Für die Stadt Dietikon bestehe die Möglichkeit, die Zinsen auf das von ihr in Anspruch genommene Fremdkapital zu halbieren. Davon ist Gemeinderat Reto Siegrist (CVP) überzeugt. Dies sei möglich, dank der Ende Januar dieses Jahres von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) eingeführten Negativzinsen.

Für Banken bedeutete dieser Schritt, dass sie für gewisse Gelder, das sie auf Girokonten der SNB lagern, einen Strafzins von 0,25 Prozent bezahlen müssen. Mit dem Negativzins sank auch der Marktzins, was die Kosten für die Aufnahme von Fremdkapital ebenfalls teilweise sinken liess.

1,4 anstatt 2,8 Millionen Zinsen?

Hier wittert Siegrist ein gutes Geschäft für die Stadt. In einer kleinen Anfrage will er vom Stadtrat wissen, wie Dietikon sich die Negativzinsen und das günstige Geld, das derzeit vom Kapitalmarkt erhältlich sei, zunutze machen wolle. Siegrist zeigt auf, dass bei den langfristigen Schulden der Stadt in der Höhe von rund 100 Millionen Franken auch die Zinsen dementsprechend hoch sind.

Im Budget 2015 sind diese Passivzinsen für das Fremdkapital mit 2,8 Millionen Franken veranschlagt. «Wenn nun die Stadt ihre langfristigen Bankkredite auf dem Kapitalmarkt refinanzieren würde, könnten wahrscheinlich die zu zahlenden Passivenzinsen substanziell reduziert, wenn nicht gar halbiert werden», so Siegrist. Findet die Stadt also andere Quellen ihres Fremdkapitals mit günstigeren Zinssätzen, könnten jährlich nur noch rund 1,4 anstatt der heutigen 2,8 Millionen Franken bezahlt werden.

Stadt winkt ab

«Die Veränderungen auf dem Zins- und Kapitalmarkt sind auch der Stadt Dietikon nicht verborgen geblieben», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Die Darlehen im Wert von rund 100 Millionen Franken, welche die Stadt derzeit besitzt, würden von verschiedenen Anbietern, auch aus privaten Platzierungen stammen, schreibt er weiter. Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 2,1 Prozent verläuft die Fälligkeit dieser Darlehen gestaffelt bis ins Jahr 2027.

Im kommenden Sommer stünde die Ablösung zweier Kredite in der Höhe von 4 und 5 Millionen Franken an. Die Finanzabteilung der Stadt stehe dafür bereits in Kontakt mit verschiedenen Finanzinstituten, um von der aktuellen Zinssituation profitieren zu können. Dabei habe sich gezeigt, dass der Markt für private Platzierungen sehr klein sei.

Eine vollständige Refinanzierung der Darlehen der Stadt mache derzeit keinen Sinn, schreibt die Exekutive, weil die Rückkaufkosten derzeit zu hoch seien. «Die vorzeitige Ablösung einzelner Kredite mit hoher Zinsbelastung wird jedoch laufend geprüft.»