bleibt?»

Kunz liess sich nicht zwei Mal bitten und trat ans Rednerpult. Er habe durchaus Visionen für Projekte, die der Schlieremer Jugend zugutekommen würden. «Mit allen erdenklichen Mitteln habe ich für diesen Skatepark gekämpft. Es tut mir heute noch weh, dass er vom Parlament bachab geschickt wurde.» Doch wolle er seine Energie nicht an Projekte wie den Bike-Tail verschwenden, die von Beginn weg zum Scheitern verurteilt seien.

Zu bunt wurde es Dominic Schläpfer von der FDP. Er warf Widmer vor hier bereits Wahlkampf für die Gesamterneuerungswahlen vom kommenden Jahr zu betreiben und damit Steuergelder zu verschwenden.

Die Argumente des CVP-Stadtrats überzeugten die Mehrheit. 19 Paramentarier sprachen sich für die Abschreibung des Vorstosses aus, nur 11 dagegen.

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