Nicht nur der Auto- und Schienenverkehr wächst. «Sogar Kiwi und Orangen kann man im Limmattal zum Gedeihen bringen», sagt Bruno Hofer, Geschäftsleiter der Standortförderung. Nur sei nicht überall bekannt, dass es neben Wohnungen und Lagerhallen auch viel Landwirtschaft im Limmattal gebe.

Seit geraumer Zeit versuchen deshalb rund zehn lokale Lebensmittelproduzenten, ihre Produkte besser zu verkaufen. Unter Leitung der Standortförderung Limmattal sind sie dem Label «Das Beste der Region» beigetreten - einer Marke, unter der schweizweit zahlreiche Bauernverbände ihre lokalen Produkte anbieten.

Bauern, Winzer und das Hotel Geroldswil, das auf eine Speisekarte mit lokalen Produkten setzt, machen im Limmattal mit. «Es geht auch um Wertschätzung gegenüber den Bauern», sagt Hofer.

Produkteinseln bei Grossverteilern

Spargeln, Äpfel, Birnen Wein und Nüsse sind nur einige der angebotenen Produkte, die in Hofläden verkauft werden. Das könnte sich in Zukunft vielleicht ändern. «Ich habe erste Gespräche mit Grossverteilern geführt», erklärte Hofer gestern bei der Preisübergabe eines Wettbewerbs, den das Label am Rebblütenfest organisiert hatte (vgl. Kasten).

Hofer möchte Produkteinseln in den Einkaufszentren einrichten. Bis zur Umsetzung sei aber noch ein grosses Wegstück zurückzulegen. Bisher haben die Bauern vom Label etwa in Form von Werbemassnahmen wie Einkaufstaschen profitiert. «Es ist sicher gut, Produkte gemeinsam bewerben zu können», sagt Weinbauer Robin Haug aus Weiningen.

Konsumenten würden mit dem Label die lokalen Produkte gebüschelt finden und durch einen gemeinsamen Auftritt etwa an Messen finde man mehr Beachtung, «während man als Einzelner vielleicht untergehen würde.»

Demnächst steht die Zertifizierung der Betriebe an. Diese ist nötig, damit Konsumenten sicher sein können, dass die Produkte vor Ort hergestellt worden sind. Bald soll auch ein Geschenkkorb angeboten werden.

Derzeit ist das Label eine Art Sammelbecken für quasi alle Limmattaler Produkte. Andernorts wurden spezielle Waren wie etwa ein Brot «erfunden», um dieses unter dem Label zu vermarkten. Dies sei nicht vorgesehen, sagt Hofer. Man habe den Ansatz bewusst breiter gewählt. «Es geht um die Unterstützung der Hofläden.» Das Label soll auch ein Beitrag gegen das Bauernsterben sein.