Weiningen
Natur pur: 25 Kinder leben eine Woche lang in einem selbst erbauten Walddorf

Auf dem Bruderberg in Weiningen hat sich diese Woche das WWF-Walddorflager niedergelassen. Es ist eins von den insgesamt 103 Ferienlagern, die vom WWF dieses Jahr organisiert werden.

Ladina Trachsel
Merken
Drucken
Teilen
Die Schatzkiste steht im Waldwohnzimmer, doch die Schlüssel fehlen noch
7 Bilder
Lena und die anderen Kinder essen auf dem Waldsofa
Die Schatzkiste ist so schwer, dass mehrere Knaben gemeinsam anpacken müssen
Leiter Beat schöpft den Kindern das Abendessen, das über dem Feuer gekocht wurde
Noa mit den Schlössern für die Schatztruhe
Am Eingang des Waldwohnzimmers hängt eine Schnur mit der Ämtchenverteilung
In Weiningen leben 25 Kinder eine Woche lang in einem selbst erbauten Walddorf

Die Schatzkiste steht im Waldwohnzimmer, doch die Schlüssel fehlen noch

Ladina Trachsel

Es duftet nach Holz, Blättern und nach Feuer. Freudig kreischende Kinder toben durch den dichten Wald, zwischen Baumstämmen hindurch. Soeben haben sie eine Schatztruhe gefunden. Sie ist so schwer, dass mehrere Knaben gemeinsam anpacken müssen.

Die Mädchen rennen aufgeregt nebenher. Es herrscht Lagerstimmung pur. Auf dem Bruderberg in Weiningen hat sich diese Woche das WWF-Walddorflager niedergelassen. Es ist eins von den insgesamt 103 Ferienlagern, die vom WWF dieses Jahr organisiert werden.

Gemeinsam ein Walddorf aubauen

«Die Idee ist es, gemeinsam ein Walddorf aufzubauen und eine Woche lang so zu leben wie früher die Walddörfler», erklärt Alexandra Tiefenbacher, Lagerleiterin und Umweltnaturwissenschafterin. Das Dorf umfasst ein Schlaflager mit Zelten, eine Waldküche, ein Wohnzimmer mit Waldsofa, verschiedene Naturateliers, eine Toilette und eine Dusche.

All dies haben die insgesamt 25 Kinder gemeinsam mit den fünf Leitern innerhalb von zwei Tagen aufgebaut. «Es war sehr anstrengend, alles zu organisieren und aufzubauen. Doch nun, wo alles steht, haben alle Freude», sagt Tiefenbacher. Die Stimmung unter den Kindern und Leitern sei sehr angenehm.

«Respekt gegenüber der Natur und Mitmenschen»

Auch Kaspar Ritter, Leiter und Kinderanimator, ist überzeugt davon, dass die Kinder in der freien Natur entspannter sind. Es gäbe genug Platz für alle und immer etwas zu entdecken; das sei wichtig für die Gruppendynamik. Ganz wichtig ist laut Ritter auch der Respekt gegenüber der Natur und der Mitmenschen. «Viele Kinder sind das erste Mal so lange am Stück in der freien Natur und machen somit eine wichtige Erfahrung», sagt Ritter.

30 Schlüssel für die Schatztruhe

Viele sind jedoch auch das erste Mal so lange getrennt von den Eltern. Da sei Heimweh keine Seltenheit, sagt Tiefenbacher. Doch bleibe dafür oft kaum Zeit, da es im Wald so viel zu machen und zu erleben gäbe. So etwa die Schatzsuche, die die Leiter vorbereitet haben.

Die Schatztruhe haben die Kinder bereits gefunden, jedoch fehlen ihnen für deren Öffnung die insgesamt 30 Schlüssel. Erst vier haben sie durch das Lösen verschiedener Aufgaben in ihren Besitz bringen können. Die Spannung sei dementsprechend hoch, sagt Tiefenbacher. Die Schatztruhe sei voll mit Schokolade für ein Schokofondue am Abschlussabend, verrät sie.