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Nationalrat Hans Egloff: «Ich bin der Vertreter der Hauseigentümer»

Heute beginnt die dritte Session für Nationalrat Hans Egloff. Er freut sich auf die Hauseigentümer-Themen, die auf der Traktandenliste stehen.jk

Heute beginnt die dritte Session für Nationalrat Hans Egloff. Er freut sich auf die Hauseigentümer-Themen, die auf der Traktandenliste stehen.jk

Im Interview äussert sich Nationalrat Hans Egloff (SVP, Aesch) über den Facebook-Unterricht seiner Fraktionskollegin Natalie Rickli und die Vorzüge eines eigenen Kissens im Hotelzimmer während der Session.

Die Sommersession will Nationalrat Hans Egloff (SVP, Aesch) nutzen, um Bundesrätin Doris Leuthard von der Notwendigkeit einer A1-Überdeckung vor dem Gubristportal zu überzeugen. Um die Interessen der Hauseigentümer zu stärken, plant er eine Parlamentariergruppe, die strategisch zusammenarbeiten soll.

Die Sommersession des Schweizer Parlaments ist bereits die dritte Session, an der Sie teilnehmen. Setzen Sie auf ein persönliches Ritual, um sich einzustimmen?

Hans Egloff: Von einem Ritual zu sprechen wäre übertrieben. Doch der Hotelbezug und das Aktenstudium sind Dinge, die bereits routiniert ablaufen und mich auf die Aufgabe einstimmen.

Die SVP-Fraktion kennt viele Alpha-Tiere. Welchem Lager gehören Sie mittlerweile an?

Ich würde nicht von Lagern sprechen, sondern von Gruppen, die sich je nach Thema neu bilden können. Ich bezeichne mich als Freigeist und reihe mich dort ein, wo es meiner Sache am meisten dient.

Vor dem Industrie- und Handelsverein Dietikon erklärten Sie kürzlich, dass man in Bern die Ellbogen ausfahren muss, will man als einer unter 200 Parlamentariern Gehör finden. Was heisst das konkret?

Das beginnt bereits bei der Zuteilung eines Geschäfts in der Fraktion. Wer behandelt es? Wer spricht dazu im Rat? Bei den wichtigen Themen gibt es genug Führungsfiguren, die sich melden. Da muss ich deutlich machen, dass ich der Vertreter der Hauseigentümer bin. Wenn ich mich nicht melde, gibts mich nicht.

Zuletzt wurden Bausparinitiativen in den Kantonen Zürich und Baselland abgelehnt. Warum ist das Thema immer noch so wichtig für Sie?

79 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer träumen vom Eigenheim, aber nur 39 Prozent sind tatsächlich Eigentümer. Diese Differenz ist zu erklären: Die Leute haben Mühe, das notwendige Eigenkapital aufzutreiben. Da soll das Bausparen Abhilfe schaffen.

Ihr Ansatz ist: Wer kein Geld hat, soll über Steuererleichterungen dazu kommen.

Es gibt zwei Wege des Bausparens. Das deutsche Modell mit staatlichen Zuschüssen widerspricht meinen bürgerlich-liberalen Grundsätzen. Aber den Leuten das Sparen über Steuererleichterungen zu ermöglichen, ist der richtige Weg. Dieser kommt am 17. Juni zur Abstimmung.

Der Hauptvorwurf ist stets der gleiche: Es profitieren nur die Reichen.

Das ist nicht der Sinn des Bausparens, weil Begüterte dafür keine Hilfe benötigen. Dass sie die einzigen sind, die profitieren, ist zu widerlegen. Der Grossteil der Bausparer hat ein steuerbares Jahreseinkommen von unter 100000 Franken, das ist der Mittelstand.

Wer nicht sparen kann, greift heute auf die 2.Säule respektive auf die Säule 3a zurück.

Das ist nicht Sinn der Sache. Das Ziel der beiden Säulen ist die Altersvorsorge und die Absicherung bei Invalidität. Fehlen diese Gelder im Unglücksfall, stürzt die Situation Betroffene doppelt ins Unglück.

Sie versprachen im Wahlkampf, sich für Limmattaler Anliegen einzusetzen. Mit Doris Leuthard vermochten Sie aber noch nicht über die «Chance Gubrist» – also die A1-Überdeckung vor dem Tunnelportal in Weiningen – zu reden. Wie wollen Sie nun vorgehen?

Ich nutze eine nächste Chance: Greater Zurich Area lädt in Bern während der Session Parlamentarier ein, um ihnen den Metropolitanraum Zürich schmackhaft zu machen. Dort sind Bundesrätin Leuthard und der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker dabei. Ich habe mich auch angemeldet und werde ihnen das Thema nahebringen – und zwar so lange, bis sie es nicht mehr hören können und einlenken (lacht).

Facebook und Twitter sind für Politiker wichtige Plattformen geworden. Sie haben bislang beide ignoriert, warum?

Ignoriert ist das falsche Wort. Mein Umfeld drängt mich geradezu, mitzumachen.

Warum zögern Sie? Mit den neuen Kommunikationsmitteln können Wahlkämpfe gewonnen werden.

Ich denke, der Aufwand ist gross und ich fühle mich mit der Technologie noch unsicher. Doch ich will mich dem Thema Facebook und Twitter nicht verschliessen. Auch die SVP Schweiz hat uns Parlamentarier gefragt, wie wir mit unserer Wählerschaft in Kontakt stehen. Nun wurde dazu eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Natalie Rickli gegründet.

Zusammen mit Lucas Reimann ist sie in der SVP führend in der Nutzung von Social Media.

Ja. Ricklis Aufgabe ist es, uns Parlamentariern den Nutzen von modernen Kommunikationsmitteln wie Facebook näherzubringen.

Lesen Sie das vollständige Interview in der heutigen Ausgabe der AZ Limmattaler Zeitung.

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